Activision verliert Publishing-Rechte an Destiny - Bungie macht's künftig lieber allein

Activision und Bungie gehen getrennte Wege: Die Macher von Destiny lösen sich von ihrem Publisher. Was bedeutet das für Destiny 2 und seine Spieler?

von Sandro Odak,
11.01.2019 02:00 Uhr

Activision und Bungie lösen ihre Partnerschaft auf: Bungie wird Destiny allein weiter entwickeln, die Rechte an der Marke gehören dem Studio.Activision und Bungie lösen ihre Partnerschaft auf: Bungie wird Destiny allein weiter entwickeln, die Rechte an der Marke gehören dem Studio.

Activision und Bungie gehen getrennte Wege: In der Nacht von Donnerstag auf Freitag haben die zwei Firmen auf Twitter in einem gemeinsamen Statement bekanntgegeben, dass die Publishing-Rechte an Destiny komplett an Bungie gehen und die Partnerschaft zwischen Studio und Publisher damit endet.

Auf Twitter schreiben die beiden Firmen zur Zukunft von Destiny:

"In Zukunft gehört die Marke Bungie und sie werden das Franchise weiterentwickeln. Activision wird seinen Fokus auf seine eigenen Marken und andere Projekte legen."

Im Firmen-eigenen Blog dankt Bungie etwas wortkarg seinem langjährigen Publisher für die Zusammenarbeit:

"Wir hatten eine Vision für Destiny, an die wir geglaubt haben. Aber um ein Spiel von dieser Tragweite zu veröffentlichen, haben wir die Unterstützung eines etablierten Publishing-Partners gebraucht [...] Wir hatten eine erfolgreiche Zeit in den acht Jahren der Kooperation und danken Activision für die Zusammenarbeit an Destiny. "

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So läuft der Übergang ab

Laut Bungie hat der Prozess, die kompletten Publishing-Rechte an Destiny auf Bungie zu übertragen, bereits begonnen. Der Übergang der Rechte soll den Spielbetrieb nicht aufhalten und für Spieler so nahtlos wie möglich passieren.

Was passiert mit den Battle.net-Zugängen? Da Destiny 2 derzeit exklusiv nur über Blizzards Battle.net zu haben ist, werden die Firmen auch zukünftig noch zusammen arbeiten. Zu einer Unterbrechung der Server oder der Spieleraccounts soll es nicht kommen.

Blizzard wird also weiterhin Destiny 2 im Shop anbieten und Server, Dienste und Support stellen. Die vertragliche Trennung von Activision (und damit in gewisser Weise auch Blizzard) könnte nun aber auch die Tore zu einem Release in anderen Shops öffnen: Ein Jahr nach dem Release erscheint Destiny 2 auf Steam oder im Epic Games Store nun möglich. Wir haben per E-Mail beim Studio nachgefragt, ob so ein nachträglicher Release geplant ist, jedoch noch keine Antwort erhalten. Destiny 2 war das erste Activision-Spiel, welches von Blizzard über Battle.net veröffentlicht und vertrieben wurde.

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Neue Expansions für Destiny 2

Die Entwickler versprechen in ihrem Blog, dass die angekündigten Inhalte der Roadmap für Destiny 2 auch weiterhin erscheinen. Mehr sogar: In den kommenden Monaten will Bungie neue "seasonal experiences" veröffentlichen und einige Überraschungen ankündigen.

Die letzte Erweiterung Forsaken kam bei Spielern recht gut an, wird jedoch unisono von Presse und Fans als verspätet betrachtet. Unsere Kollegen von GamePro titelten in ihrem Test mit einem »Versöhnungs-Addon«.

Auf Hilfe von außen muss Bungie nun vielleicht verzichten: Neben Bungie haben auch andere Entwickler an Destiny gearbeitet. Die zwei unterstützenden Studios High Moon und Vicarious Visions gehören beide dem Publisher-Riesen und haben bei der Entwicklung der Hauptspiele und DLCs geholfen.

Was nun mit den beiden Spieleschmieden passiert und ob sie weiter an neuen Destiny-Inhalten arbeiten, ist unklar. Die Mitarbeiter dort scheinen jedenfalls nicht drauf vorbereitet worden zu sein, dass die Arbeit an Destiny bald endet. Vicarious Visions hat etwa noch in den vergangenen Tagen Tweets und Blogs an die Destiny-Community gerichtet und über »den Spaß an der Arbeit an der Destiny-Marke« gesprochen.

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Jubel bei Bungie-Mitarbeitern?

Bungie hat die Neuigkeiten am Donnerstagnachmittag (amerikanischer Zeit) seinen Mitarbeitern verkündet. Dabei soll es laut einem Bericht bei Kotaku zu Jubelschreien und knallenden Champagnerkorken gekommen sein.

Das Verhältnis zwischen Studio und Publisher gilt schon seit Beginn der Partnerschaft als zwiegespalten. In der recht chaotischen und öffentlich gewordenen Entwicklungsphase von Destiny 1 haben sich unterschiedliche Pläne und Strategien für die Marke offenbart. Auch die Entwicklung von Destiny 2 verlief nicht ohne Probleme, 16 Monate vor Release wurde der Shared-World-Shooter noch einmal völlig umgekrempelt.

Activision war laut einem Investoren-Meeting auch nicht zufrieden mit dem Ergebnis von Destiny 2. Das Spiel soll nicht so erfolgreich gewesen sein, wie der Publisher gehofft hat. Der Pressemeldung nach habe man seit der Erstveröffentlichung im September 2014 insgesamt 50 Millionen Destiny-Hauptspiele und -Erweiterungen an die Spieler bringen können.

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