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35 Jahre C64 - Brotkasten für die Welt

In den Achtzigerjahren machte vieles Angst: AIDS, der Kalte Krieg, Kernkraftwerke, der Erfolg von Modern Talking und Frisuren, die aussahen wie ein in Drei-Wetter-Taft getunkter Collie. Zum Glück erschien dann der C64, und alles war gut.

von Harald Fränkel,
24.02.2018 08:00 Uhr

Brotkasten und Spiele: Der C64 im klassischen Design, rechts davon ein Competition-Pro- Joystick und gleich darunter ein Modul, das den Rechner unter anderem um eine Art Windows-Benutzeroberfläche erweiterte.Brotkasten und Spiele: Der C64 im klassischen Design, rechts davon ein Competition-Pro- Joystick und gleich darunter ein Modul, das den Rechner unter anderem um eine Art Windows-Benutzeroberfläche erweiterte.

Der Commodore 64, liebevoll »Brotkasten« genannt, war für Jungs ein treuer Spielgefährte, oft sogar die erste Liebe. Mit 320 mal 200 Bildpunkten im hochauflösenden Grafikmodus und 16 darstellbaren Farben wurde er zum Regenbogen, der die Welt der Halbwüchsigen bunter machte. Die Reise zu ihren Rainbow Islands war mit nur 64 Kilobyte Arbeitsspeicher möglich - Mama und Papa hätten 125.000 dieser Rechner kaufen müssen, um auf das RAM eines heute eher schwächlichen PCs zu kommen.

Dann war da noch »SID«, der Soundchip: Während die IBM-Konkurrenz klang, als sei R2D2 gerade nach dem Komasaufen erwacht, konnte der kleine 64er schon 1a sprechen, besonders klar bei Impossible Mission (1984). Er verfügte über drei unabhängige Stimmen mit 123 Tönen bei acht Oktaven. Jemand wie Chris Hülsbeck, der die Musik für Klassiker wie The Great Giana Sisters oder Katakis schrieb und dem man scherzhaft magische Fähigkeiten nachsagte, kitzelte mithilfe von Tricks sogar fünf Stimmen aus dem Soundchip.

Bei Grafik und Sound steckte der C64 den Commodore VIC 20 locker in die Tasche. Der direkte Vorgänger hieß im deutschsprachigen Raum übrigens VC 20, weil es beim Aussprechen von »VIC« Irritationen hätte geben können. Wir erinnern uns alle gern noch an das Kinderbett »Gutvik«, das ein schwedisches Möbelhaus feilbot.

Bis heute ist der C64 absolut unsterblich, der Computer, der eine ganze Dekade prägte. Wir sprechen mit Zeitzeugen und darüber, wie es dazu kam. Ja, auch über die Sache mit den Raubkopien, und darüber, dass Polizisten und Cracker manchmal mehr gemeinsam hatten, als ihr vielleicht denkt.

Essay zum 35. Geburtstag des C64: LOAD"SPIELEAUSDERSTEINZEIT",8,1

Hitlisting - Die 20 beliebtesten C64-Spiele ansehen

Abseits digitaler Welten 1982 hoch im Kurs: He-Man-Figuren, das Brettspiel Sagaland und Fanta-Jo-Jos. Angesagtes Computermodell: Sinclair ZX Spectrum. (Foto: Bill Bertram, Wikipedia, CC BY-SA 2.5) Abseits digitaler Welten 1982 hoch im Kurs: He-Man-Figuren, das Brettspiel Sagaland und Fanta-Jo-Jos. Angesagtes Computermodell: Sinclair ZX Spectrum. (Foto: Bill Bertram, Wikipedia, CC BY-SA 2.5)

Fort Apokalypse now
Weil der neue Commodore-Computer erst 1983 in der Bundesrepublik erscheint, begibt sich das frisch erschiene actionreiche Top-Hubschrauberspiel Fort Apokalypse hierzulande entsprechend später auf seinen Höhenflug. Bereits erhältlich ist der Sinclair ZX Spectrum, der bis 1984 die Nummer 2 hinter dem C64 war.

Und sonst so?
Im Fernsehen läuft Manni der Libero, an der Kinokasse ist E.T. unschlagbar. Computerspiele-Fans lieben den Film Tron. Sie daddeln Donkey Kong auf dem Colecovision oder Minestorm mit dem Vectrex. Nicole siegt beim Eurovision Song Contest. »Ein bisschen Frieden« gut zu finden, gilt unter Jungs aber eher als uncool.

Der Kommissar geht um

Die fortschrittliche Technik des C64 allein erklärt nicht, warum ein mausgraubraunes Dingsbums jahrelang den Spielemarkt dominierte. Weshalb bekam dieser Rechner ähnlich wie Zauberwürfel, Walk- und Pac-Man oder auch die Neue Deutsche Welle Symbolcharakter für eine ganze Dekade? Wie begeisterte er sogar die sogenannte »Null-Bock«-Generation der Achtziger?

Wer mit Zeitzeugen gedanklich in die Vergangenheit reist, bekommt auf diese Fragen viele Antworten. »Der C64 war für mich eine Offenbarung, weil er mich in eine knallige Welt katapultierte, die voller Abenteuer und Erlebnisse war«, schwärmt etwa Michael Thoben (43) aus dem niedersächsischen Saterland.

Heute Heute
Damals Damals

Michael Thobens Herz schlägt für Boulder Dash. He-Man und Bud Spencer motivierten zum Kraftsport, der Metal-Hänfling wurde zum Mann.

Wenn er nicht gerade versuchte, Urzeitkrebse aus Yps im Waschbecken großzuziehen - was seine Mutter fast in den Wahnsinn trieb - begrüßte er wegen gewisser Aktivitäten, die mit Kopierschutzmaßnahmen zu tun hatten, schon mal den Dorf-Sheriff zu Hause. Als Heranwachsender versorgte der mittlerweile bullige Hausmann nämlich auch den Polizistensohn mit Schwarzkopien.

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