5 Probleme, die CoD: Modern Warfare nicht in den Griff bekommt

Season 1 von Call of Duty: Modern Warfare neigt sich dem Ende zu, doch trotz zahlreicher Patches verbleiben einige nervige Probleme im Spiel, die die Community verärgern.

von Dimitry Halley,
20.01.2020 10:30 Uhr

Call of Duty: Modern Warfare bekommt auch am Ende von Season 1 einige Probleme noch nicht in den Griff. Call of Duty: Modern Warfare bekommt auch am Ende von Season 1 einige Probleme noch nicht in den Griff.

Call of Duty: Modern Warfare bemüht sich redlich, viele Release-Probleme zu fixen. Seit Erscheinen sind zahlreiche Patches erschienen, die eigene Update-Agenda wird öffentlich mit der Community geteilt, die Entwickler reagieren auf Feedback, es gibt wöchentlich neue Playlists und, und, und. Falls ihr euch für die größten Errungenschaften von Season 1 interessiert, haben wir einen separaten Artikel für euch.

Doch nun, da sich Season 1 (trotz einer Verlängerung) allmählich dem Ende neigt, ziehen wir auch auf der negativen Seite Bilanz: Es verbleiben fünf größere Probleme, die Call of Duty: Modern Warfare einfach noch nicht in den Griff bekommt. Für Season 2 sollte sich Infinity Ward diese Schwerpunkte also ganz oben auf die Fahnen schreiben - zumindest ist das unsere redaktionelle Einschätzung.

1. Die PC-Technik muss endlich gefixt werden

Auf dem PC verwandelt Modern Warfare eure Festplatte regelmäßig in einen Stop-Motion-Cartoon. Wenn neue Patches aufgespielt werden oder Texturen laden, ruckelt und zuckelt es, als würdet ihr gerade mit dem Bleistift in die HDD kritzeln. Bei unseren abendlichen Runden fällt die Kommunikation in den Ladepausen gänzlich aus - und es findet lange nicht jedes Gruppenmitglied den Weg ins Spiel.

In den Menüs von Modern Warfare stockt's manchmal schlimmer als auf der A1 zum Ferienbeginn. In den Menüs von Modern Warfare stockt's manchmal schlimmer als auf der A1 zum Ferienbeginn.

Viel zu oft müssen wir 30 Minuten lang mit technischen Schwierigkeiten hadern, bevor wir mit unseren abendlichen Multiplayer-Ründchen beginnen können. Da kommt zwar LAN-Party-Flair auf, aber auch jede Menge Frust.

Auf den Konsolen gibt's diese Probleme nicht, auf dem PC müssen die Entwickler dringend den Code überarbeiten, um die Shader-Lade-Orgien in den Griff zu bekommen. Ja, hier hat sich schon merklich was getan. Aber zu wenig.

2. Camping gehört auf den Camping-Platz

Natürlich liegt's ein Stück weit auch an der Community, nicht dauernd die Hotspots einer Karte abzucampen, aber das Map-Design von Modern Warfare verleitet eben mehr als viele andere Multiplayer-Shooter zum Campen. Und ja, taktisches Warten geht natürlich voll in Ordnung, doch Modern Warfare scheint sich im eigenen Gamedesign einfach nicht hundertprozentig sicher, was es sein will.

Ein Run&Gun-Shooter? Dann bräuchten die Karten einen klareren Flow. Ein Taktik-Shooter? Dann wollen wir mehr Absprache- und Koordinationsmöglichkeiten. Einen Ping zum Beispiel.

Selbst auf coolen Karten wie der neuen Crash wird die B-Site häufig von vier unterschiedlichen Gebäuden auf mehreren Stockwerken belagert. Auf Euphrates Bridge beharken sich Sniper-Camper von zwei Seiten, bis der erste die dicken Streaks für absolute Dominanz rufen kann.

Camping wird im Spiel zu sehr belohnt. Camping wird im Spiel zu sehr belohnt.

Und auf Rammaza gibt es immer diesen einen Vogel, der auf C zwischen den Regalen auf der Lauer liegt. Infinity Ward sollte ähnlich wie Ubisoft bei Rainbow Six: Siege mit einigen Maps nochmal eine Runde drehen, einige Bereiche absperren (wie sie es bei Piccadilly schon getan haben) und für Klarheit sorgen.

3. Bessere Spawns, bitte

Ganz ehrlich: Mit Shipment schlägt Infinity Ward dem Fass den Boden aus. Ja, die Map ist ein Stück weit als reine Spaßballerei gedacht, weil beide Teams auf extrem engem Raum in einem einzigen großen Fleischwolf spawnen. Doch in anderen Call-of-Duty-Teilen hatte man zumindest das Gefühl, dass es auf diesen »Engraum-Karten« irgendeine Systematik in der Spawnverteilung gibt.

Wenn ein Team auf Shipment alle vier Ecken der Map abdeckt, spawnt das gegnerische Team und immer und immer wieder in den eigenen Tod, ohne was dagegen tun zu können. In abgeschwächter Form werden viele Maps und Modi noch von erratischen Spawns geplagt. Häufig findet eure Wiedergeburt quasi direkt im nächsten Tod statt.

Auf Shipment starten so viele Leute auf engem Raum, dass kaum Luft zum Atmen bleibt. Auf Shipment starten so viele Leute auf engem Raum, dass kaum Luft zum Atmen bleibt.

Natürlich ist es nicht einfach, in hektischen Team-Deathmatches mit permanent wechselnden Gegnerverteilungen einen absolut fairen Spawn für jeden Spieler zu garantieren. Aber andere Spiele (auch CoD-Teile) bekommen das deutlich besser hin als Modern Warfare.

4. Der SpecOps-Modus

Der Koop-Modus von Modern Warfare fühlt sich noch immer an wie ein ungeliebtes Stiefkind. Zwar wurde die Balance ein wenig verbessert (regelmäßige Munitions-Drops), doch KI, Missionsdesign und der allgemeine Spielfluss fallen spürbar hinter Kampagne und PvP ab. Immerhin bekommen wir neue Missionen kostenlos nachgeliefert, doch das hilft wenig, wenn die Aufträge selbst kaum Freude bereiten.

Wenn die SpecOps-Missionen eher als Wegwerf-Unterhaltung gedacht sein sollten (ähnlich wie die Terrorist Hunts bei Rainbow Six: Siege), dann wünschen wir uns zumindest einen gedrosselten Schwierigkeitsgrad, um mit ein bisschen weniger Frust durch die Areale zu gelangen. Und bevor jemand »Git gud« schreit: Wir nehmen auch den hohen Härtegrad - aber dann bitte mit mehr Feinschliff.

5. Das Waffen-Balancing braucht immer noch Pflege

Dieser Problempunkt ist ein bisschen knifflig, denn wir wollen nicht unfair sein. Modern Warfare hat seine ganz großen Balancing-Probleme glücklicherweise zeitnah zum Release aus der Welt geräumt. Die 725-Schrotflinte war eine übermächtige Katastrophe und in Kombination mit Claymore-Minen-Spam einfach nur ein Albtraum. Beides hat sich ausgeträumt.

Die 725-Schrotflinte war zum Release hoffnungslos overpowered. Die 725-Schrotflinte war zum Release hoffnungslos overpowered.

Doch wirklich herausragend finden wir das Waffen-Balancing noch immer nicht. Einige Waffen wie die M4, Kar98k, HDR und MP5 stechen so heraus, dass ihr euch jenseits davon kaum umschauen müsst. Ja, die anderen Knarren sind größtenteils spielbar - doch die Chancen stehen hoch, dass ihr auf Platz 1, 2 und 3 häufig Leute mit sehr ähnlichem Loadout findet.

In Verbindung mit dem skill-basierten Matchmaking gibt es gerade in größeren Gruppen (die fast immer mit Clans gematcht werden) kaum entspannte Partien, in denen man mal mit weniger guten Waffen den Sieg davonträgt. Hier müssen die Entwickler für mehr Bewegung im Balancing sorgen.

Habt ihr noch weitere Dinge, die euch stören? Regt ihr euch über das Skill-Based-Matchmaking auf? Schreibt uns die Meinung in die Kommentare.

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