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Seite 3: Warum die GameStar-Community Spiele liebt - Von der Internet-Liebe zur Gilden-Midlife-Crisis

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Gildenführerin mit Midlife-Crisis und Internet-Lover

Mar0dy: Ich bin mir bis heute nicht sicher, ob ich, wenn es dieses weitreichende Medium in meiner Jugend nicht gegeben hätte, diese schwere Zeit so »unversehrt überstanden hätte. Spiele haben mir eine Welt offenbart, in welcher es nicht wichtig ist, ob du stark oder schwach, jung oder alt, klein oder groß, schüchtern oder mutig bist. Wir alle waren Gordon Freeman, wir alle waren Kyle Katarn. Jim Raynor, Lara Croft oder Duke Nukem. Und viele weitere, namenlose Helden, Kommandeure, Abenteurer, Soldaten. Hier waren wir alle gleich.

Als dann alsbald das Internet salonfähig wurde und regelmäßig für Standpauken der Eltern wegen irrsinnig hoher Telefonrechnungen sorgte, konnte man urplötzlich mit nur wenigen Klicks Teil einer riesigen, internationalen Gemeinschaft sein. Du spielst Counter Strike? Super, lass uns Freunde sein! Keine Fragen, keine Vorurteile, keine Ausgrenzungen. Du gehörtest dazu, denn du warst Teil einer wachsenden, von der Außenwelt argwöhnisch betrachteten Familie. Hier konnte ich Dinge erleben, welche mir die echte Welt zu dieser Zeit verwehrte. Zum Beispiel meine erste große Liebe finden, damals kennengelernt in den Battle.net-Chaträumen von Diablo 1. Ein unbeschreibliches Hochgefühl, gefolgt von einem tiefen Fall, als sich herausstellte, dass es sich um einen Kerl handelte.

Spiele bewegen:Die größten Counter-Strike-Skandale

Meine erste Gilde, geführt von einer 45-jährigen Frau in einer Midlife-Crisis und ihrem kickboxenden, 22-jährigen Internet-Liebhaber mit ausgeprägtem Beißreflex. Klingt seltsam? Hat aber niemanden interessiert, denn sie waren genau so Teil dieser eingeschworenen Gruppe, wie wir anderen eben auch. Reibereien gab es wie in jeder guten Familie, doch meist sportlich, oft ein wenig gekünstelt und nicht selten mit viel Humor. Und irgendwie wusste man immer, dass man sich doch gegenseitig schätzt und respektiert. Im schlimmsten Fall wurde man dann eben zu einer Runde "Azze 1on1 Holztor no AWP no HE" gefordert. Die ewigen Streitereien zwischen Quake-3- und CS-Spielern (und auch Unreal Tournament, aber die hat niemand ernst genommen) waren genau so Teil der eigenen Identitätsfindung, wie die vielen und starken Diskussionen in den jeweiligen Foren oder IRC-Kanälen. Man hat gemeinsam gelacht, gefachsimpelt, gestritten. Und am Ende des Tages das Bündnis bei einer spannenden Runde CTF gestärkt.

Und dafür liebe und schätze ich Spiele und ihre Möglichkeiten - bis heute, obwohl diese Zeit 15-20 Jahre in der Vergangenheit liegt und sich viel verändert hat; sowohl bei mir, als auch in der Welt der Spiele. Dieses Medium hat das wunderbare und leider viel zu oft übersehene Potential, zu verbinden und zu vereinen. Heute vielleicht nicht mehr so sehr wie damals, dafür sind die Spielermengen einfach zu groß geworden und es gibt (zumindest im Mainstream) kein wirkliches »Community-Gefühl mehr. Hier hat sich der Zeitgeist auch sehr verändert. Doch wenn ich mir heute für ein Spiel die Zeit nehme, dann oft nur, wenn ich dieses Erlebnis mit jemandem teilen kann - am liebsten gemeinsam auf der bequemen Couch.

In Destiny 2 sind integrierte Clans im Spiel eine wichtige Neuerung - auch heute haben Gilden und Co. in Multiplayer-Spielen noch eine große Bedeutung. In Destiny 2 sind integrierte Clans im Spiel eine wichtige Neuerung - auch heute haben Gilden und Co. in Multiplayer-Spielen noch eine große Bedeutung.

Entspannen und Erleben

Matti79: Bei der Frage, warum wir Computerspiele lieben, da denke ich an meine Kindheit zurück. Computerspiele - sie verbinden die die Technik mit dem spielen. Als Kind war ich persönlich begeistert davon auf einer Tastatur herum zu tippen. Hört sich doof an, finden jetzt vielleicht einige? Finde ich nicht!

Zweitens: Spiele sollen idealerweise ein für jede Person geeignetes Mittelmaß zwischen Herausforderung und Spaß enthalten. Obwohl das längst nicht alles ist, so trägt es dazu bei, unterhalten zu werden. Aber auch nur die alleinige Unterhaltung an sich ist längst nicht alles, weshalb wir Computerspiele spielen. Es geht um mehr: Spiele sollen vordergründig entspannen. Während ich bei einem Film zuschaue und mich in die Welt gedanklich einlebe, so spiele ich Spiele aktiv selbst und kann über die Art, wie ich vorankommen will - oftmals - selbst entscheiden. Und gerade auch die Entscheidungsfreiheit haucht einem Spiel oftmals eine gewisse Seele ein. Aber auch andere Dinge, wie die grafische Kulisse, die Klangvielfalt und so weiter spielen eine wichtige Rolle - das sättigt unser Erlebnis in Computerspielen positiv.

Stichwort »entspannen«, Stichwort »erleben« also - das ist wohl Hauptkriterium, weshalb wir alle die Computerspiele lieben - denn da spreche ich sicher nicht nur für mich. Die Mehrheit spielt Computerspiele also sicher, um zu entspannen und um etwas zu erleben, das es in der realen Welt so nicht gibt - sprechen wir etwa von einem Mass Effect oder von einem Star Citizen - dann trifft diese Tatsache hier exakt zu. Und natürlich könnten wir alle jetzt sicher Hunderte andere Spieletitel nennen.

Video starten 7:33 Star Citizen - Kauf-Check-Video: Was kann man wirklich schon spielen?

Wir lieben Computerspiele aber auch, weil wir einfach in eine Welt eintauchen können, um so beispielsweise Dinge zu reflektieren, über Dinge nachzudenken. Das sind also Dinge, die wir so im echten Leben vielleicht nie zu Gesicht bekommen werden - ginge es beispielsweise darum als Held (in einem Spiel) Entscheidungen zu treffen, die nachhaltig das Leben (im Spiel) verändern können oder die die unmittelbaren Auswirkungen zwischen anderen Spielern (NPCs) und deren Gemeinschaft verändern. Wer würde denn nicht gerne einen Commander Shepard spielen und wichtige Entscheidungen treffen?

Computerspiele lieben wir also auch unter dem Punkt der Entscheidungsfreiheit, die wir so im echten Leben nicht haben werden. Wir lieben zudem Computerspiele, weil sie uns ein Stück mehr Freiheit als im echten Leben geben Und wenn wir zu einem Zeitpunkt dieses eine Level oder diesen einen Bosskampf nicht meistern können, dann speichern wir, fahren raus in die Natur oder unternehmen etwas mit unseren Freunden, nur um zu einem späteren Zeitpunkt oder an einem anderen Tage auch diese Hürde zu meistern. Und ganz nebenbei: Das Gefühl etwas geschafft zu haben, ist ja ohnehin immer ein gutes Gefühl. Sei es in der realen Welt oder eben auch in einem Computerspiel.

Live, Die, Repeat

Spelllord: Ich liebe Spiele, weil man einen bestimmten Moment immer wieder versuchen kann um an das Ergebnis zu kommen, das man will.

Weil man manchmal quasi unendlich viel Zeit hat, um zu überlegen, wie man ein Problem löst. Weil die Entwickler bei den Spielemechaniken immer wieder neues versuchen, mal mehr, mal weniger. Weil Spiele Geschichten hervorgebracht haben die ich so noch nie in Büchern erlebt habe, weil Spiele viele verschiedene Arten des Erzählens zulassen.

Wegen dieser wenigen und doch vielen Gründe liebe ich Spiele und weil sie mir einen Anker geben, damit ich mich nicht verliere.

Spiele lassen uns die Zeit zurückdrehen, wie man am Adventure Life Is Strange oder jüngst am Shooter Reservoir Dogs sieht:

Video starten 9:22 Reservoir Dogs: Bloody Days - Video mit Entwicklerkommentar zeigt, wie sich der Top-Down-Shooter spielt

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