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Need for Speed Heat im Test: Mit Schritttempo nach vorne

Seit Jahren kommt die NfS-Serie nicht mehr so recht in Fahrt. Need for Speed Heat will das ändern. Im Test sehen wir: In Ansätzen klappt das.

von Nedzad Hurabasic,
08.11.2019 10:26 Uhr

Need for Speed Heat - Testvideo zum besten NfS seit langem 10:17 Need for Speed Heat - Testvideo zum besten NfS seit langem

Eine gute Nachricht vorab: Entwickler Ghost Games verzichtet bei Need for Speed Heat glücklicherweise darauf, uns abermals in den Zwischensequenzen von einer Peinlichkeit in die nächste zu stürzen. Die Handlung balanciert trotzdem immer an der Grenze zu fremdschämig, orientiert sich dabei an Kino-Vorbildern wie The Fast and the Furious und erzählt eine Geschichte, die wir bereits zig Mal erlebt haben.

Ein unbekanntes Racing-Talent will sich in der glitzernden Neon-Metropole Palm City - angelehnt an die US-Großstadt Miami - an die Spitze der Untergrundszene fahren, braucht dazu aber lokale Unterstützung. Und einen fahrbaren Untersatz. Weil, natürlich hat man als Rookie keinen eigenen Wagen. Und keine Wohnung. Und auch keine Freunde ... Ja, ihr merkt schon - es bedarf anderer Motivationen als der Handlung, um hier über längere Zeit am Lenker zu bleiben.

Geht das nicht schneller?

Bei einem Arcade-Racer wären das die Rennen und ein stetig wachsender Fuhrpark. Als Referenz ziehen wir Forza Horizon 4 heran, das in Sachen Rennerlebnis und Wagenflotte Maßstäbe setzt. Im Vergleich dazu schwächelt Need for Speed: Heat, der Einstieg ist zäh. Dabei geht es gar nicht so sehr darum, gleich zu Beginn mit einem fetten Ferrari über den Asphalt der offenen Spielwelt zu brettern. Der BMW M3 ist zum Beispiel ein absolut akzeptables Einstiegsmodell.

Need for Speed Heat sieht vor allem nachts spektakulär aus. Need for Speed Heat sieht vor allem nachts spektakulär aus.

Das Problem ist vielmehr, dass man in den ersten Stunden vorwiegend mit diesem einen Wagen oder zumindest Fahrzeugen ähnlicher Kategorie unterwegs ist. Bis man sich mühevoll einen ganzen Haufen Kohle und Reputation erspielt hat, bleibt es beim Autohändler vorerst bei neidvollen Blicken auf die heißen Boliden. Diese Belohnungs- und Motivationsspirale ist zum Beispiel bei Forza Horizon 4 viel besser gelöst. Ähnliches gilt im Übrigen für Upgrades, die an dieses System gekoppelt sind.

Okay, hier müssen wir erst mal einen Gang zurückschalten und dieses System kurz aufdröseln: Tagsüber nimmt unser Held an offiziellen und legalen »Speedhunters Showdowns« teil und füllt sein blankes Konto auf. Mit der Knete bezahlt ihr Upgrades und Tuning. Nachts herrscht dagegen eine vollkommen andere Währung, wir müssen uns einen Namen machen.

In illegalen Rennen geht es um Reputationspunkte - diese bestimmen quasi euren Level. Nur, wenn dieser hoch genug ist und ihr ausreichend Geld habt, werden richtig geile Autos freigeschaltet. Und irgendwann braucht ihr die fetten Karren einfach, weil viele Rennen an die Leistungsstärke der Wagen gekoppelt sind. Und die Handlung wiederum an die Teilnahme an diesen Rennen.

In der Nacht schlägt das Herz von Heat

Der Übergang von Tag zu Nacht ist den Machern hervorragend gelungen. Mit nur einem Knopfdruck verschlägt es uns auf die dunkle Seite der Stadt: Wo uns gerade noch schicke Beleuchtungseffekte von der Sommersonne träumen ließen, dominieren plötzlich harte Neonlichter die Szenerie.

Auch solch mächtigen Crashs können den Fahrzeugen aufgrund des minimalistischen Schadensmodells nichts anhaben. Auch solch mächtigen Crashs können den Fahrzeugen aufgrund des minimalistischen Schadensmodells nichts anhaben.

Was die ansehnlichen Licht- und Wettereffekte kaschieren ist, dass Palm City eine langweilige Stadt ohne große Höhepunkte ist. Tagsüber badet der regennasse Asphalt in reflektierendem Sonnenlicht, lugen Lichtstrahlen frech hinter Wolkenkratzern hervor und Palmen werfen lange Schatten in die Straßenschluchten. Das sieht toll aus, noch sehenswerter sind aber die Nächte in Palm City.

Blau-Pinke Neonbeleuchtung weist Rasern den Weg, bunte Rauchsäulen markieren Startpositionen und die LED-Beleuchtung der Karossen zerschneidet die Dunkelheit des Betons. Doch das wunderbar anzuschauende Lichtspektakel ist kalt, beleuchtet letztlich eine leblose, austauschbare Welt.

Doch noch mal zurück zur Nachtphase: Die Polizeieinheiten der Palm City PD, angeführt von Leutnant Frank Mercer, sind nun deutlich aggressiver und machen Jagd auf Raser. Das ist auch deshalb spannend, weil es eine »Heat«-Stufe gibt. Sie hat im Prinzip zwei Bedeutungen: Zum einen zeigt sie, wie sehr ihr euch daneben benommen habt und wie sauer die Cops sind.

Mit entsprechend harten Gegenmaßnahmen müsst ihr rechnen. Gleichzeitig ist die Wertung ein Multiplikator, der eure in der Nacht verdienten Reputationspunkte hochkatapultiert. Schafft ihr es, mit vielen Punkten und einer hohen »Heat«-Einstufung in die rettende Garage, rattert es auf dem Konto. Schnappen euch die Cops, verliert ihr einen guten Batzen eures Zasters und einen Teil der erspielten Reputation geht ebenfalls flöten.

Wie viel Spaß machen die Cop-Verfolgungen?

Dummerweise ist das System nicht ganz ohne Tücken: Während einer Verfolgungsjagd versteckten wir uns etwa unter einer Brücke vor den Polizisten und wähnten uns dort sicher. Für das Spiel standen wir aber offenbar auf der Brücke und wurden festgenommen, obwohl es keinerlei Sichtlinie geben konnte. Die Gesetzeshüter abzuschütteln ist gerade auf höheren »Heat«-Stufen extrem schwierig, zumal sie oft so fahren, dass man sie kaum rammen und ausschalten kann. Für diejenigen, die gerne Risiken eingehen, sind diese Duelle mit der Staatsmacht aber eine eine gute Herausforderung.

Die Duelle mit den Cops sind die spielerischen Höhepunkte des Raserspiels. Die Duelle mit den Cops sind die spielerischen Höhepunkte des Raserspiels.

Dass die Cops in den Rennen nur uns attackieren, Kontrahenten jedoch munter vor sich hin rasen dürfen, kommt erschwerend hinzu. Wenn man sich keine allzu großen Patzer erlaubt, ist oft aber immer noch der Sieg oder eine gute Platzierung drin. Das liegt an dem zwar schwachen, aber durchaus vorhandenen Gummiband, das vor allem den Spieler bevorteilt während sich Gegner sogar überrunden lassen. Ausnahmen sind die Story-Missionen - hier nehmen die Spitzenfahrer anderer Crews keine Rücksicht auf uns.

Apropos andere Crews: Need for Speed Heat besitzt eine offene Welt, die man mit anderen teilen kann. Wer online zockt, betritt sozusagen eine Shared World, in der sich andere Spieler tummeln. Auf Wunsch tritt man in Rennen nicht nur gegen die eher dummen KI-Fahrer an, sondern gegen clevere menschliche Gegenüber oder gründet eigene Crews mit Kumpels. Das klappt meist ganz gut, allerdings werden oft Fahrzeuge unterschiedlichster Leistungsstärke zusammengewürfelt - mit entsprechend unfairer Renngestaltung.

Besser ist nicht gut (genug)

Und das Rasen selbst? Das macht schon Spaß, was zu guten Teilen auch an den richtig kernigen Sounds der Boliden liegt - da knattert und rasselt es, dass es eine wahre Freude ist. Bei der Fahrphysik fehlt es uns an Präzision, die wir bei anderen Arcade-Racern wie Forza zu schätzen gelernt haben.

Die Steuerung ist zwar bei Weitem nicht so schwammig wie bei Need for Speed: Payback, gerade in Kurven ist oft jedoch schwierig zu beurteilen, warum das Heck jetzt nun wegbricht oder doch kein vernünftiger Drift einsetzt. Dazu sind vor allem die schwächeren Fahrzeuge trotz hochgetunter Bremsen in Kurven oft schwer kontrollierbar und reagieren zu behäbig.

Die belanglose Story rast von einem Tiefpunkt zum nächsten, mit peinlichen Dialogen zum Vergessen. Die belanglose Story rast von einem Tiefpunkt zum nächsten, mit peinlichen Dialogen zum Vergessen.

Speziell nachts setzt aber ungeachtet der fehlenden Cockpitperspektive ein befriedigendes Geschwindigkeitsgefühl ein, das tagsüber nicht vollends überzeugen kann. Während im Dunkeln die Lichter an uns vorbeihuschen, scheinen die Fahrzeuge im Hellen manchmal auf der Stelle zu verharren.

Es ist ein bisschen so, wie nach langer Autobahnfahrt wieder in der Stadt zu fahren - alles kommt einem ein bisschen langsam vor. Nachts bei Regen eine Straße im dicht befahrenen Verkehr entlang zu rasen, ist dagegen schon ziemlich, sorry, abgefahren.

Forza fährt davon

Im Vergleich zu vorherigen Need-for-Speed-Teilen ist definitiv ein Fortschritt erkennbar, zu Spielen wie Forza Horizon 4 fehlt aber ein gutes Stück an fahrerischer Klasse. In manchen Szenen zeigte Heat eine schwankende Framerate, was der aktuelle Nvidia-Treiber (441.12) aber meist in den Griff bekommt.

Nachts leidet das Spielgefühl manchmal an einem geradezu blendenden Übermaß von Neonanzeigen und blinkenden Richtungsanzeigern. Ab und zu lässt sich deshalb die Fahrrichtung nicht eindeutig einschätzen und wir landen in der Botanik. Eine Rückspulfunktion, die Fehler rückgängig macht, fehlt übrigens genauso wie ein vernünftiges Schadensmodell, das über oberflächliche Kratzer hinausgeht.

Die Tuning-Möglichkeiten sind durchaus vielfältig, fast jedes Teil am Wagen lässt sich austauschen, bemalen, hochzüchten. Ob ihr den Auspuff verändern wollt, farbigen Nitrorauch, fette Spoiler oder LED-Lichter - hier wird viel fürs Tuning-Herz geboten. Cool ist, dass das eigene Auto mit allen Veränderungen Teil der Zwischensequenzen ist - das zieht ins Spiel hinein und sorgt für Atmosphäre.

Beim Tuning werden viele Bastler-Wünsche erfüllt, von der Karosserie bis hin zur Nitro-Farbe lassen sich viele Wagendetails verändern. Beim Tuning werden viele Bastler-Wünsche erfüllt, von der Karosserie bis hin zur Nitro-Farbe lassen sich viele Wagendetails verändern.

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