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Crucible: Die Stärken & Schwächen von Amazons erstem großen PC-Spiel

Für einen Test ist es noch zu früh, aber wir konnten Amazons kostenlosen Online-Shooter bereits vor dem Release am 20.5. spielen und analysieren, wie viel Spaß er macht.

von Michael Herold,
19.05.2020 15:00 Uhr

Crucible - Der Amazon-Shooter kommt morgen - aber er wird's schwer haben 22:01 Crucible - Der Amazon-Shooter kommt morgen - aber er wird's schwer haben

Amazon macht nun PC-Spiele! Das habt ihr womöglich bereits mitbekommen, weil wir schon seit 2018 ständig Neues zum großen Sandbox-MMO New World von den Amazon Game Studios zu hören bekommen, das im August 2020 erscheint. Aber habt ihr auch schon mal was von Crucible gehört?

Denn der Free2Play-Sooter Crucible ist tatsächlich das allererste PC-Spiel von Amazon, das auch noch vor New World rauskommt. Nachdem es 2016 erstmals auf der TwitchCon erwähnt wurde, haben wir jahrelang nichts mehr davon gehört und nun gab es Anfang Mai 2020 die Meldung, dass es bereits am 20.5. auf Steam erscheint.

Also haben wir uns umgehend bei einem Anspiel-Event des kostenlosen Hero-Shooters in ein paar Runden gestürzt, um für euch vorab herauszufinden, ob Crucible gegen die Genre-Konkurrenz von Fortnite, Overwatch, CoD: Warzone und Co. eine Chance hat.

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Was macht Crucible besonders?

Im Kern kann man den Third-Person-Hero-Shooter Crucible am besten als Mix aus Overwatch und League of Legends beschreiben. Im Kern ist das keine neue Idee, Epic hatte sich 2016 mit Paragon bereits an einem sehr ähnlichen Spielprinzip versucht, ist aber gescheitert.

Zum Release von Crucible gibt's zehn Helden (sogenannte Hunter) und drei Spielmodi. Dabei geht's in jedem Match sowohl um das Ausschalten der gegnerischen Spieler als auch um das Vernichten von Monstern und das Einnehmen von bestimmten Punkten in der Spielwelt. Hier werden also fließend Missionen sowie PvP- und PvE-Elemente vermischt.

Dadurch funktionieren die drei Spielmodi nicht einfach wie eine gewöhnliche Runde Deathmatch, Domination oder Battle Royale. Stattdessen handelt es sich um taktisch anspruchsvollere Versionen bekannter Shooter-Modi.

Crucible: Erster Gameplay-Trailer zu Amazons Multiplayer-Shooter 1:40 Crucible: Erster Gameplay-Trailer zu Amazons Multiplayer-Shooter

Im Modus "Erntemaschinenkommando" müssen wir an bestimmten Orten auf der Map eine Substanz namens Essenz ernten und gleichzeitig unsere Gegner abschießen. Zusätzlich können wir in der Spielwelt aber auch noch Extra-Erntemaschinen aktivieren, die uns etwa schnellere Gesundheitsregeneration oder ähnliche Boni gewähren. So geht's nicht nur ums reine Objective-Spielen, sondern eher ums allumfassende Taktieren, wobei man stets alle Elemente des Spiels und die gesamte Map im Blick behalten muss.

Klingt ungefähr so eingängig wie "Erntemaschinenkommando"? Es spielt sich auch so! Und damit wären wir beim Problem von Crucible, das Amazon dringend noch lösen muss, wenn der Shooter ein langfristiger Erfolg werden sollen.

Wie funktionieren die Spielmodi?

Wer sich mit seinem Team abspricht und klug vorgeht, kann ratzfatz die Oberhand gewinnen. Das ist von den Entwicklern gut durchdacht und kann zu coolen Spielmanövern führen. Allerdings geht dies massiv auf Kosten der Zugänglichkeit: Crucible spielt sich unseren ersten Eindrücken nach sehr kompliziert.

Gerade bei einem Free2Play-Spiel zählt Einsteigerfreundlichkeit zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren. Und mit seinen drei Spielmodi geht Crucible zwar einige interessante neue Wege, aber es macht das eigentliche Shooter-Spiel auch zu komplex und zu kleinteilig. Würde Crucible dies mit spannenden taktischen Gefecht ausgleichen, könnten Hardcore-Shooter-Fans eventuell damit leben, allerdings gab es in unseren Probematches schlicht zu wenig taktische Gefechte!

Ernten statt Schießen: In den Matches müssen wir immer wieder Erntemaschinen aktivieren, um eine Ressource namens "Essenz" einzusammeln. Taktisch notwendig, aber spielerisch alles andere als spannend. Ernten statt Schießen: In den Matches müssen wir immer wieder Erntemaschinen aktivieren, um eine Ressource namens "Essenz" einzusammeln. Taktisch notwendig, aber spielerisch alles andere als spannend.

Wie wenig Schießereien bei all dem Rumtaktieren und Rumrennen auf der ohnehin deutlich zu großen Map übrig bleiben, können wir mit einer einfachen Rechnung belegen: Wenn nach einem 20-Minuten-Match der beste Spieler mit gerade einmal 5 oder 6 Kills aus der Runde geht, und so lief es bei unserem Anspiel-Event für gewöhnlich, dann hat die Spielbalance ein Problem. Schließlich will man in einem Shooter doch vor allem eines: Schießen!

Wie spielen sich die Helden?

Ganz ähnlich steht es auch um die zehn spielbaren Helden von Crucible. Auf der einen Seite bieten sie super viel Abwechslung, weil es einen drastischen Unterschied macht, ob ich mit dem Tank-artigen Weltraum-Trucker "Earl" und seiner riesigen Gatling-Gun in den Kampf ziehe oder mit der Fischmenschen-Scharfschützin "Ajonah". Sowohl diese beiden als auch alle anderen Hunter haben ihre eigenen Spezialfähigkeiten und erfordern allesamt eigene Taktiken.

Die Heldenriege von Crucible besteht aus abwechslungsreichen und witzigen Charakteren. Der große Kerl im Hintergrund heißt zum Beispiel Earl und rülpst während des Spiels ständig. Diese Art von Humor ist aber sicher Geschmackssache. Die Heldenriege von Crucible besteht aus abwechslungsreichen und witzigen Charakteren. Der große Kerl im Hintergrund heißt zum Beispiel Earl und rülpst während des Spiels ständig. Diese Art von Humor ist aber sicher Geschmackssache.

Das mag für Shooter-Füchse und Overwatch-Veteranen eine angenehme Herausforderung darstellen, wenn man einzelne Helden wirklich bis ins letzte Detail meistern kann. Für Shooter-Fans, die einfach nur auf der Suche nach einem kurzweiligen Online-Gefecht sind, dürften die Hunter aber genau wie die Spielmodi zu kompliziert sein. Denn einfach in die Schlacht hüpfen und drauf losballern klappt in Crucible nur bedingt. Ohne geschicktes und als Team abgestimmtes Einsetzten der Skills hat man deutlich weniger Siegchancen. Das macht Crucible eben so schwer zugänglich, zumal nicht jeder ein paar Freunde oder Freundinnen zur Hand hat, mit denen er regelmäßig als Team spielen kann.

Was taugt das Shooter-Gameplay?

Es gibt noch mehr Probleme, die einem das Spielvergnügen in Crucible erschweren. Da wäre zum einen die auffällig lange Time to Kill. Während in anderen Shootern normalerweise ein gut gezielter Headshot oder ein paar wirksame Treffer ausreichen, um einen Gegner ins Jenseits zu schicken, schlucken die Crucible-Helden haufenweise Kugeln, bevor ihr Lebensbalken endlich auf null sinkt.

Dadurch wird jeder Tod umso dramatischer und spielentscheidender, aber es nervt eben auch, wenn man allzu lange an einem einzelnen Feind rumknabbern muss, ehe er ins Gras beißt. Gleichzeitig schmerzt jedes virtuelle Ableben doppelt, weil die große Map uns nach einem Respawn gerne mal zu langen Latschereien von bis zu 30 Sekunden zwingt, ehe wir uns wieder in den Kampfgetümmel stürzen dürfen. In realistischen Taktik-Shootern mag das zum Reiz und Realismus gehören, in einem bunten Helden-Spektakel nimmt es unnötig viel Spannung und Tempo aus dem Spiel.

Die Monster und Tiere, die uns in der Spielwelt begegnen, stellen keine große Herausforderung dar. Sie sind eher Füllwerk für die zu groß geratene Map. Die Monster und Tiere, die uns in der Spielwelt begegnen, stellen keine große Herausforderung dar. Sie sind eher Füllwerk für die zu groß geratene Map.

Auch die von Monstern belebte Welt klingt in der Theorie interessanter als sie sich in der Praxis spielt. Wir legen uns in Crucible wie erwähnt nicht nur in PvP-Kämpfen mit menschlichen Gegnern an, sondern auch mit jeder Menge PvE-Getier, das in der Spielwelt rumlungert. Dabei schießen wir kleine bis riesige Alien-Viecher aus dem Weg, was allerdings weder eine große Gefahr, noch eine große Herausforderung samt angemessener Belohnung darstellt. So wird das stupide Runterballern von Lebensbalken schnell zur notwendigen, aber spannungsarmen und rein mechanischen Beschäftigungstherapie, um unseren Spielerlevel zu erhöhen.

Unterm Strich hat Amazon unseren Anspieleindrücken zufolge noch einige Herausforderungen zu knacken, wenn Crucible der erhoffte Shooter-Durchbruch werden soll. Einerseits sprechen die bunte Optik und das Heldenprinzip samt interessanter Fähigkeiten zwar Shooter-Einsteiger an, die angesichts der hochkomplexen Spielmechanik allerdings schnell frustriert die Flinte ins Korn werfen werden. Andererseits fehlt es für Profis an Umfang, und es gibt noch zu viel spielerischen Leerlauf.

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