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Seite 2: Mortal Kombat 11 im Test - Auch auf dem PC ein blutrünstiges Umfangsmonster

Kampf zur Turmspitze

Neu in Mortal Kombat 11 ist das Individualisierungs- und Augmentationssystem. Ähnlich wie im DC-Prügler Injustice 2 gewinnt ihr immer wieder Objekte, die ihr in Slots an den Rüstungsteilen und Waffen bestimmter Charaktere anbringen könnt, um besondere Effekte wie größere Angriffskraft zu erzielen. Bevor ihr ein Rüstungsteil mit Augmentationen ausstatten könnt, müsst ihr die Slots jedoch zunächst durch das Sammeln von Erfahrungspunkten in Duellen freischalten.

Im Individualisierungsmenü stattet ihr den Kämpfer eurer Wahl entsprechend mit neuen Klamotten oder Gegenständen aus und zieht dann in den Kampf, um Erfahrung zu grinden. Das klingt einfacher als es ist, denn um an neue Kostüme und Waffen zu kommen, müsst ihr ebenfalls erst bestimmte Aufgaben erledigen.

So tretet ihr etwa in den ständig wechselnden »Türmen der Zeit« nacheinander gegen eine Gruppe von Gegnern an, um schließlich nach dem Bosskampf mit Boni belohnt zu werden. Darunter können neben Ingame-Währung, Kostümteilen und anderen kosmetischen Boni auch Objekte sein, die ihr in den Türmen der Zeit einsetzt.

Das ist bitter nötig, denn oft bekommt ihr es mit Gegnern zu tun, die besonders gestärkt sind oder einen Effekt wie Gift auf euch wirken, sodass ihr kontinuierlich Gesundheit verliert. Bevor ihr einen solchen Kampf beginnt, solltet ihr also genau abwägen, welches Consumable ihr einsetzen wollt.

Wenn ihr einen Turm angeht, könnt ihr vor Kampfbeginn Items auswählen, die euch durch Buffs und Spezialangriffe unterstützen. Wenn ihr einen Turm angeht, könnt ihr vor Kampfbeginn Items auswählen, die euch durch Buffs und Spezialangriffe unterstützen.

Darunter gibt es nicht nur solche, die sich gegenteilig auf negative Effekte auswirken, sondern auch besondere Angriffe wie etwa einen Meteoritenregen oder das Auffüllen eurer Gesundheit, die ihr durch eine Bewegung des rechten Analogsticks aktiviert.

Die Kämpfe mit aktivierten Buffs können durchaus spaßig sein, doch meist enden die Turmkämpfe in Frust, da die Gegner unglaublich schwer zu besiegen sind. Deutlich angenehmer sind die »Klassic Towers«, die an die aufeinanderfolgenden Kämpfe der klassischen Mortal-Kombat-Automaten angelehnt sind. Hier gibt es allerdings außer individuellen Charakter-Abspännen und Ingame-Währung nicht viel zu gewinnen.

Online-Verbindung nötig
Achtung: Die Türme der Zeit (nicht die klassischen Herausforderungstürme) und die Krypta setzen wegen des nötigen Datenabgleichs eine Online-Verbindung voraus. Der Rest des Spiels (na gut, außer dem Online-Modus natürlich) ist aber auch offline spielbar, auf die Belohnungen der klassischen Türme müsst ihr dann aber verzichten.

Sowohl für die Türme der Zeit als auch die Krypta ist eine permanente Internetverbindung notwendig. Sowohl für die Türme der Zeit als auch die Krypta ist eine permanente Internetverbindung notwendig.

Die Krypta

Wer es auf Belohnungen im großen Stil abgesehen hat und vielleicht auch die Zweit-Fatalities der Kämpfer für die Move-Liste freischalten möchte (wer die Tastenkombination kennt, kann sie auch vom Start weg ausführen), sollte der Krypta einen Besuch abstatten. Hier wandert ihr mit einem extra für diesen Modus geschaffenen Charakter in der Third-Person-Perspektive über Shang Tsungs Insel und gebt euer Erspartes für das Öffnen von Kisten aus.

Im Gegensatz zu früheren Inkarnationen der Krypta sind die Extras hier nicht den herumliegenden Kisten zugewiesen, sondern werden per Zufall verteilt. Das macht es etwas schwerer, an die wirklich guten Sachen zu kommen, da ihr euch nicht auf entsprechende Listen aus dem Internet verlassen könnt.

Wer will, kann an einem speziellen Schrein die Inhalte auch neu verteilen lassen. Die meisten Kisten öffnet ihr mit Koins, die ihr im Spiel für alle möglichen Dinge erhaltet. Kniffliger wird es hingegen, wenn ihr spezielle Truhen mit wertvollem Inhalt öffnen wollt, die etwa Herzen als Währung verlangen. Das erfordert unglaublichen Grind, da ihr Herzen hauptsächlich für Fatalities (ein Herz) und Brutalities (zwei Herzen) erhaltet - und die Kisten sich nur für den Festpreis von 250 Herzen öffnen lassen. Man kann die Mikrotransaktionsmöglichkeiten förmlich riechen - und wenn man den Ingame-Store öffnet, auch sehen. Mehr dazu im Kasten.

In der Krypta schaltet ihr durch das Öffnen von Kisten Extras frei. Der Modus geht beinahe als eigenes kleines Adventure durch. In der Krypta schaltet ihr durch das Öffnen von Kisten Extras frei. Der Modus geht beinahe als eigenes kleines Adventure durch.

Ein Besuch auf Shang Tsungs Insel lohnt sich aber nicht nur für das Freischalt-Erlebnis, sondern die Krypta ist in dieser Inkarnation beinahe schon ein kleines Singleplayer-Adventure, in dem ihr nicht nur die heruntergekommenen Schauplätze des ersten Mortal-Kombat-Turniers erkundet, sondern immer wieder auch mit Puzzles konfrontiert werdet. Wer etwa zerstückelte Leichenteile über drei Hebel in die richtige Kombination bringt, öffnet Gitter, hinter denen sich Herz-Kisten befinden.

Ein Schlag mit dem unterwegs aufgesammelten Hammer auf einen Gong öffnet verschlossene Wege, und unterwegs lassen sich auch Artefakte wie Scorpions Kettenspeer finden, die ebenfalls Hilfsmittel für zuvor unerreichbare Kisten und Wege sind. Dazu erzählt Shang Tsungs Geist interessante Dinge über die Orte, die ihr betretet oder gibt euch Tipps. Eine wirklich feine Sache.

Wer soll das alles freischalten? Es gibt tonnenweise Outfits und anderen Kram zu gewinnen. Durch den extremen Grind kann das allerdings Jahre dauern. Wer soll das alles freischalten? Es gibt tonnenweise Outfits und anderen Kram zu gewinnen. Durch den extremen Grind kann das allerdings Jahre dauern.

Zeitspringereien in Filmqualität

Ebenfalls eine feine Sache ist der Storymodus von Mortal Kombat 11. Ganz in der Tradition der beiden Vorgänger erlebt ihr hier eine filmisch inszenierte Geschichte, in deren Verlauf ihr immer wieder in andere Figuren schlüpft, um zwischen den teils ausufernd langen Storyschnipseln Zweikämpfe zu bestehen.

Im Grunde erlebt ihr einen knapp fünfstündigen Trash-Film epischen Ausmaßes, den man (mit etwas Feintuning und vielleicht einem durchdachteren Script) beinahe auch eigenständig als Blu-ray veröffentlichen könnte.

Durch den Zwang, im Verlauf immer wieder neue Charaktere zu spielen, eignet sich der Storymodus bestens als Einstieg für Neulinge, um auf unterhaltsame Weise mit den Unterschieden in der Steuerung der Figuren vertraut zu werden. Nunja, ein anfänglicher Abstecher in die Trainings-Sektion des Spiels kann natürlich nicht schaden, und den voreingestellten Schwierigkeitsgrad solltet ihr gegebenenfalls heraufsetzen, da »mittel« im Bruch mit der Serientradition eher einem »einfach« entspricht.

Mortal Kombat 11 - Gameplay-Trailer - Die Splatter-Vorhersage: Es bleibt brutal. 2:12 Mortal Kombat 11 - Gameplay-Trailer - Die Splatter-Vorhersage: Es bleibt brutal.

Die Inszenierung der Geschichte um die Zeitgöttin Kronika, die genug hat von Donnergott Raiden, der sich immer wieder in ihren geplanten Verlauf der Ereignisse einmischt, ist im Bereich der Prügelspiele unerreicht: Aufwendige Massenkeilereien, filmische Schnitttechniken und wahnsinnig detaillierte Charaktermodelle mit teils unglaublich realistischem Mienenspiel machen die Story um die Verschmelzung zweier Zeitlinien zu einem unterhaltsamen Erlebnis. Netherrealms Ambitionen sind im Prügelgenre keine Selbstverständlichkeit und Mortal Kombat 11 sticht rein inszenatorisch und technisch so manch anderes Spiel aus storyambivalenteren Genres locker aus.

Auch wenn es eigentlich nur episch inszenierter Blödsinn ist. Doch das ist letztendlich alles nur Nebensache, wenn es um die reine spielerische Qualität von Mortal Kombat 11 geht - und die ist fantastisch. Sowohl Einsteiger wie auch Veteranen werden sich in den blutrünstigen Zweikämpfen sofort wohlfühlen. Selbst notorische Einzelspieler kommen angesichts der schieren Fülle an freispielbaren Inhalten erheblich mehr auf ihre Kosten als in anderen Prüglern.

Fatality! Traditionell wird der Verlierer eines Zweikampfs nach allen Regeln der Kunst in seine Einzelteile zerlegt. Fatality! Traditionell wird der Verlierer eines Zweikampfs nach allen Regeln der Kunst in seine Einzelteile zerlegt.

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