Lootboxen - Auch Guild Wars 2 sperrt Ingame-Shop in Belgien

Der Kauf einer speziellen Ingame-Währung für Guild Wars 2 wurde in Belgien deaktiviert, da Lootboxen und Co. mit der belgischen Rechtsaufassung kollidieren.

von Martin Dietrich,
26.09.2018 11:26 Uhr

In Belgien können Spieler von Guild Wars 2 kein Echtgeld mehr ausgeben, um Edelsteine zu kaufen.In Belgien können Spieler von Guild Wars 2 kein Echtgeld mehr ausgeben, um Edelsteine zu kaufen.

Belgische Spieler von Guild Wars 2 sind nicht mehr in der Lage, die Premium-Währung Edelsteine für Echtgeld zu erwerben. Auch das Einlösen von entsprechenden Codes war zeitweise nicht möglich. Die Ultimate Editionen des Spiels können ebenfalls in Belgien nicht mehr bezogen werden, weil sie die Sonderwährung enthalten - Grund ist das Suchtpotenzial der im Spiel enthaltenen Lootboxen.

Der Umtausch der normalen Spielwährung Gold in Edelsteine ist aber nach wie vor möglich. Mit den Edelsteinen lassen sich beispielsweise Schlüssel für die sogenannte Schwarzlöwentruhe kaufen, die einer üblichen Lootbox gleichkommen.

Aufgrund der belgischen Rechtsauffassung zum Thema Glücksspiel haben die Entwickler Spieler aus Belgien vom Edelstein-Kauf vorerst ausgeschlossen, erklärt ein ArenaNet-Entwickler im offiziellen Forum.

"Um den Änderungen im belgischen Recht zu entsprechen, wurden Käufe von Edelsteinen, die Ultimate Edition und das Upgrade der Ultimate Edition für belgische Bürger deaktiviert. Wir untersuchen weiterhin flexiblere Lösungen. Wir entschuldigen uns für etwaige Unannehmlichkeiten, die Spieler dadurch erlebt haben könnten."

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Publisher reagieren auf Glücksspiel-Entscheidung

Im April 2018 kam die belgische Glücksspiel-Kommission zusammen mit dem Justizministerium zu dem Schluss, dass bestimmte Lootboxen Glücksspiel nahe- oder gleichkommen und damit Anpassungen nötig sind. Andernfalls drohen Geldstrafen von bis zu 800.000 Euro oder eine mehrjährige Haftstrafe. Sollten Minderjährige nachweislich zu Schaden gekommen sein, kann das Strafmaß sogar noch härter ausfallen.

Laut der Kommission müssen die folgenden Kriterien erfüllt sein, damit die Glückspieldefinition auch für Spiele gelte: Das betreffende Spielelement muss mit Verpflichtungen verbunden sein, ein Gewinn oder Verlust muss möglich sein und der Zufall spielt eine gewichtige Rolle.

Als Reaktion auf diese Entscheidungen deaktivierten oder veränderten bereits Publisher wie Valve, Blizzard oder 2K ihre Wundertüten aus Counter-Strike: Global Offensive, Overwatch und NBA 2K18. Lootboxen ohne die Möglichkeit, echtes Geld zu bezahlen, sind nämlich für die belgischen Behörden unproblematisch.

Electronic Arts stemmt sich jedoch gegen diese Auffassung der Kommission und weigert sich beispielsweise die Ultimate-Team-Lootboxen aus der Fifa-Reihe zu überarbeiten oder zu entfernen. Ein Gerichtsverfahren könnte die Folge sein.

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