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Iratus im Test: Fans von Darkest Dungeon bekommen Taktiknachschub - aber nicht mehr

Im Indie-Hit Darkest Dungeon von 2016 müssen wir das Böse vernichten, bevor es die Welt überrennt. In Iratus: Lord of the Dead sind wir selbst das Böse. Steckt trotzdem ein gutes Spiel dahinter?

von Florian Zandt,
26.04.2020 15:45 Uhr

Darkest Dungeon von der anderen Seite. In Iratus hetzten wir noblen Helden unsere untoten Schergen auf den Hals. Darkest Dungeon von der anderen Seite. In Iratus hetzten wir noblen Helden unsere untoten Schergen auf den Hals.

Immer nur strahlende Heldinnen und Helden zu spielen wird auf die Dauer ein bisschen langweilig. Deswegen sind Spiele wie Overlord, Dungeons oder der Urvater der Böse-Buben-Strategie Dungeon Keeper auch so beliebt. Denn darin können wir den Spieß umdrehen und selbstgefällige Zwerge, Elfen und Menschen über den Jordan schicken.

Das geht auch in Iratus: Lord of the Dead. Spielerisch orientiert sich der Rollenspiel-Rogue-lite-Mix an einem anderen Vorbild, nämlich dem Indie-Hit Darkest Dungeon. Nur findet das gesamte Spielgeschehen sozusagen spiegelverkehrt statt.

Was am Böse sein überhaupt so reizvoll ist, haben wir bereits im Podcast diskutiert:

Plus-Folge 9: Der Reiz des Bösen   27     13

Mehr zum Thema

Plus-Folge 9: Der Reiz des Bösen

Geschichten aus der Gruft

Statt in die Tiefen eines verfluchten Gemäuers hinabzusteigen, werden wir als der namensgebende Nekromant Iratus nach jahrelangem Zwangsnickerchen von einem Ausgrabungstrupp geweckt. Nachdem wir mit den Eindringlingen kurzen Prozess gemacht haben, erwecken wir eine erste Gruppe von Untoten zum Leben und beschließen, uns in rundenbasierten Kämpfen aus den Tiefen unserer Gruft bis in die Kathedrale der Menschen hochzuarbeiten, den Erzmagister zur Strecke zu bringen und die Welt zu erobern.

Florian Zandt ist freier Autor und hat ein großes Herz für kleine Indies. Vor allem, wenn sie so einen interessanten Ansatz wie Darkest Dungeon verfolgen und die Soulsborne-Ästhetik in taktische Kämpfe umsetzen. Dementsprechend hat er zahlreiche Stunden in das Hardcore-Rollenspiel und seine DLCs gesteckt, knabbert sich bei Bosskämpfen immer noch die Nägel kaputt und kehrt auch heute noch für ein paar lockere Runden Wahnsinnsbewältigung in den Hamlet zurück. Dass er mit Iratus: Lord oft he Dead wie in Tyranny oder Overlord im selben Szenario den Bösen spielen kann, kommt ihm da gerade recht.

Mehr Hintergrundgeschichte gibt es nicht, und entsprechend flach und öde sind sowohl der mäßig vertonte Protagonist als auch sein krampfhaft bemühter Humor. Einen Unhold sympathisch, komplex oder zumindest einfach witzig darzustellen, schaffen andere Titel besser. Der Perspektivwechsel von Gut zu Böse allein kann die Stimmung auch nicht wirklich retten.

Wenn das Spiel also schon auf atmosphärischer und erzählerischer Ebene nicht punkten kann, überzeugt dann die Mechanik? Definitiv. Und das liegt nicht nur am Kern des Spiels, den taktischen Auseinandersetzungen mit Standartenträgern, Henkern, Beschwörerinnen, elfischen Waldläufern oder Zwergenberserkern, sondern auch an den Personalisierungsmöglichkeiten.

Bei der Gestaltung der Gegner haben sich die Entwickler deutlich an Vorbildern aus der Popkultur bedient. Zum Beispiel an einem nicht gerade unbekannten Monsterjäger – auch wenn die Haarfarbe nicht ganz stimmt. Bei der Gestaltung der Gegner haben sich die Entwickler deutlich an Vorbildern aus der Popkultur bedient. Zum Beispiel an einem nicht gerade unbekannten Monsterjäger – auch wenn die Haarfarbe nicht ganz stimmt.

Zunächst bewegen wir uns per Mausklick auf einer zufällig generierten Übersichtkarte des jeweiligen, relativ uninspiriert gestalteten Levels von Ereignis zu Ereignis. Diese Ereignisse können positiv sein und uns beispielsweise die Lebensenergie unseres vier Untote umfassenden aktiven Trupps auffüllen lassen, einen Erfahrungspunkteschub geben oder uns ein besonders mächtiges Artefakt bescheren, das entweder unserem Nekromanten nützt oder einer unserer Truppen.

Den Großteil der Begegnungen auf der Karte nehmen allerdings die Kämpfe ein, in denen wir gegen maximal vier Gegner antreten. Welcher Art Widersacher wir begegnen, sehen wir schon bevor wir die Schlacht überhaupt beginnen. Das ist ein deutlicher Unterschied zum Vorbild und eine interessante taktische Komponente, da wir so besser planen können.

Ein Haufen Halunken

Obwohl die Charaktere wie auch die restliche visuelle Präsentation des Spiels einen gewissen Browserspiel-Flair haben, sind sie nicht nur detailreich gestaltet, sondern auch grundunterschiedlich. Die Braut des Iratus ist beispielsweise eine Fernkämpferin, die ihre Gegner in Flammen setzen oder sich selbst einen Angriffsbuff geben kann, der Verblichene verfügt über mächtige Offensivzauber, die aber nicht nur allen Gegnern, sondern auch seinen Verbündeten schaden, und das Skelett kann nicht nur austeilen, sondern auch als Tank Angriffe auf sich ziehen.

Wie die Angriffe der modrigen Brut dann in Bewegung aussehen, zeigt euch der Trailer:

Iratus: Lord of the Dead - Der Nekromant ist befreit: Release-Trailer zum Roguelike-RPG 1:34 Iratus: Lord of the Dead - Der Nekromant ist befreit: Release-Trailer zum Roguelike-RPG

Neben physischen und magischen Attacken können wir auch den Verstand unserer Gegner angreifen. Das hat exakt die gleichen Auswirkungen wie in Darkest Dungeon: Werden die Gegner wahnsinnig, erhalten sie starke Debuffs, inspiriert sie die Situation werden sie mächtiger. Manche der Charaktere wie das Blutphantasma müssen wir erst durch Achievements freischalten. Dafür bleiben diese auch in zukünftigen Durchläufen verfügbar - Stichwort Rogue-lite.

Auch unsere Gegner haben einige Kniffe in petto. Der Steingolem kann beispielsweise Angriffe auf sich lenken, der Paladin erleidet mit jedem Getöteten weniger Schaden und die Ataman kann verwundete Verbündete opfern, um sich selbst zu buffen. Die richtige Teamzusammensetzung ist also elementar, gerade auf den höheren Schwierigkeitsgraden, auch wenn einige Einheiten wie der Kopfjäger zu mächtig sind. Nach einem bestimmten Upgrade kann dieser beispielsweise unter bestimmten Voraussetzungen auch den stärksten Gegner mit einem Schlag töten.

Herumzuprobieren und seine Lieblingslakaien zusammenzustellen macht zwar Spaß, sorgt aber nicht für die Bindung, die wir zu unseren tragischen Darkest-Dungeon-Helden hatten. Vor allem, weil Iratus' Untergebene komplett ersetzbar sind und auch einige andere Features wie eine relativ konsequenzlose Flucht und ein sehr humaner Schwierigkeitsanstieg nicht dafür sorgen, dass wir unseren Untoten lange hinterhertrauern. Das macht das Spiel aber immerhin einsteigerfreundlicher und fairer.

Auf dem Friedhof können wir Gebäude errichten, die bestimmte Boni bringen. Die sind mal unglaublich nützlich wie die Leichenhalle mit ihrer Heilfunktion, mal relativ sinnlos wie der See, der zufällige Gegenstände generiert. Auf dem Friedhof können wir Gebäude errichten, die bestimmte Boni bringen. Die sind mal unglaublich nützlich wie die Leichenhalle mit ihrer Heilfunktion, mal relativ sinnlos wie der See, der zufällige Gegenstände generiert.

Friedhofsgärtnerei für Fortgeschrittene

Dafür ist auch ohnehin nicht viel Zeit, denn nach jedem Kampf erhalten wir Erfahrungspunkte für unseren Nekromanten und unsere Einheiten, sowie Ressourcen wie ausrüstbare Artefakte und Knochen, Fleisch, Herzen oder Schädel. Aus den sterblichen Überresten können wir mit wenigen Klicks neue Einheiten erschaffen.

Steigen unsere Kreaturen ein Level, können wir Attribute wie Angriffsstärke, Widerstand gegen magische Attacken oder die Chance auf kritische Treffer erhöhen. Durch die weit verzweigten Fertigkeitsbäume gerade unseres Protagonisten können wir unseren Oberbösewicht und auch die Einheiten nach unseren Vorstellungen formen. So sind Angriffsteams mit verschiedenen Schwerpunkten möglich, was die Kämpfe frisch und spannend hält.

Iratus: Lord of the Dead Auch wenn sich Iratus: Lord of the Dead und Darkest Dungeon in Details deutlich unterscheiden: Im Kern, nämlich bei den Kämpfen, sind sie beinahe identisch. So identisch sogar, dass böse Zungen von einem glatten Plagiat sprechen könnten – nur eben mit vertauschten Rollen. Immerhin gibt das Team hinter dem Nekromanten-Rollenspiel zu, sich den Indie-Hit von 2016 zum Vorbild genommen zu haben.

Darkest Dungeon Auch wenn sich Iratus: Lord of the Dead und Darkest Dungeon in Details deutlich unterscheiden: Im Kern, nämlich bei den Kämpfen, sind sie beinahe identisch. So identisch sogar, dass böse Zungen von einem glatten Plagiat sprechen könnten – nur eben mit vertauschten Rollen. Immerhin gibt das Team hinter dem Nekromanten-Rollenspiel zu, sich den Indie-Hit von 2016 zum Vorbild genommen zu haben.

Das Mikromanagement geht allerdings noch weiter. Denn zusätzlich dürfen wir einen Friedhof mit Gebäuden wie einer Arena oder einer Taverne ausbauen. Für den Bau müssen wir zwar Lakaien opfern, dafür gibt uns jedes Gebäude allerdings auch Boni für die darin platzierten Untergebenen. Der Obelisk generiert Totengräberseelen, die Währung für den Friedhofausbau.

In der Arena können wir Lakaien trainieren lassen. Und die Taverne generiert mit jeder darin platzierten Einheit mehr Zorn zu Kampfbeginn. Diese Ressource benötigen wir, um die mächtigsten Spezialfähigkeiten unserer Diener auszulösen. In der Praxis sind einige der Gebäude allerdings ziemlich unnütz.

Diese Ebene des Mikromanagements hat Iratus dem Vorbild Darkest Dungeon zumindest auf dem Papier voraus. In der Praxis kann das Taktik-Rollenspiel allerdings nur in den wirklich gut umgesetzten taktischen Kämpfen mithalten und bleibt abgesehen davon relativ muffig und moderig.

Wenn ihr euch jetzt nochmal ins Gedächtnis rufen wollt, wie gut das Vorbild für Iratus war, dann geht es hier ohne Umwege zum Test von Darkest Dungeon.

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