Kann Battlefield wieder so werden wie zur BF3-Blütezeit? Erst müssen sich 5 Dinge ändern!

Die Battlefield-Reihe scheint ihre besten Jahre hinter sich zu haben. Shooter-Experte Phil glaubt aber: Mit den richtigen Entscheidungen kann es wieder so schön werden wie damals!

Für Battlefield tickt die Uhr: Kann sich die Marke von den Rückschlägen der letzten Jahre überhaupt noch erholen? Für Battlefield tickt die Uhr: Kann sich die Marke von den Rückschlägen der letzten Jahre überhaupt noch erholen?

Ein Battlefield-Fan zu sein war die letzten Jahre nicht immer einfach. Ihr wisst es, ich weiß es und EA weiß es auch.

Die Serie ist seit 2018 mehr als einmal übel auf die Nase gefallen: Battlefield 5 hat sich mit mehr Fehlentscheidungen als ich hier aufzählen kann ins vorzeitige Aus manövriert, BF2042 steht vor allem bei Anhängern der Reihe so stark in der Kritik, dass sie ihr Geld zurückfordern und Influencer den Massenabsprung proben.

Ich frage mich deshalb: Kann es jemals wieder so werden wie früher? Kann Battlefield wieder so werden wie in den BF3-Zeiten, als wir Panzerschlachten auf Caspian Border führten, uns wilde Team Deathmatches auf Noshahr Canals lieferten oder im Rush-Modus vom Gipfel auf Damavand Peak gesprungen sind?

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Ja, ich weiß, die Erinnerung verklärt ja bekanntlich viel und ja, auch damals gab es Bugs, Balance-Probleme, Server-Schwächen. Doch an einem Punkt halte ich fest: Das Gameplay von damals war formvollendetes Battlefield in Reinform und muss zurückkehren!

Meine völlig unrepräsentative Twitter-Umfrage oben zeigt: Groß ist die Hoffnung nicht (mehr). Aber der Optimist in mir ist überzeugt: Wir können wieder dahin zurück – wenn DICE und EA sich diese fünf Punkte zu Herzen nehmen.

Rückkehr der Klassen

Ich muss zugeben: Als das Specialist-System von Battlefield 2042 vorgestellt wurde, war ich noch hoffnungsvoll und dachte, das System könne Battlefield irgendwie bereichern und vielfältiger machen. Inzwischen ist klar: Das Klassensystem ist einfach ein Teil der Battlefield-DNA und muss zurückkehren.

Philipp Elsner
Philipp Elsner

Phil kam 2013 zu GameStar und verstärkte das Team bereits als Content Manager, Autor, Community Manager und leitet heute die Nachrichtenredaktion. Wenn er nicht gerade Online-Shooter wie CoD Warzone, Hunt Showdown oder Rainbow Six Siege spielt, kundschaftet er gerade neue Craftbeer-Kreationen aus!

Denn letztlich tragen die Specialists nichts zum Spiel bei, das man nicht über Klassen und Klassen-Ausrüstung hätte lösen können! Stattdessen erschweren Specialists nur die Freund-Feind-Unterscheidung (weil auf beiden Seiten dieselben Helden rumrennen) und stehen echtem Teamwork im Weg, weil es keine dedizierten Medics und Versorger mehr gibt und die Rollen auf dem Schlachtfeld immer mehr verschwimmen.

Specialists werden außerdem zunehmend zu einem Balance-Problem in BF2042, weil manche Gadgets viel zu mächtig sind, während andere kaum noch gespielt werden. Wenn Battlefield wieder zu den Glanzzeiten von früher zurückkehren will, braucht es dazu ein clever austariertes Klassensystem mit klar ausdifferenzierten Spezialisierungen und Fraktionen, die sich optisch unterscheiden.

Specialists in BF2042 Specialists in BF2042
Klassen in BF3 Klassen in BF3

Das Heldensystem hat die Klassen von früher abgelöst. Für Balance und Teamwork in Battlefield eine fatale Fehlentscheidung.

Gutes Map-Design (für 64 Spieler)

Die Karten ist Battlefield 2042 fühlen sich oft mühsam und unfair an. Das liegt vor allem daran, dass DICE die Spielerzahl auf 128 verdoppelt und dadurch dem Chaos Tür und Tor geöffnet hat. Das Ergebnis ist bekannt: Die Strecken zwischen Missionszielen sind oft so weit und beschwerlich, dass selbst die Entwickler den abfälligen Begriff „Walking Simulator“ aus der Community in einem Blogeintrag aufgegriffen hatten.

Dazu kommt, dass es viel zu wenig Deckung für Infanteristen gibt, die Vehikeln auf ihren langen Laufwegen dann schutzlos ausgeliefert sind. Erst viele Monate nach Release werden die Maps nach und nach umgebaut, um das künftig zu verhindern. In Breakthrough kommt es immer wieder zu Flaschenhälsen, wo sich alle 128 Spieler sinnlos aufreiben und keine alternativen Routen mehr offenstehen.

Viele BF4-Maps (wie hier Zavod 311) gelten bis heute als unerreichte Klassiker. Viele BF4-Maps (wie hier Zavod 311) gelten bis heute als unerreichte Klassiker.

Die Anzahl von 128 Spielern hat Battlefield merklich an die Schmerzgrenze gebracht und muss dringend wieder abgeschafft werden. Und was noch wichtiger ist: Die Maps müssen endlich wieder einen ausbalancierten Mix bieten, der Fußsoldaten und Fahrzeugen gleichermaßen Raum zum Atmen und Manövrieren gibt, ohne dass eine Seite zu mächtig wird.

Das nächste Battlefield muss deshalb wieder zu einer wichtigen Design-Leitlinie zurückkehren, die die DLC-Karten für Battlefield 4 (wie beispielsweise Propaganda aus dem Dragon’s Teeth Addon) so immens erfolgreich gemacht hatte: Klare Lauf- und Sichtlinien, ein guter Mix aus Levelzerstörung und Deckungselementen, Korridore für Fahrzeuge und keine Flaschenhälse, um immer einen guten Flow zu gewährleisten. Jetzt muss DICE beweisen, dass sie das auch heute noch draufhaben!

Fokus auf den Multiplayer

Um das Battlefield-Schiff wieder auf Kurs zu bringen, sollte in meinen Augen wieder der klassische Multiplayer im Mittelpunkt der Entwicklung stehen – denn er ist das Herzstück von Battlefield und die tragende Säule der Marke. Ich bin felsenfest überzeugt: Wenn der Multiplayer umfangreich ist, gut funktioniert und Spaß macht, würden Battlefield-Fans die Tatsache, dass es keine Kampagne oder keinen Sandbox-Modus wie Portal gibt, ohne zu zögern verzeihen!

Battlefield 2042 - Release-Fazit: Unfertig und raus damit! 17:29 Battlefield 2042 - Release-Fazit: Unfertig und raus damit!

DICE und EA müssen ihre Prioritäten neu ordnen: Statt zu versuchen, an allen Fronten gleichzeitig zu gewinnen, braucht der Multiplayer alle Ressourcen und sämtliche Aufmerksamkeit, die er nur kriegen kann.

Deshalb: Schluss mit Singleplayer-Kampagnen wie den halbgaren War Storys. Schluss mit Experimenten wie Hazard Zone oder dem Firestorm-Modus, die namhaften Battle Royales den Rang ablaufen sollen und nach kurzer Zeit eh wieder eingestellt werden.

Kurz gesagt: Schluss mit all dem unnötigen Ballast, der nur Energie kostet, die besser dort aufgehoben wäre, wo Battlefield wieder glänzen muss – im Multiplayer.

Zuverlässiger Live-Service

Content-Nachschub ist eine Dauerbaustelle für Battlefield: Schon BF5 konnte seinen DLC-Zeitplan nur selten einhalten, lieferte zu wenige Maps zu spät ab – und dann auch noch im kaputten Zustand! Erst mit dem gelungenen Pazifik-Update schien es wieder in die richtige Richtung zu gehen und genau dann wurde der Support zugunsten von BF2042 eingestellt.

Dort wiederholt sich jetzt die Geschichte von damals: Seasons werden verschoben, neue Maps kommen im Schneckentempo nach (für Season 2 wurde erneut nur eine neue Karte bestätigt) und die Waffenauswahl ist neun Monate nach Launch noch immer um ein Vielfaches kleiner als das Startarsenal von BF4 oder BF3.

Das Pazifik-Update eröffnete eine neue Front und lieferte damit den Content-Nachschub, den sich viele BF5-Spieler gewünscht hatten. Kurz darauf wurde die Entwicklung beendet. Das Pazifik-Update eröffnete eine neue Front und lieferte damit den Content-Nachschub, den sich viele BF5-Spieler gewünscht hatten. Kurz darauf wurde die Entwicklung beendet.

Währenddessen ziehen Konkurrenten wie Fortnite, Apex Legends oder Call of Duty mit einem kontinuierlichem Strom an neuen Events, Waffen, Spielfiguren, Maps & Co. gnadenlos an DICE und EA vorbei. Es wird endlich Zeit für zuverlässige und robuste Live-Service-Strukturen, damit Battlefield-Fans in Zukunft in einem angemessenen Rhythmus mit neuen Inhalten versorgt werden.

Community-Kontrolle

Eine der größten Stärken und mächtigsten Waffen der Battlefield-Reihe scheint über die Jahre verloren gegangen zu sein: Community-Werkzeuge. Für den nächsten Teil wird es höchste Zeit, dass wir Fans wieder die Kontrolle übernehmen können.

Kontrolle über private Server zur Miete, auf denen wir eigene Regeln festlegen können. Kontrolle über Cheater, die wir per Votekick einfach selbst rauswerfen. Kontrolle über das Matchmaking, indem wir im Serverbrowser eben selbst auswählen, auf welche Map wir gerade Lust haben. Und auch Kontrolle über unser Umfeld mit eigenen Clans und Platoons, in denen sich Gleichgesinnte zusammentun können.

Wenn die Battlefield-Macher wieder ihren Fans vertrauen, dann werden sie auch vielleicht irgendwann wieder in die Marke vertrauen. Fest steht nur eins: Der Ball liegt jetzt auf der Seite von DICE und EA. Und ich bin sehr gespannt, in welche Richtung sie ihn zurückspielen werden.

Falls ihr euch übrigens überlegt, wieder zu einem BF-Klassiker zurückzukehren: Mein Kollege Tillmann hat im Selbstversuch ausprobiert, ob man Battlefield 4 auch 2022 noch gut spielen kann

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