KKK-Plage in Red Dead Online: Rockstar grätscht rassistischen Trollen rein

Rockstar Games hat Hackern jetzt zumindest eine Möglichkeit genommen, andere Spieler zu trollen. Vor dem aktuellen politischen Hintergrund war die Community ziemlich erpicht darauf, dieses Problem schnell zu lösen.

von Vali Aschenbrenner,
17.06.2020 13:30 Uhr

Rockstar Games geht gegen Ingame-Rassismus in Red Dead Online vor. Vielen Usern reichen die Maßnahmen jedoch nicht. Rockstar Games geht gegen Ingame-Rassismus in Red Dead Online vor. Vielen Usern reichen die Maßnahmen jedoch nicht.

Sowohl GTA Online als auch Red Dead Online haben kontinuierlich mit Cheatern und Hackern zu kämpfen. Rockstar Games hat nun zumindest im letzteren Titel Moddern eine Möglichkeit zum Trollen anderer Spieler genommen, die vor dem aktuellen politischen Hintergrund besonders brisant ausfällt.

Wie Hacker mit dem Ku-Klux-Clan Jagd auf andere Spieler machen

Konkret geht es um das gezielte Spawnen von Mitgliedern des Ku-Klux-Clans, die das Spielerlebnis der Fans von Red Dead Redemption 2 beeinträchtigten. Auf Reddit berichteten Spieler davon, dass diese Übergriffe teils rassistisch motiviert waren und sie in Ingame- oder Voice-Chats persönlich angegriffen wurden.

So ließen Hacker mit der Hilfe von Mod-Menüs die NPCs auftauchen - die eigentlich nur in der Singleplayer-Kampagne von Red Dead Redemption 2 vorkommen - und diese Jagd auf andere Spieler des Multiplayer-Modus machen. Die schießwütigen NPCs eröffneten demnach das Feuer auf die User von Red Dead Online und schafften es aufgrund ihrer schieren Masse oft genug, ihre Opfer zu überrennen.

Dass Hacker vergleichbare Methoden nutzen, um zum Beispiel mit dem Spawnen großer Objekte wie Züge die Server zu überlasten, ist nichts Neues. Vor einigen Monaten ließen Modder etwa auch Skelette mit zwei Köpfen andere Spieler verprügeln.

Im Angesicht der aktuell angespannten politischen Lage, der BlackLivesMatter-Bewegung und den weltweiten Protesten gegen Rassismus, sorgten rassistische Hacker mit ihren KKK-NPCs für besonders großen Unmut in der Community von Red Dead Online.

Rockstar geht gegen rassistisches Trolling vor

Mit dem neuesten Update für Red Dead Online soll dieses Problem der Vergangenheit angehören - wie der Rockstar-Insider und Dataminer Tez2 auf Twitter feststellte. Ihm zufolge erkennt das Spiel nun neue Modelle, die den KKK-NPCs entsprechen, und löscht diese unmittelbar.

Die Community ist mit damit aber nur semi-zufrieden: Einige Spieler kritisieren, dass damit zwar ein Problem von Red Dead Online behoben wird, viele andere technischen Probleme oder Hacker-Exploits weiterhin bestehen bleiben. Dass in Red Dead Online im Gegensatz zu GTA Online keine privaten Lobbys nur für Freunde und Spieler mit Einladung erstellt werden können, wird ebenfalls angekreidet.

BlackLivesMatter in Videospielen

Rassismus ist in Red Dead Online übrigens kein Novum: Im Januar 2019 berichtete beispielsweise TheVerge darüber, wie Spieler des Multiplayer-Modus von Red Dead Redemption 2 gezielt Jagd auf dunkelhäutige und asiatische Spieler machten.

Rockstar Games selbst thematisierte die BlackLivesMatter-Bewegung: Am 4. Juni 2020 wurden die Server von GTA und Red Dead Online für zwei Stunden offline genommen, während eine Gedenkfeier zu Ehren von George Floyd stattfand.

Parallel dazu drückten große Videospielentwickler und -Publisher ihre Solidarität für BlackLivesMatter aus - Infinity Ward kündigte beispielsweise an, vehementer gegen Ingame-Rassismus in Spielen wie Call of Duty: Modern Warfare vorzugehen.

GameStar, GamePro und Mein-MMO zeigen sich gegenüber BlackLivesMatter ebenfalls solidarisch: Bei Webedia tolerieren wir keine Diskriminierung jeglicher Art. In einem Livestream geht unsere Chefredaktion explizit auf das Thema ein:

Wo sind die Kommentare?
Aufgrund der sensiblen Hintergründe des Themas und des damit verbundenen hohen Moderationsaufwands haben wir uns entschlossen, die Kommentare in einem Sammel-Thread im Forum zu bündeln. GameStar positioniert sich solidarisch zur #BlackLivesMatter-Bewegung und toleriert keinerlei Diskriminierung. Und wir bedanken uns herzlich bei allen, die sich in unseren Communities für ein respektvolles Miteinander einsetzen. Unsere Gedanken sind bei allen Betroffenen. Passt auf euch auf.

Hier geht's zum Sammel-Thread

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