Geforce Now in der Krise? Nach Activision & Bethesda springt jetzt auch noch 2K ab

Borderlands, Bioshock, Civilization und weitere Titel von 2K Games sind nicht mehr Teil des Spiele-Katalogs von Geforce Now. Ist das bereits der Anfang vom Ende?

von Philipp Elsner, Mathias Dietrich,
08.03.2020 11:55 Uhr

Mit Geforce Now laufen Spiele auf dem PC, Mac, Fernseher oder dem Smartphone in FullHD und 60 fps. Nur das Angebot schrumpft zusehends. Mit Geforce Now laufen Spiele auf dem PC, Mac, Fernseher oder dem Smartphone in FullHD und 60 fps. Nur das Angebot schrumpft zusehends.

Nvidias ambitionierter Streaming-Dienst Geforce Now erlebt einen weiteren herben Rückschlag: 2K Games hat seine Spiele aus dem Katalog zurückgezogen.

Wie Nvidia bekannt gibt, wurden sämtliche Titel auf Wunsch des Publishers mit sofortiger Wirkung entfernt. Damit verschwinden die Borderlands-Reihe, Bioshock, Civilization und XCOM aus dem Programm von Geforce Now.

Der Exodus geht weiter

Es ist bereits der dritte namhafte Publisher, der seinen Katalog zurückzieht: Zuvor waren Activision-Blizzard und Bethesda abgesprungen. Geforce Now verlor dadurch starke Marken wie Skyrim, Fallout, Doom, Call of Duty, Overwatch oder Diablo.

Nvidia betont, man arbeite mit 2K an einer Reintegration in das Angebot von Geforce Now. Ähnliche Gespräche sollen bereits mit Bethesda und Activision-Blizzard laufen. Schuld an den Rückzügen der Publisher war offenbar ein Missverständnis in den Vertragsvereinbarungen mit Geforce Now.

Ein mächtiger Verbündeter bleibt

Währenddessen bekommt Geforce Now von einem anderen wichtigen Unternehmen volle Rückendeckung: Epic-CEO Tim Sweeney verspricht Nvidias Streaming-Service weiterhin volle Unterstützung:

"Epic unterstützt Geforce Now von ganzem Herzen mit Fortnite und anderen Spielen im Epic Store, die sich zur Teilnahme entscheiden (inklusive Exklusivtiteln) und wir werden die Integration nach und nach verbessern."

Geforce Now sei die Publisher-freundlichste Streaming-Plattform, weil sie keine Anteile vom erzielten Umsatz verlange. Das sei wichtig, um das Monopol der 30-Prozent-Abgaben zu beenden. Sweeney kritisierte in der Vergangenheit häufiger Stores wie Google Play oder Steam wegen ihrer 30-Prozent-Regel und versprach sogar ein Ende der Epic-Exklusivdeals, wenn Steam den Entwicklern mehr abgibt.

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Geforce Now wurde bei seiner Ankündigung noch als möglicher Stadia-Killer gehandelt. Die Vorteile liegen unter anderem darin, dass man Spiele nicht separat kaufen muss, sondern aus anderen Clients wie Steam heranzieht.

GeForce Now lässt sich komplett kostenlos nutzen, das Abo bietet unbegrenzte Spielzeit ohne Installation und moderne Grafikoptionen wie RTX - unabhängig von der Leistung des eigenen PCs. Alle Infos zur Technik, Preis und dem Spielekatalog findet ihr in unserem großen Geforce-Now-Überblick.

Wieso verlassen so viele Publisher GeForce Now?

Dass so viele Spiele von Geforce Now verschwinden, ist vor allem dem DRM geschuldet. Denn wenn ihr ein Spiel auf einem Service wie zum Beispiel dem Epic Games Launcher kauft, dann erwerbt ihr nicht das Spiel selbst, sondern nur eine Nutzungslizenz. Und diese Lizenz besitzt Einschränkungen. Streaming wird häufig explizit untersagt.

Ein Beispiel dafür sind die Titel von Blizzard. Der Entwickler verbietet in seinen Nutzungsbedingungen verschiedene Verwendungsmöglichkeiten. In diesem Abschnitt wird auch Streaming verboten:

"Cloud Computing: Die Nutzung der Plattform, einschließlich Spiel, in Verbindung mit einem unauthorisierten Third-Party »cloud computing« Service oder einer Software beziehungsweise einem Service die designed wurden das unauthorisierte Streamen oder die Übertragung von Spielinhalten von einem Third-Party-Server zu irgendeinem Gerät zu ermöglichen."

Deswegen muss Nvidia erst Vereinbarungen mit den Firmen treffen, deren Spiele sie über ihren eigenen Service anbieten wollen. Mit einigen Entwicklern wie Blizzard hatten sie jedoch nur eine Abmachung für die geschlossene Betaphase von Geforce Now, weswegen die nun ihre Titel nach dem Launch entfernen lassen.

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