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Command & Conquer ist das Remaster der vielen »Ja, abers«

Das Remaster verpasst Command & Conquer einen neuen Anstrich, der alte Schwächen aber nicht übertüncht. Ist das schlimm? Nein, nicht für jeden.

von Michael Graf,
05.06.2020 19:00 Uhr

Ein Test von C&C Remastered ist eine knifflige Angelegenheit. Für Nostalgiker ist das Remaster eine rundweg tolle Nachricht - alle anderen werden sich schwertun, C&C die alten Schwächen zu verzeihen. Ein Test von C&C Remastered ist eine knifflige Angelegenheit. Für Nostalgiker ist das Remaster eine rundweg tolle Nachricht - alle anderen werden sich schwertun, C&C die alten Schwächen zu verzeihen.

Schon die ersten Sekunden von Command & Conquer Remastered geben mir Gänsehaut und das Gefühl, nach Hause zu kommen. Für den ersten Spielstart haben die Entwickler nämlich den verpixelten DOS-Installationsbildschirm neu aufgelegt, der sich dann allmählich zum hochaufgelösten Optionsmenü schärft.

Auch die anfangs quäkige PC-Speaker-Stimme von E.V.A. (der Elektronischen Video-Assistentin) erklingt schließlich kristallklar und salutiert auf Englisch: »Welcome back, Commander.« All das läuft automatisch ab, Optionen wählen darf ich hier nicht. Trotzdem stellt das Remaster damit sofort klar: Es ist wieder Command & Conquer. Ärmel hochkrempeln, Finger an die Maus, packen wir's an!

Alte Grafik Alte Grafik
Neue Grafik Neue Grafik

Hier der Grafikvergleich zwischen neuer und alter Optik, mit der Leertaste können wir jederzeit zwischen beiden Varianten hin und herschalten. Die Bauleiste rechts lässt sich ausblenden.

Wie meinen, ihr habt euren Unterarm gewissenhaft untersucht und keine Gänsehaut entdeckt? Tja, herzlich willkommen zum Problem von Command & Conquer Remastered.

Wer mit C&C, mit dieser Ikone der Echtzeit-Strategie keine wundervollen Erinnerungen verbindet, wer nicht als DOS-Veteran bei Begriffen wie »Gravis Ultrasound Max« und »IRQ« schmerzlich seufzt, wer 1995 also nicht dabei war, beginnt mit dem Remaster von C&C schon mal auf dem falschen Fuß. Und das ist ganz normal so.

Testvideo: Ist Command & Conquer Remastered, was wir uns gewünscht haben? 12:53 Testvideo: Ist Command & Conquer Remastered, was wir uns gewünscht haben?

Denn natürlich spielen solche Neuauflagen mit dem Gefühl der Rückkehr, mit Erinnerungen an die Kindheit oder das junge Erwachsenenleben, als die Welt noch leichter war und der große Bruder die graue Pappschachtel mit dem Skibrillen-Soldaten nach Hause brachte - so zumindest in meinem Fall. Ich liebe Command & Conquer, ich liebe die Erinnerung an das erste C&C und die ganze Serie (Sole Survivor und Tiberian Twilight klammern wir mal aus).

Die Gretchenfrage für den Test des Remasters lautet indes: Könnt ihr Command & Conquer ebenfalls lieben - selbst dann, wenn ihr dem Original so innige Gefühle entgegenbringt wie Kane seinem Adjutanten Seth (Insider nicken hier wissend)?

Command & Conquer Remastered - Screenshots ansehen

Ich antworte mal diplomatisch: Ja, das könnt ihr, aber ihr müsst nicht. Command & Conquer entfaltet in der Remastered-Version nämlich viele alte Stärken, die es auch heute noch spielenswert machen. Zugleich entfaltet es viele alte Schwächen, und das ist des Pudels Kern: Das Remaster von C&C tut nicht alles, was getan werden könnte.

Ob das für euch reicht, müsst ihr nach der Lektüre dieses Tests selbst entscheiden. Bereits entschieden ist dagegen, wer der beste Echtzeit-Stratege der GameStar-Redaktion ist. Das seht ihr nämlich im Multiplayer-Video mit Maurice und mir:

C&C Remastered im Multiplayer-Duell: Micha und Maurice kämpen um die Strategenkrone PLUS 12:13 C&C Remastered im Multiplayer-Duell: Micha und Maurice kämpen um die Strategenkrone

Der Autor
Michael Graf hat Command & Conquer gespielt und geliebt, als manch jüngere Redaktionskollegen noch nicht mal geboren waren. Es war nicht sein erstes Echtzeit-Strategiespiel (vorher kam Dune 2), und erst recht nicht sein letztes: Danach hat er sich durch fast alle Genre-Vertreter gekämpft (sogar Z) und sie ab 2003 auch für GameStar getestet. Über das Remaster von C&C freut er sich persönlich sehr, auch wenn er verstehen kann, wenn jüngere Spieler die Fazination C&C nicht mehr nachvollziehen können. Da sind ja nicht mal Mikrotransaktionen drin, wie soll das denn Spaß machen?!

Viel Command & Conquer, nichts Neues

Erfreulich üppig ist der Umfang der Command & Conquer Remastered Collection, noch dazu für bescheidene 20 Euro. Wobei, okay, in Zeiten von Steam- und anderen Sales klingen 20 Euro schon wieder nach einer Menge Geld, dennoch steckt hier alles drin, was es an offiziellen Inhalten zu den ersten beiden Command & Conquers gibt.

  • C&C: Der Tiberiumkonflikt - Das erste C&C von 1995, in dem die Weltpolizei GDI und die Terroris… pardon, Freiheitskämpfer von Nod um die Kontrolle des Tiberium-Minerals ringen.
  • C&C: Der Ausnahmestand - Mäßiges Addon zum ersten C&C mit 15 Einzelmissionen, deren Qualität stark schwankt, und die keine neuen Einheiten bringen.
  • PlayStation- und Nintendo-Missionen - Zehn Einsätze, die ursprünglich exklusiv für die Konsolenversionen von C&C 1 erschienen sind, seitdem aber auch mit Fan-Patches ins PC-Spiel eingebaut wurden.
  • C&C: Alarmstufe Rot - Der ursprünglich als Addon geplante Nachfolger von 1996, der eine Art Prequel-Story um einen alternativen Zweiten Weltkrieg zwischen Sowjets und Alliierten erzählt. Mehr darüber erzählt Louis Castle in unserem Hintergrund-Report.
  • C&C: Alarmstufe Rot - Gegenangriff - Addon mit 16 Einzelmissionen und ein paar neuen Truppentypen, die allerdings auf Grafiken aus dem Hauptprogramm zurückgreifen.
  • C&C: Alarmstufe Rot - Vergeltungsschlag - Eindeutig das beste Addon mit 18 Missionen und neuen Einheiten wie dem alliierten Chrono- oder dem sowjetischen Teslapanzer. Die darf ich sogar im Multiplayer-Modus einsetzen, falls der Host es erlaubt.
  • Dinos und Ameisen - Die versteckten Geheimmissionen von C&C 1 und Alarmstufe Rot dürfen im Remaster natürlich nicht fehlen.
  • Karteneditor - Der Editor für Single- und Multiplayer-Karten liegt bei, ist aber recht umständlich zu bedienen, weil ich Landschaften mühsam aus Puzzlestücken zusammensetzen muss.

Die legendären Riesenameisen-Missionen aus Alarmstufe Rot sind natürlich auch mit dabei. Hier sprengen wir eine Brücke, um die Viecher aufzuhalten. Die legendären Riesenameisen-Missionen aus Alarmstufe Rot sind natürlich auch mit dabei. Hier sprengen wir eine Brücke, um die Viecher aufzuhalten.

Dazu kommen die jeweiligen Multiplayer-Modi inklusive Matchmaking und Rangliste - allerdings nur für Duelle 1 gegen 1, alles weitere läuft über den normalen Serverbrowser. Im Test flutschten die Multiplayer-Schlachten meist problemlos, in einigen Partien habe ich aber auch Lags erlebt, bei denen Panzer und Soldaten über die Karte ruckelten - sowohl via Steam als auch via Origin, zwischen denen das Remaster auch Crossplay erlaubt. Mag sein, dass das an unserer Review-Version lag, ich habe ja noch vor dem offiziellen Release gespielt.

Der gute, alte Tankrush ist immer noch das Siegesmittel der Wahl. Der gute, alte Tankrush ist immer noch das Siegesmittel der Wahl.

Schade ist, dass die Remaster-Teams Petroglyph und Lemon Sky keine neuen Missionen gebastelt haben - gerade im Vergleich zur Age of Empires 2: Definitive Edition, die neben allen Addon-Inhalten auch drei neue Kampagnen brachte. Logisch, in Command & Conquer Remastered stecken trotzdem genügend Inhalte für Dutzende Spielstunden, C&C-Veteranen kennen aber schon alles. Wenigstens ein kurzes Ingame-Wiedersehen mit Joe Kucan alias Kane (der heute eine Theatertruppe in Las Vegas betreibt) wäre schön gewesen, und zwar nicht nur in einem Werbevideo auf YouTube.

Erfüllte Einsätze schalten Bonusmaterial frei, darunter Szenen von den Dreharbeiten. Erfüllte Einsätze schalten Bonusmaterial frei, darunter Szenen von den Dreharbeiten.

Okay, etwas Neues steckt dann doch drin: Frische Missionen sind zwar Fehlanzeige, dafür schalte ich mit erfüllten Einsätzen bislang unbekanntes Bonusmaterial frei - etwa alte Fotos aus dem C&C-Studio Westwood sowie Greenscreen-Aufnahmen von den Zwischenfilmen. Schön, dass die Remaster-Teams an dieses Gimmick gedacht haben, da steckt Liebe drin. Auch wenn ich mich zwischendurch gefragt habe, wie viele Fotos des Westwood-Firmenschilds ich noch sehen möchte.

Gibt es Bugs?
Ja, im Test von C&C Remastered habe ich auch Bugs erlebt, allerdings keine schwerwiegenden (außer den KI-Problemen, aber die sind leider keinen technischen Fehlern geschuldet). Mehrmals kamen Clipping-Probleme vor, bei denen mehrere Einheiten aufeinander standen (siehe Bild). Und einmal

Sieht besser aus, klingt besser

Nun liegt es natürlich in der Natur des Remasters, dass es »alt« ist - schließlich wurde Command & Conquer nicht als vollwertiges Remake à la Final Fantasy 7 neu entwickelt. Es ist allerdings auch kein reiner HD-Patch, der nur die Auflösung erhöht so wie damals die Windows-95-Version von C&C 1.

Für C&C Remastered wurden alle Grafiken neu gezeichnet, die detaillierte Darstellung sieht nun auch auf 4K-Monitoren passabel aus und lässt sich zoomen. Grundsätzlich steckt hinter dem neuen Anstrich aber immer noch dieselbe Technik, C&C Remastered stapelt wie das Original Bitmap-Grafiken übereinander. Deshalb bewegen sich Einheiten nach wie vor nur in acht Richtungen, und die neuen Explosionen werden einfach über Gebäude und Einheiten gelegt.

Kane sieht etwas schärfer aus im Original, die Qualität der Hintergründe aber ist zum Eulen. Kane sieht etwas schärfer aus im Original, die Qualität der Hintergründe aber ist zum Eulen.

Das hat den Vorteil, das ich jederzeit per Leertaste zwischen der neuen und der alten Grafik hin und her schalten kann, um die Fortschritte zu vergleichen. Es fehlt deshalb aber auch ein richtiger Wow-Effekt wie die schick zerbröselnden Gebäude der AoE 2: Definitive Edition. Selbst Superwaffen wie Atomexplosionen wuchten in C&C Remastered keine besonders aufwändigen Effekte auf den Bildschirm. Nicht falsch verstehen: Das Remaster sieht okay aus, aber es hat wenig Besonderes.

Sehr viel Besonderes hat hingegen Frank Klepackis unverwechselbarer Elektro-Industrial-Soundtrack, der im Remaster nicht nur um einige Bonustracks ergänzt, sondern auch nochmals wuchtiger abgemischt wurde. Gleiches gilt übrigens für die aufpolierten Soundeffekte und die bereinigte Sprachausgabe (»Verstärkungen sind eingetroffen«). Puristen können all das natürlich auch abschalten und nostalgisch den Originalklängen lauschen.

Die Filmsequenzen von Alarmstufe Rot wirken verwaschener als die von C&C 1, außerdem gibt es dünne schwarze Ränder. Die Filmsequenzen von Alarmstufe Rot wirken verwaschener als die von C&C 1, außerdem gibt es dünne schwarze Ränder.

Die legendären Filmsequenzen haben Petroglyph und Lemon Sky nicht neu produziert, sondern von einer KI hochskalieren lassen - die Gründe erklären die Entwickler in unserem Remaster-Report. Das Ergebnis sieht, na ja, passabel aus. Die Schauspieler wirken vor allem im ersten C&C schärfer, in Alarmstufe Rot rauscht das Bild seltsamerweise stärker. Eher schwankend ist die Qualität der Rendersequenzen (mal akzeptabel, mal furchtbar), eher miserabel die Qualität der Briefing-Hintergründe: Sektenchef Kane & Co. turnen oft vor verpixelten Karten oder Bildern mit dicken Interlace-Balken herum. Da hätte ich mir mehr gewünscht.

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