Diablo 2: Resurrected - Für Patch 2.4 verändert Blizzard das, was jahrelang als heilig galt

Nach über elf Jahren soll Patch 2.4 zum ersten Mal wieder an der Balance der Klassen-Builds schrauben. Wir konnten mit den Entwicklern über die Ankündigung sprechen. Alle wichtigen Infos im Überblick.

von Natalie Schermann,
26.01.2022 14:15 Uhr

Update 26. Januar 2022: Infos zum PTR für Patch 2.4 ergänzt. So könnt ihr teilnehmen.

Diablo-Veteranen müssen jetzt stark sein. Nach Patch 1.13c aus dem Jahr 2010 wurde lange nichts an der Balance von Diablo 2 verändert. Ob Hammerdin, Plague Javazon oder Static/Nova Sorc: Fans haben sich schon längst auf ihre liebsten Builds festgelegt und können Skillpunkte und Ausrüstung im Schlaf verteilen.

Doch nun schraubt Entwickler Vicarious Visions doch tatsächlich an der Balance der Klassen-Builds in Diablo 2: Resurrected herum. Patch 2.4. soll mehr Freiheit bei der Build-Gestaltung ermöglichen. Verbesserungen von (wenig genutzten) Fähigkeiten, neue Runenwörter, neue Set-Items und Horadrim-Rezepte sollen die Klassen-Builds vielfältiger gestalten und Spieler zum Experimentieren anregen. 

Wir durften bereits im Vorfeld mit Studio Design Director Robert Gallerani und Senior Game Producer Matthew Cederquist über die Ankündigung des Patches sprechen. Alle wichtigen Infos fassen wir für euch in diesem Artikel zusammen.

PTR für Patch 2.4 gestartet

  • Startdatum: 25. Januar 2022
  • Was könnt ihr im PTR testen? Änderungen an der Klassenbalance, neue Runenwörter, neue Horadrim-Rezepte, Änderungen an den Söldnern und noch andere Gameplay-Tweaks.
  • Was ist mit der Ladder? Diese wird im PTR noch nicht eingeführt. Wann D2R endlich seine Ladder-Seasons bekommt, bleibt also weiterhin unklar.

Weitere Infos findet ihr im offiziellen Blog-Eintrag zum PTR.

So könnt ihr teilnehmen

Voraussetzung für die Teilnahme am PTR ist ein nicht vorbelasteter Battle.net-Account, eine Version von Diablo 2: Resurrected und die Desktop-App des Blizzard Battle.net.

  1. Startet die Desktop-App und öffnet die Seite von Diablo 2: Resurrected. 
  2. Links unten findet ihr direkt über dem »Spielen«-Button ein Dropdown-Menü. Wählt hier »Öffentlicher Testrealm (PTR)« aus. 
  3. Klickt nun auf »Installieren« und folgt den Installationsanweisungen.
  4. Euer PTR-Account wird automatisch erstellt, falls ihr noch keinen habt.

Die wichtigsten Infos im Überblick

Was soll Patch 2.4 beinhalten?

  • Änderungen der Balance von Klassen und ihren Builds
  • Neue Runenwörter für die Ladder
  • Änderungen an Söldnern
  • Neue Rezepte für den Horadrim-Würfel
  • Neue Set-Items

Wann erscheint Patch 2.4?

Ein genaues Datum für den Release von Patch 2.4. wurde noch nicht genannt. Anhand des gesammelten Feedbacks der PTR-Spieler entscheiden die Entwickler dann, welche Features und Änderungen im Patch erhalten bleiben und welche wieder gestrichen oder überarbeitet werden müssen.

Gelten die Änderungen nur für die Ladder?

Die Änderungen an der Balance der Klassen wirken sich auf das gesamte Spiel aus. Die neuen Runenwörter werden zunächst in den Ladder-Seasons eingeführt. Dort gesammelte Items können aber in Nicht-Ladder-Spiele übertragen werden.

Alle Infos zum letzten Patch 2.3 findet ihr in unserem Übersichtsartikel:

Patch 2.3 ist da und bringt heiß ersehnte Features   122     10

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Änderungen an der Klassen-Balance

Der letzte Patch, der an der Balance von Diablo 2 geschraubt hat, liegt bereits über elf Jahre zurück. Mit Patch 2.4. trauen sich die Entwickler des Remasters nun an Änderungen, die das Spielverhalten alt eingesessener Fans auf den Kopf stellen könnten. 

Aber keine Sorge: »Keine der bestehenden Klassen oder Builds soll generft werden!«, versichert Robert Galleranie, Studio Design Director von Vicarious Visions. »Wir wissen, dass die Leute beispielsweise den Hammerdin lieben und das werden wir ihnen auch nicht nehmen.« Stattdessen soll der Patch andere Builds ermöglichen, die im klassischen Diablo 2 nicht genug Raum hatten, sich zu entfalten. 

»Unser Ziel ist es, den Spielern zu sagen ‘Oh, du willst auf diese Art spielen? Ja, klar, das kannst du machen!’«, fügt Robert hinzu. So sollen Diablo-Fans in Zukunft freier sein bei der Gestaltung ihrer Builds und auch auf Skills zurückgreifen, die sich davor nicht gelohnt haben.

Zum ersten Mal nach über elf Jahren schrauben die Entwickler von Diablo 2: Resurrected an der Klassen-Balance. Zum ersten Mal nach über elf Jahren schrauben die Entwickler von Diablo 2: Resurrected an der Klassen-Balance.

Wie diese Änderungen konkret aussehen werden, verraten die Entwickler noch nicht. Sie geben aber erste Hinweise, was Patch 2.4. für die einzelnen Klassen bringen könnte:

  • Amazone
    Bei der flinken Amazone sehen die Entwickler noch Potenzial, die Nahkampffähigkeiten zu verbessern, indem an ihren Synergien gedreht wird. Gleichzeitig sollen auch bestimmte Skills für Bogen und Armbrust angepasst werden, um den Fernkampf auf schwierigeren Stufen zu verbessern.
  • Assassine
    Hier wollen die Entwickler den Martial Arts-Build hervorheben. Dafür schauen sie sich an, wie das Generieren und Verteilen der Kombo-Punkte verbessert werden kann. Genauso sollen Änderungen - etwa Synergien - an den Fallen-Fähigkeiten folgen, damit Spieler mehr Anreiz haben, Fallen-Builds auszuprobieren.
  • Barbar
    Der Barbar soll mit Patch 2.4 mehr Variationen bei seinen Kampf-Fähigkeiten bekommen. Außerdem sollen Wurfbarbar-Builds optimiert werden, etwa durch Verbesserung der Fähigkeiten Doppelwurf oder Wurf-Beherrschung.
  • Druide
    Die Entwickler sehen vor allem bei den Feuer-Fähigkeiten des Druiden noch viel Luft nach oben. So werden die Zauberverzögerung, physischer Schaden und Synergien auf mögliche Verbesserungen geprüft. Außerdem wird auch an anderen Elementar-Fertigkeiten geschraubt, die bislang zu wenig von den Spielern benutzt wurden. Auch die Steuerung des Arktiswindes soll verbessert werden. Zudem sollen Beschwörungsfertigkeiten besonders auf schwierigen Stufen angepasst werden. So schauen sich die Entwickler in dem Zusammenhang neue Synergien, den Lebensbonus pro Stufenaufstieg, den Schaden und Quality-of-Life-Verbesserungen an. Zuletzt soll auch der Werbär-Skill überarbeitet werden. 

Patch 2.4 soll mehr Freiheiten bei der Build-Erstellung erlauben. Build, die sich im klassischen Diablo 2 nicht gelohnt haben, sollen durch Optimierungen wieder attraktiver werden. Patch 2.4 soll mehr Freiheiten bei der Build-Erstellung erlauben. Build, die sich im klassischen Diablo 2 nicht gelohnt haben, sollen durch Optimierungen wieder attraktiver werden.

  • Totenbeschwörer
    Beim Necromancer wollen sich die Entwickler auf die Beschwörungen konzentrieren, die von Spielern nicht sehr oft benutzt werden. So sollen die Skelett-Magier verbessert und Golems effektiver werden. Zusätzlich sollen Knochen-Skills für höhere Schwierigkeitsstufen optimiert werden. Dafür wird an den Synergien geschraubt. 
    In unserem Plus-Guide findet ihr übrigens die drei besten Builds für den Necromancer.
  • Paladin
    Auch beim Paladin schöpfen laut Entwickler die Spieler nicht alle Fertigkeiten aus. Wenig benutzte Skills wie etwa Himmelsfaust sollen attraktiver werden. Außerdem soll die offensive Aura des Paladins optimiert, der AoE-Schaden auf kurzen Distanzen also effektiver werden. Auch die Fertigkeit Dornen soll verbessert werden, um mehr Schaden auf höheren Leveln zu verursachen. 
    Wie ihr den besten Build für den Paladin skillt, erklären wir euch in unserem Guide.
  • Zauberin
    Bei der Magierin sehen die Entwickler Potenzial, die Rüstungs-Fertigkeiten zu verbessern, um mehr Abwechslung bei Eispanzer, Zitter Rüstung und Frost Rüstung reinzubringen. Neue Skill-Synergien sollen zudem dafür sorgen, dass Spieler mehr mit Blitz-Builds experimentieren. Auch wenig benutzte Feuer-Fähigkeiten wie Hydra sollen optimiert werden. Zuletzt soll auch die Bedienung des Inferno-Skills verbessert werden, damit sich der Kampf nicht mehr so klobig anfühlt.
    Auch für die Zauberin findet ihr bei GameStar Plus einen ultimativen Build-Guide.

Neue Runenwörter

»Wir haben eine Menge neuer Runenwörter geplant«, erzählt Senior Game Producer Matthew Cederquist. Diese wollen die Entwickler Stück für Stück in die Ladder einführen. »In der einen Season wird es vielleicht zwei neue Runenwörter geben, in der nächsten kommen dann noch drei hinzu.« 

Am Ende einer Season werden die Ladder-Charaktere zu Nicht-Ladder-Charakteren umgewandelt und nehmen all ihre erspielten Items mit. In der Truhe öffnen sich dafür drei zusätzliche Tabs mit allen Gegenständen aus der Ladder. Das bedeutet allerdings nicht, dass Spieler plötzlich mehr Stauraum haben - stattdessen könnt ihr die Items aus diesen drei Tabs nur herausnehmen, dort aber nichts verstauen. »So bekommt ihr Ladder-exklusive Items in euer Nicht-Ladder-Spiel«, fügt Robert Gallerani an.

Die neuen Runenwörter sollen dabei helfen, die Lücken bei der Verteilung der Runen im klassischen Diablo 2 zu füllen, erklärt uns Matthew Cederquist: »Wir haben festgestellt, dass viele Runen wie etwa Verstohlenheit für das frühe Spiel konzipiert wurden. Dann gibt es Runen, die besonders im späteren Spiel wichtig werden. Und in der Mitte klafft eine Lücke - etwa bei Level 40 bis 60.« 

In Zukunft wollen die Entwickler aber nicht nur diese Lücke stopfen: Neue Runenwörter sollen auch mehr Klassen und Builds einbeziehen, die bisher benachteiligt wurden, so Matthew Cederquist.

Diablo 2: Resurrected - Alle Runenwörter und ihre Effekte im Überblick   47     13

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Die Ladder in Diablo 2: Resurrected

 Genau wie das klassische Diablo 2 könnt ihr in Diablo 2: Resurrected zwischen vier Modi bei der Ladder wählen:

  • Standard Ladder
    Die Casual-Version der Ladder mit vier Akten. 
  • Hardcore Ladder
    Die Hardcore-Version (nur ein Leben) der Ladder mit vier Akten.
  • Standard Expansion Ladder
    Die Casual-Version der Ladder mit fünf Akten, da diese die Erweiterung Lord of Destruction beinhaltet.
  • Hardcore Expansion Ladder
    Die Hardcore-Version (nur ein Leben) der Ladder mit fünf Akten, die diese die Erweiterung Lord of Destruction beinhaltet.

Infos zum Start der Ladder in D2R gibt es noch nicht. Genauso ist die Dauer der Seasons noch unklar. Wir halten euch in unserem Übersichtsartikel auf dem neuesten Stand:

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Änderungen bei den Söldnern

Selbst die Söldner sollen nicht leer ausgehen. Neben zusätzlichen Runenwörtern erhalten sie mit Patch 2.4 ein paar Überarbeitungen, die besonders vernachlässigte Söldner wieder interessant für Spieler machen sollen. 

Den Entwicklern ist bewusst, dass die meisten Diablo-Fans die Wüstensöhne aus Akt 2 bevorzugen, da diese den Spieler mit starken Auren unterstützen. »Diese Söldner haben wir auch nicht angerührt«, erklärt Robert Gallerani. »Wir wollen aber, dass es mehr Gründe für Spieler gibt, in bestimmten Situationen auf andere Söldner zurückzugreifen.«

Die Entwickler möchten auch mehr Abwechslung bei den Söldnern reinbringen. Die Entwickler möchten auch mehr Abwechslung bei den Söldnern reinbringen.

Als Beispiel nennt Matthew Cederquist die Barbaren aus Akt 5: »Diesen Söldnern konnten Spieler 20 Jahre lang nicht wirklich etwas abgewinnen. Aufgrund von Feedback, das wir von Testern erhalten, haben wir die Barbaren-Söldner jetzt beispielsweise mit Schreien ausgestattet.«

Ob diese Änderungen letztlich genauso zum Release von Patch 2.4 übernommen werden, können die Entwickler nicht garantieren. Aktuell probieren sie vieles aus, sind im Gespräch mit Streamern und Testern und warten auf die Reaktion der Spieler aus dem PTR, das bereits Anfang 2022 anstehen soll.

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