CoD 2020: "Ich freue mich auf Black Ops: Cold War - und habe Angst"

Meinung: Noch vor der offiziellen Ankündigung des nächsten Call of Duty, ist schon eine Menge bekannt. Und was wir wissen, lässt Phil zwiegespalten zurück.

von Philipp Elsner,
28.07.2020 14:02 Uhr

Vermutungen zum Vietnam-Szenario von CoD 2020 hatte der bekannte Journalist Jason Schreier bereits im April geäußert. Vermutungen zum Vietnam-Szenario von CoD 2020 hatte der bekannte Journalist Jason Schreier bereits im April geäußert.

In der Geschichte von Call of Duty wurde kein Teil später im Jahr angekündigt als das aktuelle Black Ops: Cold War. Trotzdem kennen wir neben dem Titel aber schon haufenweise weitere Details zum neuen Call of Duty.

Was Leaker und Dataminer bisher zutage gefördert haben, lässt mich hoffen, aber auch bangen. Denn manches klingt vielversprechend, anderes wie ein Rückschritt von CoD: Modern Warfare.

Warum ich mich so freue

Im Gegensatz zum Vorgänger, wird Call of Duty 2020 aller Voraussicht nach nicht (nur) in der Gegenwart spielen, sondern mit dem Kalten Krieg eine ganze Ära abdecken. Das eröffnet unglaublich viele Möglichkeiten in Sachen Story (denn Black Ops: Cold War bekommt wieder eine vollwertige Singleplayer-Kampagne), aber verspricht auch eine breite Vielfalt an Multiplayer-Karten.

Dem Vernehmen nach könnte Cold War nämlich mehr als 40 Jahre in einem globalen Konflikt der Supermächte abbilden. Was das für Türen öffnen würde! Von eher offensichtlichen Schauplätzen wie Korea oder Vietnam, über die Kubakrise bis hin zu den bewaffneten Auseinandersetzungen in Afghanistan und im Kongo.

Schon das erste Black Ops von 2010 führte uns an die unterschiedlichsten Orte. Schon das erste Black Ops von 2010 führte uns an die unterschiedlichsten Orte.

Besonders spannend wäre außerdem natürlich Deutschland als Ort des Geschehens: Mauerbau, Spionage, Panzer am Checkpoint Charlie - hier standen sich Ost und West, Sowjetunion und USA gegenüber! Das erzählerische Potenzial ist endlos.

Die geleakte Liste der Missionen macht jedenfalls Hoffnung: Hier ist vom russischen Geheimdienst KGB, von Überwachung in Deutschland und vietnamesischen Gefangenenlagern die Rede. Im Multiplayer könnte es uns den Leaks zufolge unter anderem nach Moskau, Miami und ans Schwarze Meer verschlagen, wo der Eiserne Vorhang verlief und es zu Zwischenfällen zwischen US Navy und der russischen Marine kam.

All das stimmt mich zumindest optimistisch, dass CoD 2020 erzählerische, optisch aber auch in puncto Gameplay (Waffen, Fahrzeuge und Themen) viel mehr Abwechslung bieten könnte als Modern Warfare mit seinen austauschbaren Lagerhäusern, Wüsten und Militärbasen.

Warum ich so skeptisch bin

Modern Warfare hat 2019 den Multiplayer der Reihe mit einigen sinnvollen Neuerungen ergänzt und zugleich überflüssigen Ballast über Bord geworfen. Die reduzierte Minimap, das Mounting-System (Auflegen von Waffen) und die interaktiven Türen entschleunigten das Gameplay ein wenig und brachten auch einen Hauch Taktik in die hektischen Gefechte. Und so wie es aussieht, wirft Black Ops: Cold War vieles davon nun wieder über Bord.

Über den Autor: Eigentlich hat Phil seine Shooter ganz gern im modernen Militär-Setting, aber ein Vietnam-Spiel dürfte auch mal wieder sein. Vor allem Shooter wie Vietcong haben gezeigt, wie viel Atmosphäre in dem Szenario stecken kann. Spätestens seit dem Vietnam-Addon für Bad Company 2 (hach, waren das Zeiten), scheint das Setting leider komplett out zu sein. Aber Phil erinnert sich, als sei es gestern gewesen, wie er in Battlefield Vietnam per Transportheli Panzer auf feindliche Truppen geworfen und fiese Punji-Fallen im Wald versteckt hat.

Wie aus zuverlässigen Quellen hervorgeht, streicht Entwickler Treyarch beim Sprint die Ausdauer-Begrenzung, entfernt das Mounting von Waffen sowie Türen und bringt die alte Minimap zurück. All das dürfte CoD wieder deutlich schneller und auch chaotischer machen, befürchte ich.

Da man Feinde beim Schießen immer auf der Minimap sehen kann, wird wieder mehr nach Karte und weniger nach Gehör gespielt, taktische Entscheidungen dürften eine kleinere Rolle spielen. Die angenehm kurze Time to Kill aus Modern Warfare ist wohl ebenfalls passé, denn in Black Ops: Cold War sollen wir mit 150 HP statt 100 unterwegs sein. Wer wie ich das Modern-Warfare-Gameplay im Laufe des letzten Jahres lieben gelernt hat, muss sich also wahrscheinlich gründlich umstellen.

Endlose Kombinationsmöglichkeiten: Eines der coolsten Features aus dem aktuellen CoD ist der Gunsmith. Endlose Kombinationsmöglichkeiten: Eines der coolsten Features aus dem aktuellen CoD ist der Gunsmith.

Besonders würde mich aber der Verlust des Gunsmith schmerzen, der in CoD 2020 angeblich nicht mehr auftauchen soll. Das Herumbasteln an den Waffen und Experimente mit verschiedenen Kombinationen von Aufsätzen, Mündungen, Visieren und Co. ist für mich auch nach vielen Monaten noch immer ein Highlight von CoD MW. Kommen Pick-10 oder Create-A-Class tatsächlich aus den alten Black-Ops-Teilen zurück, wäre das in meinen Augen ein klarer Rückschritt zu dem hervorragend einfachen und doch so tiefen System von Modern Warfare.

Welche meiner Hoffnungen und Befürchtungen für Black Ops: Cold War wirklich wahr werden, wird sich noch herausstellen müssen. Ein Reveal-Termin für das neue Call of Duty ist bisher nicht in Aussicht. Und so wie es aussieht, wird es auch keinen geben: Ich rechne inzwischen fest mit einem Enthüllung innerhalb von Warzone.

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