Realistisch, brutal, riesig: Neuer WW1-Shooter für 100 Spieler drückt alle Knöpfe

Beyond The Wire will die Schrecken des Ersten Weltkriegs spürbar machen und setzt dafür auf riesige Schlachtfelder mit heftigen Nahkämpfen in schlammigen Gräben.

von Fabiano Uslenghi,
26.03.2020 15:39 Uhr

Im Westen was Neues. Beyond the Wire ist eine Multiplayer-Shooter, der große Pläne hat. Im Westen was Neues. Beyond the Wire ist eine Multiplayer-Shooter, der große Pläne hat.

Der Erste Weltkrieg wird in der Videospiel-Landschaft gerne Mal ein wenig stiefmütterlich behandelt. Gerade im Vergleich zum Zweiten Weltkrieg - wovon es zwischenzeitlich so viele Spiele gab, dass niemand mehr Lust darauf hatte.

Der Erste Weltkrieg ist aber eben auch eine andere Angelegenheit und macht es Entwicklern nicht immer ganz einfach. Trotzdem haben sich gerade in den letzten Jahren vermehrt Studios im Shooter-Genre an diese düstere Epoche herangewagt.

Neben dem wohl bekanntesten Genrevertreter Battlefield 1, ploppten auch kleinere Ego-Shooter wie beispielsweise Tannenberg auf. Ein neuer WW1-Shooter heißt nun Beyond The Wire und könnte eines der spannendsten Spiele im Ersten Weltkrieg werden. Er verspricht nämlich sowohl Action als auch Realismus miteinander verheiraten zu können.

Beyond the Wire - Screenshots ansehen

Riesige Map, enge Gräben

Gerade Multiplayer-Gefechte haben in den letzten Jahren gehörig aufgerüstet. Insbesondere in ihrer Größenordnung. Auch Beyond The Wire verspricht Schlachtfelder, auf denen bis zu 100 Spieler gleichzeitig um den Sieg kämpfen.

Gemessen an den Screenshots, macht das Ganze optisch schon einiges her: Von gewaltigen Kratern übersätes Niemandsland. Kleinstädte an der europäischen Westfront, die vollständig in Trümmern liegen. Klaustrophobische Gräben, die sich wie ein Spinnennetz durch das ganze Schlachtfeld ziehen.

Beyond The Wire weiß, welche Bilder sich in unserem Kopf befinden, wenn wir an den Ersten Weltkrieg denken. Im ersten Trailer ist die Atmosphäre zum Schneiden dick:

Beyond The Wire zeigt seine brutalen Grabenkämpfen im Ankündigungs-Trailer 1:17 Beyond The Wire zeigt seine brutalen Grabenkämpfen im Ankündigungs-Trailer

Wenn sich auf diesen Schlachtfeldern dann auch noch 50 Spieler auf jeder Seite bereit für den Ansturm machen, verspricht Beyond the Wire eine fantastische Schlachtfeldstimmung.

Besonders die verwinkelten Gräben, Rauch und tiefe Krater machen das ganze dann zudem spielerisch interessant. Sie zwingen uns nämlich immer wieder zu Nahkämpfen und schränken die Übersicht vollständig ein. Ähnlich wie Squad, legt Beyond the Wire großen Wert auf Teamplay und Kommunikation: »Spieler werden nur gemeinsam mit ihren Kameraden Erfolg haben können«, heißt es.

Wann kommt Beyond The Wire raus?
Der Shooter wurde vor kurzem erst angekündigt und befindet sich gerade in der Entwicklung. Das Studio geht davon aus, dass Beyond The Wire noch 2020 in den Early Access starten wird. Davor wird es eine Alpha-Phase geben, für die ihr euch auf deren Website anmelden könnt. Ein vollwertiger Release ist nicht vor 2021 geplant, eventuell sogar später.

Das macht Beyond The Wire besonders

Publisher von Beyond The Wire ist Offworld Industries. Das Studio ist in erster Linie als die Entwickler von Squad und Publisher von Post Scirptum bekannt. Das setzt natürlich ein Zeichen. Denn beide Spiele sind in erster Linie als Kriegs-Simulationen mit authentischem Anspruch bekannt und beliebt. Beyond The Wire hingegen nimmt es mit der Akkuratesse nicht immer ganz so genau.

In erster Linie bei den Waffen wollen sich die Entwickler ein paar Freiheiten nehmen. Die Schießprügel sehen zwar authentisch aus, verhalten sich aber nicht immer so. Realismus ordnet sich dem Spielspaß unter. Trotzdem sollen im Gegensatz zu Battlefield 1 »methodische Gefechte mit Repetiergewehren« im Fokus stehen, so die Macher.

In den Gräben von Beyond the Wire gehen Spieler mit Bayonetten, Knüppeln oder Messern aufeinander los. In den Gräben von Beyond the Wire gehen Spieler mit Bayonetten, Knüppeln oder Messern aufeinander los.

Da sich die Gefechte zudem oft auf engem Raum abspielen, sind Nahkämpfe sehr wichtig. Beyond The Wire bietet deshalb ein sehr viel komplexeres Nahkampfsystem (inklusive Stamina-Management), als wir es von anderen Shootern gewöhnt sind. Äxte, Eisenstangen oder Bayonett sollen sich alle sehr unterschiedlich (und brutal) anfühlen.

Authentizität soll dadurch erzeugt werden, wie verstörend einige Szenen in Beyond The Wire wirken können. Der Gewaltgrad kann sehr rabiat ausfallen - aber nicht weil die Entwickler so scharf auf Blut sind. Brutalität, Blut und Chlorgas, das in den Augen brennt, sollen viel mehr den Horror des Ersten Weltkriegs spürbar machen.

Zwischen Action & Realismus

Es mag überraschen, dass Beyond The Wire versucht, einen Mittelweg zwischen Action und Realismus zu finden. Allerdings gibt einem das Setting oft gar keine andere Möglichkeit. Der Erste Weltkrieg lässt sich in Spielen eben nur sehr bedingt wirklich realistisch darstellen.

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Wir reden hier immerhin von einem Stellungskrieg, in dem Tage lang nichts passiert ist. Erst wenn es zum großen Knall kam, fielen die Soldaten massenhaft Maschinengewehren, Artillerie und Giftgas zum Opfer. Dynamische Zweikämpfe mit viel Bewegung waren hier eine Seltenheit und spiegeln kaum das wahre Kriegsbild wider.

Schon Battlefield 1 verzichtete deshalb bewusst auf eine vollständig realistische Darstellung. Beyond The Wire scheint aber im Vergleich nicht ganz so stark von einem authentischen Anspruch abrücken zu wollen.

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