Wie realistisch ist ein The Witcher 4? Das sagen die Entwickler

Weil CD Projekt Red an einem neuen Witcher-Spiel arbeitet, hoffen die Fans auf The Witcher 4. Aber wie wahrscheinlich ist ein direkter Nachfolger überhaupt?

von Elena Schulz,
12.03.2020 15:49 Uhr

Kommt ein The Witcher 4? Wir haben Entwickler CD Projekt Red gefragt. Kommt ein The Witcher 4? Wir haben Entwickler CD Projekt Red gefragt.

Es kommt ein viertes Witcher-Spiel! Aber Moment mal, ist das dann The Witcher 4? Eine Fortsetzung zu The Witcher 3 rund um Geralt? Oder vielleicht doch eher ein Prequel oder Spin-Off mit einer anderen Hauptfigur? Viele Fans jubeln zwar über die Nachricht, dass CD Projekt Red dem Hexer-Universum einen weiteren Besuch abstattet, wissen aber nicht so recht, was sie dort eigentlich erwartet.

Wir haben deshalb beim Entwickler nachgefragt und versuchen zu klären, ob ihr überhaupt irgendwann mit einem richtigen The Witcher 4 rechnen dürft.

Was wissen wir über das neue Witcher-Spiel?

Ein kleines Team innerhalb von CD Projekt bereitet gerade die Arbeit an einem neuen Ableger im Witcher-Universum vor. Das bestätigte CEO Adam Kincinski. Allerdings ist das Studio aktuell noch mit Cyberpunk 2077 ausgelastet, sodass die Entwicklung erst nach dem Release richtig Fahrt aufnimmt. Je nach Umfang ist also wahrscheinlich erst zwischen 2022 und 2023 (oder sogar noch später) mit dem Spiel zu rechnen. Die Wartezeit nehmen wir aber gerne in Kauf, sollte der nächste Teil so herausragend werden wie The Witcher 3:

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Kincinski erklärt, dass das Studio gerne abwechselnd Spiele im Witcher- und Cyberpunk-Franchise entwickeln möchte und dass für das neue Projekt trotz des frühen Stadiums ein »klares Konzept« existiere. Weiter heißt es, dass es sich nicht um einen Nachfolger zu Wild Hunt mit einer vier im Namen handeln soll. Weil der Original-Text auf Polnisch ist, haben wir den Entwickler aber noch einmal um ein ausführliches Statement gebeten.

Was sagt der Entwickler zu The Witcher 4?

Laut CD Projekt Red ist die aktuelle Ankündigung so zu verstehen, dass man an einem »vierten Witcher-Spiel« arbeite. Die Zahl vier stehe einfach für einen weiteren Teil. Der Entwickler habe schon früher darüber gesprochen, dass man gerne mit zwei Marken (Witcher und Cyberpunk) arbeiten würde und bereits Ende 2019 erklärt, dass man weitere Projekte mit Hexer-Autor Sapkowski zusammen plane. Es sei aber zu früh, um zu verraten, worum genau es sich handelt.

Mehr über den Inhalt des Spiels erfahren wir aktuell also nicht. Das kommt wenig überraschend, da sich in einer so frühen Entwicklungsphase ohnehin noch viel ändern kann. Interessant ist allerdings, dass das Studio betont, dass die Zahl vier erst einmal keine große Bedeutung einnimmt. Auch wenn das langfristig nichts heißen muss, klingt die Formulierung aber nicht nach einer direkten Fortsetzung. Ein The Witcher 4 würde etwa bedeuten, dass das Spiel die Ereignisse der Vorgänger weiterspinnt.

Ist trotzdem ein neuer Teil mit Geralt möglich?

Selbst wenn alle mehr Geralt wollen, bleibt der Weiße Wolf wahrscheinlich im wohlverdienten Ruhestand. CD Projekt Red hat bereits 2017 erklärt, dass seine Geschichte als Trilogie angelegt war und nach Wild Hunt auserzählt ist. Damals existierten keine Pläne für ein Witcher 4 als direkten Nachfolger rund um Geralt.

Allerdings könnte sich das mittlerweile geändert haben. Immerhin hat unser Lieblingshexer sehr von der Netflix-Serie und der Switch-Umsetzung profitiert, die beide noch einmal ein größeres Publikum für die Reihe eröffnet haben. The Witcher 3 schlug so kürzlich sogar die aktiven Spielerzahlen zum Release und die Verkaufszahlen stiegen um 554 Prozent. Geralt ist damit bekannter denn je. Dadurch könnte sich für den Entwickler eine neue Geschichte wie zum Beispiel ein Prequel oder eine bisher unerzählte Nebenhandlung lohnen.

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Wie steht es um ein Spiel mit Ciri in der Hauptrolle?

Kollege Dimi wünscht sich in seiner Kolumne ein neues Witcher-Spiel rund um Ciri. Geralts Ziehtochter erscheint tatsächlich wie eine logische Wahl: Bei den Fans ist Ciri immerhin bekannt und beliebt. Außerdem verfügt sie über ähnliche Fähigkeiten wie Geralt, wurde in Kaer Morhen trainiert und kann sogar durch Zeit und Raum springen, was neue, spannende Handlungsorte ermöglichen würde.

Darüber hinaus existieren noch zahlreiche ungeklärte Passagen in Ciris Geschichte, die ein neues Spiel näher beleuchten könnte. Witcher-3-Autor Jakub Szamalek erklärte 2019 selbst, dass er gerne Ciris Tattoo stärker beleuchtet hätte. Die Rose steht für Ciris verstorbene Geliebte Mistle und stammt aus einer Zeit, in der Ciri »ihrer dunklen Seite nachgab«.

Ciri wurde bislang noch deutlich spärlicher beleuchtet als Geralt. Dabei ist sie ebenfalls eine interessante Figur. Ciri wurde bislang noch deutlich spärlicher beleuchtet als Geralt. Dabei ist sie ebenfalls eine interessante Figur.

Das klingt klingt nach reichlich Potenzial für neue spannende Geschichten rund um eine jüngere Ciri, die erst ihren Weg finden und schwierige Entscheidungen treffen muss. Ganz absurd wirkt die Vermutung nicht: Auch der Autor äußert sich mit einem »Vielleicht« auf die Frage, ob der Entwickler die Geschichte noch aufgreifen möchte.

Art und Umfang des nächsten Witcher-Spiels hängen aber wahrscheinlich auch schlichtweg davon ab, wie erfolgreich Cyberpunk 2077 wird. Was die Verschiebung für CD Projekt Red, die Branche und uns Spieler bedeutet, klärt Michael Graf in seiner Plus-Kolumne.

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