Amerikanische Ureinwohner verklagen Valve - Wieder mal steht das Glücksspiel um CS:GO-Skins im Fokus

Lotto mit Waffen-Skins aus Counter-Strike: Dieses Problem brachte Valve schon früher viele Rechtsstreitigkeiten ein. Nun gibt es einen neue Klage, und diesmal stammt sie von amerikanischen Ureinwohnern, die ein Casino betreiben.

von Michael Herold,
18.04.2019 14:19 Uhr

Mit solchen Waffenskins aus Counter-Strike lassen sich online unglaubliche Summen verdienen.Mit solchen Waffenskins aus Counter-Strike lassen sich online unglaubliche Summen verdienen.

Virtuelle CS:GO-Casinos bringen Valve mal wieder eine Klage ein, diesmal gleich von einem ganzen Stamm an amerikanischen Ureinwohnern. Die Native American Quinault Nation möchte gegen den Steam-Betreiber vor Gericht ziehen, weil Valve es zulasse, dass nicht reguliertes Glücksspiel in Counter-Strike: Global Offensive betrieben wird.

Von welchem Glücksspiel ist die Rede? Im Taktik-Shooter CS:GO gibt es jede Menge Waffen-Skins, die bereits auf dem normalen Steam-Marktplatz für 500 US-Dollar oder mehr verkauft werden. Drittanbieter nutzen diese Möglichkeit aber dazu aus, um im großen Stile Wettgeschäfte zu betreiben, bei denen die CS-Skins als Wetteinsatz dienen.

Dies hat in den vergangenen Jahren schon mehrfach zu Rechtsproblemen und Klagen gegen Valve gesorgt, da es keine staatliche Regulierung für solch eine Art von Wetten gab und sie gleichzeitig nicht als illegale Sportwetten galten. Derweil wuchs der unkontrollierte Wettmarkt um Skins allerdings zu einem Milliardengeschäft heran.

Was ist das Problem der Amerikanischen Ureinwohner? Die Native American Quinault Nation betreibt im US-Bundesstaat Washington ein eigenes Casino und muss sich damit an die strengen staatlichen Glücksspielgesetze halten. Valve hat seinen Hauptsitz ebenfalls in Washington, wird aber bislang von den Gesetzen gegen illegale Wetten verschont.

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»Valve fördert Skin-Glücksspiele«

Deshalb beschweren sich die Ureinwohner, dass Valve nicht die nötigen Lizenzen hätte, Glücksspiel zu betreiben, beziehungsweise zu ermöglichen oder in irgendeiner anderen Form daran beteiligt zu sein. In der Anklage heißt es:

"Valve weiß sehr wohl über das Glücksspiel mit Skins Bescheid, das nach wie vor betrieben wird. Sie wissen sehr wohl, dass diese Skins einem realen Geldwert entsprechen, wodurch ihre Beliebtheit und ihr Wert weiter ansteigen. Valve fördert und ermöglicht aktiv diese Skin-Glücksspiele."

Die komplette Klageschrift ist 25 Seiten lang. Was die Amerikanischen Ureinwohner der Quinault Nation damit bezwecken wollen, ist dass die Glücksspiel-Kommission von Washington erneut einen Blick auf den Skin-Handel werfen kann und dann entscheidet, ob dieser lizenziert werden muss oder nicht.

Als 2016 zuletzt eine große Klage zum Thema Gambling gegen Valve erhoben wurde, erklärte ein Sprecher des Unternehmens, dass es »laut ihren Nutzervereinbarungen nicht erlaubt ist«, mit Hilfe von Steam einen Glücksspielbetrieb zu führen. Die aktuelle Klage wurde am 3. April eingereicht, bislang ist noch nicht bekannt, ob und wann sie vor Gericht landet.

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