Bei einer Gala der White House Correspondents' Association (WHCA) in Washington, bei der auch Donald Trump anwesend war, fielen am vergangenen Wochenende Schüsse. Während die Gäste der Veranstaltung in Sicherheit gebracht wurden, konnte der mutmaßliche Schütze ausfindig gemacht und festgenommen werden.
Es handelte sich dabei um den 31-jährigen Cole Tomas Allen. Zum Zeitpunkt dieses Artikels muss dieser sich vor Gericht unter anderem wegen versuchten Mordes an Donald Trump verantworten. Im Falle einer Verurteilung erwartet ihn eine lebenslange Haftstrafe.
Zudem wurde rasch bekannt, dass Allen unter anderem als Videospielentwickler arbeitet. Eines seiner Spiele, Bohrdom, war bis vor kurzem über Steam erhältlich, doch nach den Ereignissen in Washington sah sich Valve offenbar gezwungen, den Titel von der Plattform zu entfernen.
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Bohrdom nach Reviewbombing von Steam entfernt
Nachdem Identität und Beruf des mutmaßlichen Täters bekannt wurden, fanden Internet-User auch die Steam-Seite seines entwickelten Spiels.
Als Indie-Titel hatte Bohrdom zuvor so gut wie keine Aufmerksamkeit auf der Plattform bekommen. Das 2018 erschienene Spiel präsentierte sich dort als »ein auf Geschicklichkeit basierendes, gewaltfreies, asymmetrisches Kampfspiel, das lose von einem Chemiemodell abgeleitet ist« (archivierte Steam-Seite).
In der Folge des Bekanntwerdens stieg die Anzahl der gleichzeitigen Spieler in den vergangenen Tagen von zwei auf 22 (via SteamDB). Auch die Zahl der Reviews erhöhte sich deutlich auf über 100, wobei die meisten aus geschmacklosen Witzen bestanden, die sich auf das mutmaßlich versuchte Attentat des Entwicklers bezogen.
Lang konnte sich dies allerdings nicht fortsetzen, denn mittlerweile ist Bohrdom aus dem Store verschwunden. Während die Seite mancherorts wohl noch aufrufbar ist, kann das Spiel jedoch nicht mehr erworben werden. Valve hat sich bisher nicht offiziell zu dem Vorgang geäußert, aber es ist durchaus wahrscheinlich, dass das Unternehmen selbst hinter dem Löschvorgang steckt.
So hat Valve bereits in der Vergangenheit wiederholt Titel entfernt, etwa wenn deren Inhalte klare Grenzen überschritten oder wenn externer Druck - wie im Fall des Mastercard-Skandals - ausgeübt wurde.
Bei letzterem hatte Valve eine Reihe von Spielen aus dem Store genommen, weil diese explizite Inhalte für ein erwachsenes Publikum darstellten. Dies war von Zahlungsdienstleistern wie Mastercard ins Rollen gebracht worden. Weitere Infos dazu, findet ihr in der obigen Box.