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Seite 4: Ni No Kuni 2: Schicksal eines Königreichs im Test - Zauberhaftes Anime-RPG

Das eigene Königreich

Ein weiteres neues Element kommt nach etwa zehn Stunden Spielzeit durch den Aufbau des eigenen Königreichs hinzu. Als Namen dafür sucht sich Evan "Minapolis" aus. In diesem Modus kann er sich aus der Vogelperspektive durch die eigene Stadt bewegen, die im Verlauf des Abenteuers immer weiterwächst.

Der Aufbau-Part ist überraschend komplex und motivierend. Zwischen eurem Königreich und euren Fertigkeiten für das Abenteuer besteht eine direkte Wechselwirkung. Der Aufbau-Part ist überraschend komplex und motivierend. Zwischen eurem Königreich und euren Fertigkeiten für das Abenteuer besteht eine direkte Wechselwirkung.

Vom Thron aus darf Evan den Bau von neuen Einrichtungen befehlen und Bürger mit der Forschung in Bereichen wie Magie, Rüstungen, Gnuffie-Pflege oder Waffen beauftragen. Neue Bewohner rekrutiert Evan an den unterschiedlichsten Orten, indem er ihnen einen Gefallen tut oder einfach mit ihnen spricht. Auch Landwirtschaft ist möglich, um Materialien produzieren zu können, mit denen sich Aufrüstung verbessern lässt.

Damit die Wirtschaft im eigenen Königreich läuft, sind Kronen nötig. Das ist eine separate Währung, die nichts mit dem "normalen" Geld für Ausrüstung & Co gemein hat. Sie wird aus der Königskasse genommen, die sich am einfachsten als Bruttonationaleinkommen beschreiben lässt. Schuften die Bürger, füllt sich die Kasse. Fördern könnt ihr den Ertrag durch die Erfüllung von Nebenaufgaben, in denen ihr Einwohnern bei Problemen unter die Arme greift.

Kein Echtgeld-Shop

Die Königskasse füllt sich mit der Zeit immer weiter auf. Wer Geld braucht, muss also warten. Auch die Forschungsaufträge werden in Echtzeit abgearbeitet, lassen sich aber mit Kronen beschleunigen. Das wirkt auf den ersten Blick wie eine typische Free2Play-Mechanik, wir können aber Entwarnung geben. Ni No Kuni 2 hat keinen Echtgeld-Shop; es ist nicht möglich, anders als durch Warten und gutes Management an Kronen zu kommen.

Zwar lässt sich der Ort der Gebäude auf dem Gelände nicht selbst bestimmen, trotzdem ist der Ausbau des Königreichs ungeheuer motivierend. Alle Elemente des Rollenspiels sind unmittelbar mit Minapolis verbunden. Kümmert sich Evan vernünftig um seine Bürger und die Forschungseinrichtungen, entstehen Vorteile auf der Reise.

Ni no Kuni 2 - Aufbau des Königreichs im Video vorgestellt 3:37 Ni no Kuni 2 - Aufbau des Königreichs im Video vorgestellt

Wer eine Gnuffiküche baut, kann fortan dort seine kleinen Begleiter verbessern und sogar neue "kochen". Die Progression im Spiel ist durch diesen Aufbauteil sofort sichtbar. Euer Erfolg bleibt also nicht bloß eine abstrakte Zahl neben der Levelanzeige, sondern er zeigt sich anhand einer üppigen Stadt.

Wie schlägt sich die PC-Version?

Die homogene Verbindung der unterschiedlichen Spielelemente ist das größte Kunststück von Ni No Kuni 2.Sie sind nicht nur ineinander verzahnt, sondern sorgen auch für viel Abwechslung. Ihr haltet euch nie zu lange mit einer Sache auf, sondern werdet in der spannend erzählten Hauptkampagne laufend mit neuen Komponenten überrascht. Monotonie ist ein Fremdwort für dieses Rollenspiel, vor allem da sich auch die wunderschön gestalteten Umgebungen stark voneinander unterscheiden.

Ein paar kleinere technische Makel gibt es jedoch. So stehen NPCs meistens wie in alten 16-Bit-JRPGs starr an einer Stelle herum, und auch beim Sounddesign wurde an manchen Hintergrundgeräuschen gespart. Das ist aber gar nicht schlimm, denn der einzigartige, bewundernswerte Grafikstil gleicht diese Schwächen locker wieder raus. Obwohl er auf Polygonen basiert, sieht er wie gezeichnet aus.

Dank des Anime-Looks gibt's auf der PC-Version auch nicht allzu große Abstriche, wenn man die Detailstufen verringert. Das sollte allerdings kaum nötig sein: Ni No Kuni 2 läuft selbst mit mittelstarker Hardware (Geforce GTX 970) auf maximalen Details mit butterweichen Bildraten. Wer also eine Portierungs-Katastrophe erwartet hat, kann beruhigt aufatmen. Das Spiel läuft auf dem PC ziemlich rund und sieht klasse aus.

Das Grafikmenü von Ni No Kuni 2 bleibt überschaubar, der Hardware-Hunger allerdings auch. Das Grafikmenü von Ni No Kuni 2 bleibt überschaubar, der Hardware-Hunger allerdings auch.

Die kraftvolle Farbkomposition, die geschmeidigen Animationen, einfach die gesamte meisterhafte Ästhetik mutet wie eine Ghibli-Produktion an. Und das, obwohl es eigentlich gar keine ist. Lediglich die Bildschirmanzeigen entlarven es noch als Spiel, ansonsten könnte man es glatt mit einem Anime verwechseln.

Am Ende bleibt ein rundum empfehlenswertes Rollenspiel. Ni No Kuni 2 macht Spaß, verzaubert durch seinen malerischen Stil und regt sogar ein wenig zum Nachdenken an. Eine mehr als würdige Fortsetzung.

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