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Diablo Immortal für PC: Was unsere Redaktions-Experten jetzt von Blizzard erwarten

Der mobile Diablo-Ableger erscheint überraschend auch für PC und unsere Redakteure verraten euch, wie sich das auf ihre Erwartungshaltung auswirkt.

von GameStar Redaktion,
29.04.2022 15:06 Uhr

Mit Diablo Immortal ging Blizzard von vornherein ein gewisses Wagnis ein, denn kaum eine Spieleserie ist schon so lange so heimisch auf dem PC. Zur Ankündigung 2018 hagelte es dann Buhrufe und ein lautstarkes Echo der Fangemeinde, das sich der Publisher sicher anders vorgestellt hatte.

Der Ärger saß nach sechs Jahren Wartezeit auf ein neues Diablo so tief, dass unsere Leser bei der GameStar-Preisverleihung 2018 kein Spiel, sondern just diese Ankündigung zum Fail des Jahres kürten. Auch in der Folgezeit ließ kaum jemand ein gutes Haar an der mobilen Monsterhatz.

Später gab sich Blizzard reumütig und bekräftigte: »Wir sind in erster Linie ein PC-Entwickler«. Über zwei Jahre nach diesem Bekenntnis ließ man jenen Worten dann auf überraschende Weise Taten folgen und verkündete im April 2022 in einem pompösen Trailer, dass Diablo Immortal nun auch für den PC erscheine - mit Crossplay!

Diablo Immortal - Hier könnt ihr den Livestream samt PC-Reveal nachholen 22:47 Diablo Immortal - Hier könnt ihr den Livestream samt PC-Reveal nachholen

Allerdings ändert sich dadurch auch die Erwartungshaltung an das Spiel, denn was man einem Handy-Ableger für unterwegs noch schulterzuckend verzeiht, das nimmt man am heimischen PC schon etwas ernster.

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Im Folgenden verraten euch unsere höllengestählten Redakteure mit gezücktem Seelenstein-Kuli, was sie sich von der PC-Version von Diablo Immortal erwarten, warum es sich unbedingt die richtigen Portierungs-Vorbilder nehmen muss und uns keinesfalls mit kleinen Bahnfahrts-Häppchen abspeisen darf:

»Gebt mir eine coole Singleplayer-Erfahrung«

Natalie Schermann: Am liebsten erlebe ich meine Spiele alleine und im PvE. An Diablo reizt mich deshalb in erster Linie die Story, die Atmosphäre und alles, wofür ich nicht mit anderen Spielern in Kontakt kommen muss. Dass Diablo Immortal eine Art MMORPG werden soll, macht mich deshalb noch stutzig. Anders als in den PC-Vorgängern wird Sanctuario nicht mehr zufällig generiert, sondern ist handgebaut und wir laufen gemeinsam mit Horden von anderen Spielern durch die Gegend. 

Die Story soll laut Blizzard alleine spielbar sein und auch einige Dungeons werden wir alleine bestreiten können. Wie bei MMOs aber üblich, sind viele Inhalte auf den Multiplayer ausgelegt oder mit einer Gruppe von Leuten schlicht einfacher zu bewältigen. 

Mir ist klar, dass Blizzard mit dem Mobile-Ableger ein Experiment wagt und versucht, eine neue Zielgruppe zu erfassen. Dass Immortal jetzt aber zusätzlich auf dem PC erscheint, zeigt zumindest, dass sie ihre treuen Fans nicht ganz aus den Augen verloren haben. Ich erwarte deshalb, dass auch reine Singleplayer auf ihre Kosten kommen und nicht für jeden Abschnitt eine Gruppe aus Spielern suchen oder auf Echtgeld zurückgreifen müssen. Dass sich die Hauptstory in der Alpha nicht einfach nur wie eine Nebensache anfühlte, macht mir zumindest schon etwas Hoffnung.

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»Nehmt euch ein Beispiel an Hearthstone!«

Heiko Klinge: Von Free2Play-Titeln halte ich normalerweise nur eines: Abstand. Hearthstone ist seit nunmehr acht Jahren die große Ausnahme von der Regel, die ich nach wie vor nahezu täglich spiele.

Das Sammelkarten-Phänomen macht sicherlich nicht alles richtig, aber doch das Entscheidende: Es motiviert mich mit ebenso regelmäßigem wie abwechslungsreichem Content-Nachschub zum Dranbleiben. Dabei gelingt Blizzard das Kunststück, die unterschiedlichsten Zielgruppen im Blick zu behalten. Für die Season-Spieler gibt’s wertvolle Belohnungen beim Questen, Solisten bekommen konstant aufwändig inszenierte Story-Kapitel, obendrauf gibt’s sogar immer wieder komplett neue Spielmodi, die vielleicht nicht alle gleichermaßen gelungen sind, aber doch regelmäßig neugierig machen.

Und man kann sicher einiges am Monetarisierungsmodell von Hearthstone kritisieren, an Gratisinhalten hat es nie gemangelt. Wer nicht zwingend immer sofort alle legendären Karten eines neuen Sets besitzen will, kann Hunderte Stunden mit Hearthstone verbringen, ohne sich zum Geldausgeben genötigt zu fühlen.

Blizzard hat hier also bereits ein sehr gutes Lehrbeispiel im eigenen Haus, wie man einen Crossplattform-Free2Play-Titel über Jahre hinweg mit interessanten Inhalten versorgt. Diablo Immortal muss »nur« genau hinschauen und die richtigen Lektionen daraus ziehen.

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»Sorgt für eine saubere Performance!«

Nils Raettig: Ich liebe Koop-Spiele und habe vermutlich in keinem anderen Titel dieser Art mehr Zeit mit meinen Brüdern verbracht als in den bisherigen Diablo-Teilen (von League of Legends vielleicht einmal abgesehen). Umso gespannter bin ich darauf, ob Diablo Immortal auf dem PC ernsthaft das Zeug dazu hat, die Wartezeit auf Diablo 4 zu verkürzen.

Damit das gelingen kann, muss Blizzard in meinen Augen eins als unabdingbare Basis gewährleisten: Eine tadellose Performance der PC-Version. Das mag jetzt nicht nach einer großen Herausforderung klingen, wenn man bedenkt, dass das Spiel auch auf vergleichsweise schwachbrüstigen Handys läuft. Gerade die Mobile-Herkunft könnte sich aber als problematischer Stolperstein erweisen.

Ich habe noch allzu gut in Erinnerung, wie mau die Performance der GTA-Remakes trotz sehr überschaubarer optischer Qualität selbst mit leistungsstarker Hardware war und Monate nach Release teils immer noch ist, und auch da sind Handy-Versionen die Basis. Wir reden bei Diablo Immortal zwar von völlig anderen Entwicklern und Voraussetzungen, eine gewisse Sorge habe ich aber dennoch.

Hoffentlich zu Unrecht, schließlich wäre es gerade bei einem Spiel wie Diablo äußerst ärgerlich, wenn das actionreiche Gameplay durch störende Ruckler ausgebremst wird.

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