Ravenholm-Gameplay zeigt ein Half-Life, das nie erschien

Die Gravity Gun kennt ihr. Aber die Magnet-Kanone hätte ganz neue Möglichkeiten eröffnet!

von Christian Just,
27.05.2020 17:52 Uhr

Half-Life 2: Ravenholm sah bereits verdammt gut aus und hatte sogar schon ein Logo. Valve zog dennoch den Stecker beim Projekt der Arkane Studios. Half-Life 2: Ravenholm sah bereits verdammt gut aus und hatte sogar schon ein Logo. Valve zog dennoch den Stecker beim Projekt der Arkane Studios.

Bei allen schönen Erinnerungen, die wir an Half-Life und Half-Life 2 haben - ein wenig Wehmut schwingt immer mit! Denn auch wenn inzwischen mit Half-Life: Alyx ein Top-VR-Spiel erschienen ist, vermissen Desktop-Spielern seit nunmehr 16 Jahren ein neues Half-Life-Spiel.

Dabei gab es beinahe eine (heute fast vergessene) Fortsetzung namens Half-Life 2: Ravenholm. Ab 2007 arbeitete Dishonored-Entwickler Arkane an diesem Shooter, der viele eigene Tugenden des Studios einbringen wollte. Wie eine neue Doku vom Youtube-Kanal Noclip zeigt, war Ravenholm eindrucksvoll ausgearbeitet und die Entwicklung weit vorangeschritten.

Und was uns da für ein Spiel erwartet hätte! Falls ihr gerade keine anderthalb Stunden für das ganze Video habt, zeigen wir euch hier das neue Gameplay mit kuriosen Waffen, verrückten Figuren und gruseligen neuen Zombie-Arten.

Skurrile Charaktere & clevere Waffen

Wiedersehen mit alten Bekannten: In Ravenholm hättet ihr als Adrian Shepard gespielt, ein junger US-Marine und Protagonist im Addon Half-Life: Opposing Force. Ihr hättet also nicht wie in HL2 als Gordon Freeman gespielt.

Typischer schwarzer Humor: In der Anfangsszene trifft Shepard auf Pater Grigori, der bereits bei Gordon Freemans Besuch in der Stadt Ravenholm während der Story von Half-Life 2 auftrat. Der Pastor extrahiert Substanzen aus den berüchtigten Headcrabs, um sich gegen Mutationen zu immunisieren:

Eine Magnet-Kanone: Arkane ließ eigene Ideen in Half-Life 2: Ravenholm einfließen. Die Magnet-Kanone diente dazu, elektrischen Strom zu überbrücken, indem man frei Verbindungen platzierte. So konnte man Rätsel lösen oder auch Gegner in eine Falle locken. Etwa in Dishonored oder Prey gab es ebenfalls derlei Sandbox-Elemente in den Leveln.

Eine Art Plasma-Werfer: Diese Waffe ließ sich über Strom wieder aufladen und verschoss Energiebälle.

Mehr Horror in Half-Life: Mit den mutierten Zombies brachte Arkane eine neue und erschreckend düstere Art Gegner in Half-Life 2: Ravenholm.

Was wurde aus dem Projekt?

Über die genauen Gründe, warum Valve Ravenholm einstampfte, ist nichts bekannt. Arkanes Art Director Sebastien Mitton erklärt in der Noclip-Doku lediglich, dass die Nachricht unerwartet kam und die Mitarbeiter traurig stimmte.

Das Studio war von Ravenholm überzeugt und stellte binnen kurzer Zeit eine spielbare Demo von Half-Life 2: Ravenholm zusammen, um Valve doch noch umzustimmen. Alles vergeblich: das Schicksal von Ravenholm war bereits besiegelt.

Es ist nicht der einzige Half-Life-Nachfolger, dem der Stecker gezogen wurde! Auch aus nie erschienenen Sequel-Episoden gibt es Gameplay zu sehen:

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Jetzt wollt ihr doch alles sehen? Bitteschön

Die Noclip-Doku über Arkane Studios beleuchtet nicht nur Ravenholm, sondern die ganze Geschichte des Studios. Wenn ihr euch also für Hintergründe zu modernen Meisterwerken wie Dishonored und Prey oder auch Klassikern wie Arx Fatalis oder Dark Messiah of Might & Magic interessiert, findet ihr dort spannende und witzige Anekdoten von den beteiligten Entwicklern. Wenn ihr direkt zu Half-Life 2: Ravenholm gelangen wollt, springt zu Minute 33:00:

Link zum YouTube-Inhalt

Auch zur Beteiligung von Arkane am aufgegebenen »Spielberg-Spiel« LMNO oder dem Klassiker Bioshock 2 erfahrt ihr mehr.

Wer sich für die oft komplizierte und noch öfter unterhaltsame Welt der Spiele-Entwicklung interessiert, findet guten Stoff für einen gemütlichen Sofa-Abend.

Aktuell arbeitet Arkane übrigens an Deathloop - ob wir zu diesem mysteriösen Spiel wohl im Juni mehr erfahren?

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