Platz 10: Tomb Raider 4: The Last Revelation (1999) | Tomb Raider Remasterd 4-6
PLUS
2:04
Tomb Raider 4: The Last Revelation - Test-Video
Release: Dezember 1999 | Plattform: PC, PSX, Dreamcast | Entwickler: Crystal Core Design
Dimitry Halley: Tomb Raider 4 hat bis heute eines der besten Tutorials, die ich je in einem Spiel erlebt habe. Nachdem Lara Croft seit drei Teilen als unverwüstliche Action-Heldin über halbsbrecherische Abgründe springt und mörderische Feinde zum Frühstück verspeist, starte ich in The Last Revelation als 16-jährige, unerfahrene Teenie-Lara in den Ruinen von Ankor Wat, wo Mentor Werner von Croy mir die Grundlagen beibringt. Das Coole daran: Ich kann selbst entscheiden, ob ich den seichten Hindernisparcours oder eine super schwierige Härteprüfung wähle! Und danach muss ich meinen Lehrer in der zusammenstürzenden Ruine zurücklassen! Was ein Auftakt!
Tomb Raider 4 wird aus zwei Gründen nicht mehr groß in den Annalen der Gaming-Geschichte erwähnt: Es war das vierte sehr ähnliche Tomb Raider in vier Jahren und spielte sich bisweilen ein bisschen trocken. Das ist zum einen ein Wortwitz, weil Tomb Raider 4 komplett im sandigen Ägypten stattfindet, aber auch ein bisschen Gameplay-Fazit: In Tomb Raider 4 wurde sehr viel in Ruinen gerätselt, ich musste sehr viele Kisten schieben, sehr viele Schalter betätigen. Und das, nachdem Teil drei in seinen Schauplätzen extrem viel Abwechslung geboten hat.
Aber ich ganz persönlich liebe Tomb Raider 4, gerade weil es so einen klaren Fokus hat. Ich tauche tiefer und tiefer in die Welt der alten Ägypter ein, lerne die Götter und Mysterien kennen, erweitere mein Waffenarsenal und bugsiere Lara durch ein Abenteuer, das technisch immerhin ein bisschen besser aussah als die drei Vorgänger.
Und verflucht nochmal, ich respektiere bis heute jeden Menschen, der in diesem Spiel ohne Guide alle Geheimnisse findet!
Platz 9: Tomb Raider (1996) | Tomb Raider Remastered 1-3
Im Remaster können wir zwischen alter und neuer Grafik umschalten.
Release: Oktober 1996 | Plattform: PC, PlayStation, Sega Saturn | Entwickler: Core Design
Nils Raettig: Ich muss zugeben, dass ich gar nicht mehr genau weiß, ob ich Tomb Raider 1 damals je ganz durchgespielt habe. Bleibenden Eindruck hat es aber in jedem Fall bei mir hinterlassen.
Ich fand es zwar ganz schön schwer und teils auch frustrierend. Das lag aber primär an der für meinen Geschmack zu hakeligen Steuerung. In Kombination mit der nicht optimalen Bildrate auf meinem damaligen PC sorgte das für viele Bildschirmtode - die natürlich in keiner Weise selbst verschuldet waren!
Es hat aber dennoch viel Spaß gemacht, die dreidimensionale Spielwelt zu erkunden, zumal dieser Blickwinkel damals im Gegensatz zu heute keine Selbstverständlichkeit war. Da ich außerdem sowohl Indiana Jones als auch Jump’n’Runs geliebt habe und es nie schadet, wenn man auch ein wenig herum ballern kann, traf Tomb Raider einen Nerv bei mir.
Ich habe sogar mal in unserer Schülerzeitung »Musterjültisch« einen Artikel darüber geschrieben. So ganz genau weiß ich heute aber nicht mehr, worum es dabei ging. Dass ich später mal gerne im Gaming-Kosmos schreiben will, war mir aber schon zu der Zeit klar. Und jetzt sitze ich 26 Jahre später da und tippe für die GameStar diese Zeilen. Der Kreis hat sich also endlich geschlossen!
Platz 8: Rise of the Tomb Raider (2015)
3:56
Rise of the Tomb Raider - Test der PC-Version
Release: November 2015 | Plattform: PC, PS4, Xbox One | Entwickler: Crystal Dynamics
Peter Bathge: Bei 82% habe ich schweißüberströmt aufgegeben. Relikte finden, Münzen ausgraben, Grabinschriften entziffern, Truhen aufbrechen, Dokumente durchstöbern, Survival-Rucksäcke untersuchen, Nebenmissionen absolvieren, Gräber plündern und Herausforderungen abschließen. Dazu noch Federn und Holz aufklauben, Tiere ausweiden, Erze aus dem Gestein brechen und Beeren pflücken: Die Nebenbeschäftigungen in Rise of the Tomb Raider sind der Wahnsinn, und das im doppelten Sinne.
In vielerlei Hinsicht ist der Russland-Ausflug von Lara ein Upgrade zum Serien-Neustart von 2013: Es gibt größere Open-World-Hubs, mehr und komplexere Rätselgräber, dazu eine über jeden Zweifel erhabene Grafik. Aber so gut mir das extrem motivierende Gameplay mit all seinen Rollenspielelementen gefallen hat, so satt war ich dann auch nach 25 Stunden Open-World-Sammelwahn. Aber immerhin: Das virtuelle Durch-den-Schnee-Stampfen ist hier so herrlich animiert wie sonst nur in der Uncharted-Serie.
Link zum Podcast-Inhalt
Platz 7: Tomb Raider 3: Adventures of Lara Croft (1998) | Tomb Raider Remastered 1-3
PLUS-Archiv
2:29
Tomb Raider 3: Adventures of Lara Croft - Test-Video
Release: November 1998 | Plattform: PC, PlayStation | Entwickler: Crystal Dynamics
Natalie Schermann: Wenn ich an Tomb Raider 3 denke, schießt mir sofort eine ganz bestimmte Erinnerung in den Kopf. Unser Wohnzimmer ist vollgestellt mit zusammengeschobenen Zimmerpflanzen und ich kämpfe mich mit geflochtenem Zopf und Plastik-Pistole durch den hauseigenen Dschungel, um hinter der Couch auf ein uraltes Relikt zu stoßen. Was soll ich sagen? In der Grundschule war ich einfach Hardcore-Lara-Fan. Und das dritte Spiel der Reihe war zu großen Teilen Schuld daran!
Während für mich Tomb Raider 3 das weiterführte, was mich schon an Teil 2 begeistert hat, traten bei vielen Spielern hier schon erste Ermüdungserscheinungen auf. Denn wirklich neu war an Tomb Raider 3 nicht viel - außer natürlich die Tatsache, dass sich Lara jetzt auch ducken und durch hüfthohe Höhlen kriechen konnte.
Adventures of Lara Croft machte Spaß. Die unterschiedlichen Reiseziele wie der indische Dschungel (bis heute mein liebstes Tomb Raider-Setting!), der Canyon in der Wüste Nevadas oder Antarktika waren sehr abwechslungsreich und brachten auch immer wieder neue Elemente ins Spiel - wie etwa den Treibsand in der Wüste, das Quad-Bike oder das tödliche Eiswasser, in dem Lara im Gegensatz zum Vorgänger nicht mehr lange schwimmen konnte.
So viele warme Erinnerungen ich mit dem Action-Spiel auch verbinde: Tomb Raider 3 markierte auch den Punkt, an dem die Entwickler langsam anfangen mussten, sich Gedanken um die Zukunft der Reihe zu machen. Das Erfolgsrezept von Lara Croft schöpfte sich nämlich so langsam aus. Dass aber Tomb Raider 4 nicht zum innovativen Retter der Serie wurde, zeigt unser Platz 10.
Platz 6: Tomb Raider: Underworld (2008)
4:46
Tomb Raider: Underworld - Test-Video zu Laras neuem Abenteuer
Release: November 2008 | Plattform: PC, PS3, Xbox 360, Wii, PS2 | Entwickler: Crystal Dynamics
Heiko Klinge: Ja, der Reboot war die Wiederbelebung von Tomb Raider und Legend die Neuerfindung. Underworld wird dabei gern vergessen, ist aber für mich der Serienteil, der am besten rüberbringt, was Tomb Raider für mich ausmacht. Weshalb ich ihn persönlich auch einige Plätze höher eingestuft hätte.
So fuhr Underworld den Action-Anteil gegenüber dem direkten Vorgänger deutlich zurück und fokussierte sich wieder mehr aufs Klettern und Rätseln, was mir in Tomb Raider schon immer mehr Spaß gemacht hat. Es gab nicht mal mehr klassische Bosskämpfe, einen Riesenkraken konnte ich nur mit Grips besiegen.
Trotzdem oder gerade deswegen zählt diese Auseinandersetzung für mich zu den coolsten Momenten der Seriengeschichte. Statt stumpf zu ballern musste ich hier erst eine riesige Steinplattform aus ihrer Verankerung lösen, um sie dann mittels Laras neuer Haftminen auf den Kopf des Kraken plumpsen zu lassen. Großartig! Auch andere Level wie die spektakuläre Kletterflucht von einem untergehenden Tanker haben sich für immer in mein Hobbyarchäologen-Gedächtnis eingebrannt.
Zugegeben, die neuen Unterwasser-Abschnitte zählen nicht zu den Serien-Highlights, und deren schematische Sonarkarte würde bei den schlechtesten Minimaps aller Zeiten garantiert ganz weit vorne landen, falls wir dazu jemals ein Ranking machen.
Dafür liefert Underworld einen Tomb-Raider-Spitzenwert in Sachen Sightseeing. Statt sich wie die letzte Trilogie nur auf eine Region zu fokussieren, gibt’s hier das volle Programm an Traumurlaubszielen – vom Mittelmeer über Thailand und Mexiko bis ins Polareis. Underworld ist auch heute noch eine Reise wert!

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