Valve muss wegen des Steam-Controllers Millionenstrafe zahlen

Erneute Geldstrafe für Valve: Das Unternehmen wurde verurteilt, weil es mit den Steam Controller ein Patent verletzte.

von Sören Wetterau,
03.02.2021 12:15 Uhr

Der Steam Controller verletzt laut Gerichtsurteil ein bestehendes Designpatent eines anderen Herstellers. Der Steam Controller verletzt laut Gerichtsurteil ein bestehendes Designpatent eines anderen Herstellers.

Obwohl Valve den Steam Controller bereits seit einiger Zeit nicht mehr vertreibt, gibt es nun ein teures Nachspiel. Ein Gericht verurteilte den Hersteller zu einer Geldstrafe in Höhe von vier Millionen US-Dollar aufgrund des Verstoßes gegen ein Designpatent des Unternehmens SCUF. Der Hersteller ist bekannt für seine modifizierbaren und benutzerdefinierten PlayStation- und Xbox-Controller.

Die Gerichtsverhandlung zwischen Valve und Ironburg Inventions, einer Firma, die sich speziell um die Patente von SCUF kümmert, begann Ende Januar. Nun, so berichtet die Webseite Law.com, habe die Jury einstimmig eine Entscheidung gegen den Steam-Betreiber gefällt.

Es ist übrigens nicht das erste Mal in diesem Jahr, dass Valve eine hohe Strafzahlung leisten muss. Erst vor wenigen Wochen folgte eine Strafe seitens der EU, gegen die das Unternehmen sich noch zur Wehr setzt:

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Um welches Patent geht es?

Im Mittelpunkt der Klage steht ein Patent, welches SCUF und Ironburg 2013 angemeldet haben. Das Patent beschreibt zusätzliche Bedienelemente auf der Rückseite eines Controllers, die der Nutzer mithilfe seiner Mittelfinger bedienen kann.

Hier im Bild gut zu sehen: Die beiden Tasten (rechts und links) auf der Rückseite des Steam Controllers. Hier im Bild gut zu sehen: Die beiden Tasten (rechts und links) auf der Rückseite des Steam Controllers.

Schon 2014, als Valve erstmals auf der Consumer Electronics Show einen Prototypen des Steam Controllers zeigte, habe Ironburg eine Warnung bezüglich des Patents ausgesprochen. Valve habe dies jedoch ignoriert, so die Anwälte Ironburgs laut Law360.

"Valve wusste, dass ein solches Verhalten ein unangemessenes Risiko mit sich bringt, aber habe dennoch den Verstoß begangen. "

Valve wiederum sah keine Verletzung des Patents, da sich die Tasten des Steam Controllers von denen von SCUF unterscheiden würden. Der Richter Thomas Zilly schloss sich jedoch der Begründung von Ironburg an und stellte einen Verstoß fest.

Die Jury folgte dem Urteil. Die Strafzahlung könnte möglicherweise sogar noch höher ausfallen, weil gemäß der Jury die Verletzung des Patents vorsätzlich erfolgte.

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Die Zukunft des Steam Controllers

Für den Verkauf des Steam Controllers hat das übrigens keine Folgen, denn die Produktion stellte Valve bereits Ende 2019 ein. Seitdem ist es um eine Fortsetzung der Controller-Pläne von Valve ziemlich ruhig geworden, obwohl das Unternehmen ein Patent für einen Nachfolger anmeldete.

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Ob in diesem Jahr eine Ankündigung eines neuen Steam Controllers erfolgt, bleibt noch abzuwarten. Das Valve jedoch große Pläne für seine Vertriebsplattform verfolgt, ist längst keine Neuigkeit mehr.

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