Server-Probleme bei Diablo 2 Resurrected: Blizzard erklärt, was schief lief

Server down bei Diablo 2? Die letzten Tage über hatten Spieler mit massiven Login- und Server-Problemen zu kämpfen. Nun äußert sich Blizzard.

von Sören Diedrich, Elena Schulz,
15.10.2021 14:07 Uhr

Schon seit dem Release wird Diablo 2: Resurrected von wiederkehrenden Server-Problemen geplagt, die den Login ins Battle.net verhindern. Obwohl man die Server mehrmals für längere Zeit in den Wartungsmodus versetzt hat, klagen Spieler immer wieder über Probleme. Blizzard wird der Lage einfach nicht Herr.

An dieser Stelle halten wir euch über Server-Downs, den allgemeinen Serverstatus und Login-Probleme auf dem Laufenden. Wir haben auch bei Blizzard angefragt, ob man dort bereits weiß, weshalb sich die Situation nicht dauerhaft bessert. Eine direkte Antwort bekamen wir nicht, aber der Publisher veröffentlichte ein allgemeines Statement dazu, wie man gegen die instabilen Server vorgeht und was die Spieler in Zukunft erwartet.

Mehr dazu lest ihr gleich hier oben, während darunter der momentane Server-Status (springt einfach über den Link dorthin) und mehr Infos zu den Problemen folgen.

Wollt ihr euch über die Qualität des Remasters informieren, seid ihr wiederum in unserem Test richtig:

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Lange Wartezeiten lassen sich zudem wunderbar mit Guides überbrücken. Zum Beispiel mit dem großen Leitfaden für (Wieder)Einsteiger oder den Build Guides zu Zauberin und Nekromant, falls ihr in die Fußstapfen von Totenbeschwörer Maurice treten wollt.

Letztes Update: 15. Oktober 2021
Das ist neu: Statement von Blizzard

Das sagt Blizzard zu den Server-Problemen

Der Entwickler erklärt die anhaltenden Server-Ausfälle und Login-Schwierigkeiten so:

Unsere Server-Ausfälle wurden nicht von einem einzelnen Problem verursacht; wir beheben jede Schwierigkeit, wenn sie auftritt, indem wir Lösungen und langfristige Änderungen an der Architektur implementieren. Ein kleiner Teil der Spieler verlor Charakterfortschritt, aber jeder Verlust durch Server-Abstürze sollte auf wenige Minuten beschränkt sein. Das ist für uns keine wirkliche Lösung, weshalb wir weiter an dem Problem arbeiten. Unser Team tut gemeinsam mit Hilfe von anderen bei Blizzard alles dafür, dass das Spielerlebnis sich für alle gut anfühlt.

PezRadar, Community Manager bei Blizzard

Der alte Code ist Schuld: Diablo 2 zerbricht an modernem Spielverhalten

Um dem Original möglichst treu zu bleiben, bewahrte Blizzard auch den Legacy Code von Diablo 2. Der ist aber überhaupt nicht darauf ausgelegt, mit Spielerzahlen und -verhalten umzugehen, wie wir es heute kennen.

Konkret geht es um einen Aspekt davon, der Spielerstellung und -beitritt, Spiellisten, Servergesundheit, Charakterinformationen auf der Datenbank und mehr regelt. Dieser Service ist auf eine Instanz beschränkt, um zu garantieren, dass jeder Spieler nur aktuelle Informationen erhält. Blizzard modernisierte ihn zwar, das reichte aber wohl nicht aus.

Sind viele Guides ein Problem? Viele gehen laut Entwickler das Spiel anders an als früher und nutzen Tipps, um möglichst effizient voranzukommen. Das beinhaltet manchmal auch viele Charaktere zu erstellen, zu laden und wieder zu löschen. Damit rechnete man natürlich, allerdings nicht in dem Ausmaß, in dem die Spieler letztlich seltenen Items und mehr nachjagten.

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So gehen die Entwickler weiter vor

Auf diesem Weg will Blizzard in Zukunft Probleme dieser Art vermeiden und die Server von Diablo 2: Resurrected online halten:

  • Rate Limiting: Wer für bestimmte Spiel-Strategien zig neue Spiele startet und wieder löscht, wird sich bald mit einem Limit konfrontiert sehen, das genau das verhindert und auf ein Server-Problem verweist - diesmal aber ein bewusst einkalkuliertes. Das soll nur für den Moment so bleiben und dafür sorgen, dass das Spielerlebnis für andere nicht eingeschränkt wird.
  • Login Queue Creation: New-World-Spieler kennen es - statt sich gleich ins Spiel einzuloggen, landet man beim Versuch in einer unterschiedlich langen Warteschlange, über die der große Spieleransturm nach und nach auf die Server geleitet wird. Das blüht nun auch denen, die gerne Monster in Diablo 2 verkloppen. Das klingt natürlich wenig erfreulich, soll die Server aber online halten und den Entwicklern helfen, Probleme zu erkennen und zu beheben, bevor das Spiel komplett ausfällt. Rechnet in den nächsten Tagen damit.
  • Funktionen aufteilen: Blizzard will sehr ausgelastete Spiel-Services in kleinere aufteilen, um sie zu entlasten und potenziell große Fehlerquellen zu minimieren.
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Chronologie der Server-Ausfälle bei Diablo 2 Resurrected: Das ist passiert

Auf einzelne Ursachen runterbrechen und damit schnell beseitigen, lassen sich die regelmäßigen Server-Probleme nicht. Blizzard bemüht sich trotzdem, noch weiter ins Detail zu gehen für alle, die die technischen Fakten interessieren:

  • Für den Kontext: Es gibt eine globalen Datenbank, die für sämtliche Spieler Charakter-Informationen und Fortschritt speichert. Eine kaum zu stemmende Last, die deshalb auf weitere Standorte in den jeweiligen Regionen (NA, EU und so weiter) aufgeteilt wird. Die berichten dann regelmäßig an die Haupt-Datenbank.
  • Am 9. Oktober begannen die Ausfälle, die sich damals auf einen großen Spieleranstieg zurückführen ließen, der die Server in die Knie zwang. Der Umstand wurde noch durch ein frisch aufgespieltes Update verschlimmert, welches Blizzard deshalb zurücknahm.
  • Am 10. Oktober steigerten sich die Spieler aber noch weiter und die Maßnahmen reichten nicht, um die Server zu stabilisieren. Die globale Datenbank wurde dabei stetig von den anderen Standorten angefunkt, die versuchten, wieder eine Verbindung herzustellen. Das überlastete sie weiter und führte dazu, dass sie die Änderungen des Entwicklers nicht übernehmen konnte. Blizzard ging deshalb auch dieses Problem an.
  • 11. Oktober: Dass Diablo 2 dann schnell wieder online ging, war nicht nur von Vorteil. Weil viele Spieler aktiv waren, lud Blizzard weitere Fixes für Code und die allgemeine Konfiguration zunächst auf eine Backup-Datenbank und wollte sie am Montag übertragen. Das erzeugte einen erneuten Server-Ausfall, weil die zweite Datenbank fälschlicherweise parallel versuchte, weiterhin ein Backup anzufertigen, statt nur die neuen Daten zu übertragen. Blizzard entdeckte derweil noch weitere Fehler und behob einen Großteil.
  • 12. Oktober: Die scheinbar gelösten Probleme traten zu einem Spielerhoch am Dienstag aber wieder auf - die Datenbank war erneut überlastet. Das Team untersucht die Ereignisse und hofft auf eine schnelle Lösung. Außerdem sollen die einzelnen Server in Zukunft deutlich seltener an die globale Datenbank berichten.

Den kompletten Blog-Post könnt ihr direkt bei Blizzard nachlesen. Leidet ihr selbst unter Problemen, könnt ihr sie im offiziellen Forum oder unter den Bug Reports melden. Sogar Fehler aus dem Original sind zum Teil noch im Spiel, weil das Remaster vor allem an der Optik schraubt:

Diablo 2: Resurrected - Das Remaster im Grafikvergleich ansehen

Wie konnten Charaktere und Fortschritt verloren gehen?

Aus dem oben genannten Aufbau ergibt sich auch der verlorene Charakterfortschritt für manche Spieler. Während der Ausfälle blieben einige Charaktere in den regionalen Datenbänken stecken. Man konnte sie nicht auf den globalen Server übertragen und hatte nur zwei Möglichkeiten: Die Informationen auf der globalen Datenbank zu nutzen und die regionalen Infos zu überschreiben oder das Spiel auf unbestimmte Zeit offline zu nehmen und die Daten über ein Skript zu übertragen.

Man entschied sich für Ersteres, um Diablo 2: Resurrected am Laufen zu halten und entschuldigt sich bei allen betroffenen Spielern.

Das ist der aktuelle Stand

Aktueller Server-Status: Hier erfahrt ihr, ob die Server von Diablo 2: Resurrected gerade down sind.

  • 15. Oktober 14:30 Uhr: Die Server sind online, allerdings gibt es von Blizzard noch keine Entwarnung wegen der hohen Latenzen und Verbindungsproblemen.
  • 14. Oktober, 16:00 Uhr: Diablo-Spieler sind weiter mit Schwierigkeiten konfrontiert. Aktuell dominieren hohe Latenzen und Verbindungsprobleme. Blizzard sucht nach der Fehlerquelle und schränkte zwischenzeitlich Login oder das Erstellen neuer Charaktere ein.
  • 13. Oktober, 18:00 Uhr: Ein neuer Tag, neue Login-Probleme: Auch heute meldet Blizzard wieder Probleme mit den Servern. Zahlreiche Spieler können sich nicht einloggen, werden aus dem laufenden Spiel geworfen oder schauen auf eine leere Charakterauswahl. Wie lange die Probleme diesmal andauern, bleibt abzuwarten.
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  • 13. Oktober 2021, 10:18 Uhr: Gemäß Blizzards Kundensupport wurden die Probleme beim Login behoben. Bei einem Selbstversuch auf dem PC konnten wir uns tatsächlich problemlos einloggen und auch alle Charaktere waren noch vorhanden. Allerdings häufen sich in den sozialen Netzwerken die Meldungen, dass es nach einem Update auf der PlayStation 5 zu Login-Schwierigkeiten kommt. Eine offizielle Stellungnahme gibt es derzeit noch nicht.
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  • 12. Oktober 2021, 18:20 Uhr: Blizzard ist laut dem neusten Tweet bereits an einer langfristigen Lösung zum aktuellen Problem. Weitere Updates sollen folgen:
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  • 12. Oktober 2021, 16:30 Uhr: Obwohl Blizzard die Server erst gestern für mehrere Stunden vom Netz genommen hatte, scheinen die Probleme nicht ausgemerzt zu sein. In den sozialen Medien häufen sich die Beschwerden zahlreicher Spieler, bei denen der Login schon wieder nicht klappt und sogar Charaktere komplett verschwunden sind. Mittlerweile hat auch Blizzard selbst die neuen Probleme bestätigt und bittet um Geduld:
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Die Spieler reagieren mit Frust

Wo genau der Quell allen Übels auf den Blizzard-Servern liegt, ist nicht bekannt. Viele Betroffene werfen dem Entwickler vor, mit den Kapazitäten zu geizen. Auch eine mangelhafte technische Infrastruktur allgemein zählt zu den geäußerten Vermutungen.

Letzten Endes wird es die meisten Betroffenen gar nicht interessieren, woran es liegt: Sie können erneut nicht spielen, und das sorgt mittlerweile für reichlich Frust. Auf Twitter entlädt sich dieser in Form von zornigen Antworten auf die Tweets von Blizzard. Vor allem die plötzlich leeren Charakterfenster sorgen für Unmut:

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Ein entnervter User fordert kurzerhand eine Rückerstattung des Kaufpreises, da er nun zum wiederholten Male nicht online spielen kann:

Tut mir leid, aber es ist vorbei. Ich bin gerade von der Arbeit gekommen, um eine Stunde zu spielen, etwas zu leveln und dabei zu entspannen, und schon wieder sind sie [die Server] down. Ich habe 40 Euro dafür bezahlt, und nein, ich möchte nicht Offline-Charaktere spielen, weil ich mit Freunden spielen will. Ich möchte eine Rückerstattung.

Quelle: Meto R. via Twitter

Andere Spieler äußern ihre Bedenken im Hinblick auf den Launch von Diablo 4 - immerhin dürfte der kommende Ableger noch mehr Spieler anlocken, was für noch größere Serverlast sorgt:

Ich frage mich, wie der Release von Diablo 4 ablaufen wird. Definitiv mehr Spieler (oder auch nicht, wenn das hier [die Probleme] andauert) und ein riesiges Spiel im Vergleich zu Diablo 2: Resurrected. Können wir @BlizzardCSEU_EN vertrauen, das Spiel am Laufen zu halten anstatt dieses Theater erneut mitmachen zu müsen?

Quelle: teddie via Twitter

Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr ebenfalls schon die unliebsame Begegnung mit einer leeren Charakterauswahl machen müssen? Oder traten bei euch andere Probleme im Zusammenhang mit den instabilen Servern auf? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!

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