Dead Space 2 - Vier Millionen Verkäufe, trotzdem nicht rentabel

Einem ehemaligen Visceral-Angestellten zufolge, haben die vier Millionen Verkäufe von Dead Space 2 nicht ausgereicht, um die Gewinnschwelle zu erreichen.

von Tobias Ritter,
18.10.2017 09:32 Uhr

Dead Space 2 hat sich rund vier Millionen Mal verkaufen können. Nicht genug offenbar, um den Break-Event-Point zu erreichen. Dead Space 2 hat sich rund vier Millionen Mal verkaufen können. Nicht genug offenbar, um den Break-Event-Point zu erreichen.

Vier Millionen verkaufte Exemplare eines Spiels klingen zunächst nach einem durchaus soliden Verkaufserfolg. Bei Electronic Arts hat diese Zahl aber keine Begeisterungsstürme ausgelöst - das berichtet nun zumindest Zach Wilson, der frühere Level-Designer von Dead Space 2.

Das Horrorspiel habe damals in der Entwicklung rund 60 Millionen US-Dollar gekostet, verrät Wilson auf Twitter. In einem späteren Beitrag schiebt er nach, dass man außerdem rund 60 Millionen US-Dollar für die Vermarktung ausgegeben und Teile der Einnahmen an Microsoft und den Einzelhandel abgegeben habe.

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Später gibt der heute bei Bethesda angestellte Designer allerdings zu, die genauen Zahlen gar nicht im Detail zu kennen. Seine Erfahrungswerte seien jedoch, dass Marketing-Ausgaben stets ähnlich hoch seien wie die Entwicklungskosten.

Mindestens fünf Millionen Verkäufe notwendig?

Wie hoch die Verkaufszahlen bei einer High-Budget-Produktion tatsächlich sein müssen, um den sogenannten Break-Even-Point (Gewinnschwelle) zu erreichen, zeigt übrigens die Aussage eines Industrie-Analysten aus dem Jahr 2013. Billy Pidgeon stellte damals die Rechnung auf, dass sich Blockbuster-Spiele wie Tomb Raider oder eben auch Dead Space 2 zwischen fünf und zehn Millionen Mal verkaufen müssten, um Gewinne abzuwerfen.

Auch wenn Dead Space 2 an diesem Ziel gescheitert ist, gab Electronic Arts als Geldgeber und Publisher grünes Licht für einen Nachfolger. Dead Space 3 sollte dann mit einer für die Serie neuartigen Koop-Mechanik die Massen begeistern. Außerdem sollten Mikrotansaktionen für zusätzliche Umsätze sorgen.

Auch das schlug jedoch fehl: Im Rahmen der Bekanntgabe seiner Geschäftszahlen für das Fiskaljahr 2013 gab Electronic Arts zu, dass der dritte Teil der Science-Fiction-Horror-Sage die Verkaufserwartungen nicht erfüllt habe.

Visceral Games dicht gemacht

Ob es jemals einen weiteren Teil geben wird, steht jetzt noch mehr denn je in den Sternen: Das zuständige Entwicklerstudio Visceral Games wurde geschlossen. Grund dafür dürfte die konzeptionelle Ausrichtung des Star-Wars-Projekts von Visceral als Singleplayer-Spiel gewesen sein, die Electronic Arts offensichtlich für nicht mehr tragfähig hielt.

Mehr dazu:EA macht Visceral Games dicht - Star Wars Action-Adventure verschoben

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