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Gears Tactics im Test: Das beste Rundentaktikspiel seit XCOM 2

Die Gears-of-War-Serie stand bisher für brachiale Action und blutverschmierte Kettensägen. Mit dem Rundentaktik-Spinoff Gears Tactics vollzieht die Marke nun einen Genrewechsel. Warum diese neue Ausrichtung passt wie die Faust auf ein Locust-Auge, erklärt euch unser Test.

von Manuel Fritsch,
27.04.2020 15:00 Uhr

Gears of War funktioniert als Taktikspiel mindestens genauso gut wie als Deckungsshooter. Gears of War funktioniert als Taktikspiel mindestens genauso gut wie als Deckungsshooter.

Wir staunten nicht schlecht, als Gears Tactics vor zwei Jahren auf der E3 zusammen mit Gears 5 angekündigt wurde. Aus der brachialen und blutrünstigen Ballerbude Gears of War soll ein Rundentaktikspiel im XCOM-Stil werden? Kann das funktionieren? Die kurze Antwort: Oh ja, sehr gut sogar!

Gears Tactics ist ein Prequel und spielt zwölf Jahre vor den Ereignissen des ersten Gears of War. Im Mittelpunkt steht der Soldat Gabriel »Gabe« Diaz, der Vater der Hauptfigur Kait Diaz aus Gears 5. Hier erfahren wir, wie er vom einfachen Mechaniker zum Kriegshelden wurde. Doch keine Sorge: Ein Vorwissen der inzwischen recht komplexen Gears-Mythologie ist nicht nötig. Serienveteranen freuen sich dennoch über ein Wiedersehen mit bekannten Figuren und vielen Bezügen zur Hauptserie.

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Die Handlung ist in drei Akte mit jeweils acht bis zehn Missionen unterteilt und spielt auf der ganzen Bandbreite der melodramatischen Kriegsklaviatur ein Lied über Verantwortung, Aufopferung und Verrat im typisch militärischen Gears-Stil. Das muss man mögen, aber im Kontext dieses Universums bekommen wir eine gute und stimmige Erzählung mit glaubhaften Figuren und Wendungen präsentiert.

Nach einem Befehl zum Feuern geht die Kamera in die aus den Gears-Hauptspielen bekannte Third-Person-Perspektive und zeigt die Action in der Detailansicht. Nach einem Befehl zum Feuern geht die Kamera in die aus den Gears-Hauptspielen bekannte Third-Person-Perspektive und zeigt die Action in der Detailansicht.

Zwischen den eigentlichen Taktikkämpfen wird der Handlungsstrang mit toll inszenierten Zwischensequenzen vorangetrieben, die sich auf dem hohen Niveau der Actionserie bewegen. Da erleben wir, wie Diaz sich mit Vorgesetzten streitet oder am Lagerfeuer mit den geschundenen und erschöpften Mitstreitern neue Pläne schmiedet. Auch auf dem Schlachtfeld reden die Figuren voll vertont miteinander, kommentieren die Ereignisse und sorgen so für eine durchweg glaubhafte Atmosphäre. Übrigens auch komplett auf Deutsch.

So umfangreich ist der Fähigkeitenbaum

Die gelungene Inszenierung ist allerdings nur das Sahnehäubchen. Richtig überzeugt haben uns nämlich die taktischen Gefechte. Je nach Missionstyp schicken wir bis zu vier unserer Soldaten in die Schlacht. Teilweise sind storyrelevante Figuren vorgegeben, aber grundsätzlich steht uns frei, mit welchen Helden wir den Einsatz bestreiten wollen. Einziger Unterschied: Stirbt eine der Hauptfiguren, ist der Einsatz gescheitert.

Die zufallsgenerierten Rekruten dagegen bleiben das ganze Spiel über farbloses Kanonenfutter. Diese dürfen wir auch verlieren, ohne die Mission von vorne beginnen zu müssen. Das klingt jedoch deutlich dramatischer, als es sich tatsächlich abspielt. Getroffene Einheiten sind nach schweren Verletzungen nie sofort tot, sondern erhalten parallel wie auch in allen Gears-Spielen eine zweite Chance. Eilen wir rechtzeitig zu ihnen, können wir sie wiederbeleben und damit zurück ins Kampfgeschehen bringen.

Jede der fünf Klassen lässt sich im Fertigkeitenaum in vier sehr unterschiedliche Richtungen spezialisieren. Die Fähigkeiten verändern die Taktik auf dem Spielfeld spürbar. Jede der fünf Klassen lässt sich im Fertigkeitenaum in vier sehr unterschiedliche Richtungen spezialisieren. Die Fähigkeiten verändern die Taktik auf dem Spielfeld spürbar.

Insgesamt gibt es fünf Klassen (Scharfschütze, Sanitäter, Waffenexperte, Vorhut und Späher), die sich in ihrer Bewaffnung, aber vor allem in ihren Fähigkeiten unterscheiden. Jede Klasse lässt sich mit gewonnener Erfahrung in vier unterschiedliche Richtungen ausformen.

Spezialisieren wir eine Späher-Einheit so, dass sie eine höhere Chance auf kritische Treffer erhält, wenn sie aus dem Hinterhalt angreift oder erhöhen wir ihre Reichweite, um Gegner besser flankieren zu können? Dieses motivierende System erlaubt es, die Einheiten dynamisch an den eigenen Spielstil anzupassen, neue taktische Möglichkeiten auszuloten und auf die Herausforderungen flexibel reagieren zu können.

Manuel Fritsch schreibt seit rund fünf Jahren als freier Autor für GameStar und war schon fast volljährig, als er das Original-XCOM als UFO: Enemy Unknown auf seinem Amiga kennen und lieben lernte. Seither hat er unzählige Tage und Nächte in rundenbasierten Spielen wie Jagged Alliance, Advance Wars, Civilization und Co. verbracht. Es vergeht kein Pressetermin bei Ubisoft, bei dem er die PR-Menschen nicht mit einer Nachfrage nach einem neuen Battle Isle nervt. Was er sonst noch so spielt, erzählt er in seinem Podcast Insert Moin, bei dem nahezu die gesamte GameStar-Redaktion schon zu Gast war. Durch Gears Tactics hat er sich komplett vor Release durchgekämpft und auch die Gears-Teile hat er bis auf Judgment alle mit großer Freude durchgespielt.

Für erfolgreich absolvierte Missionen erhalten wir zahlreiche Waffenmodifikationen und Rüstungsteile. Dank optionaler Ziele und herumliegenden Beutekisten lassen sich zusätzliche Items ergattern, um unsere Soldaten weiter zu verbessern. Seltene Gegenstände geben dem Träger zusätzliche passive Fähigkeiten. Allerdings ist das Management der unzähligen Modifikationen arg unübersichtlich und fummelig geraten.

Größere taktische Freiheit als bei XCOM

Auch wenn die Anleihen eindeutig sind: Die taktischen Gefechte unterscheiden sich spürbar von XCOM 2 und aktuellen Genrevertretern. Die Entwickler brechen nämlich mit der etablierten Formel, dass jede Figur zwei Aktionspunkte hat und ein Schuss die Runde beendet.

Der Bajonett-Angriff ist eine Spezialfähigkeit, die es erlaubt eine große Distanz zu überbrücken, allerdings nur, wenn der Weg frei ist und nicht durch Hindernisse oder eine Deckung unterbrochen wird. Dafür töten sie sofort. Der Bajonett-Angriff ist eine Spezialfähigkeit, die es erlaubt eine große Distanz zu überbrücken, allerdings nur, wenn der Weg frei ist und nicht durch Hindernisse oder eine Deckung unterbrochen wird. Dafür töten sie sofort.

Pro Einheit stehen uns hier nun drei Aktionen zur Verfügung, die wir beliebig auf alle Fähigkeiten und Bewegung aufteilen können. Dies erlaubt uns zum Beispiel, nach einem Angriff noch die Deckung zu wechseln oder drei Schüsse nacheinander abzugeben. Was nach wenig klingt, verändert das Spielgefühl deutlich und bietet einen enormen, taktischen Freiheitsgewinn.

Die Gears-Serie ist berüchtigt für ihre blutigen Todesanimationen. Diese sind auch in Gears Tactics enthalten, aber werden hier zu einer strategisch wertvollen Komponente. Eine erfolgreich ausgeführte Vollstreckung motiviert die blutrünstigen Squad-Kollegen so sehr, dass diese sofort einen weiteren Aktionspunkt spendiert bekommen. Gut geplant lassen sich so in bestimmten Situationen mächtige Bonusaktionsketten bilden, um das Blatt auf dem Schlachtfeld zu unseren Gunsten zu wenden.

Besonders gut funktioniert dies in Verbindung mit dem Feuerschutz-Modus (Overwatch). Dann feuert die aufgestellte Einheit auf alles, was ihr in den aufgespannten Sichtkegel läuft. Anders als bei XCOM kann dies auch mehrmals ausgelöst werden.

Die größten Unterschiede zu XCOM 2

  • Drei statt zwei Aktionspunkte, die komplett frei eingesetzt werden können
  • Schüsse beenden die Runde nicht
  • Exekutionen geben Teammitgliedern weitere Bonusaktionen
  • Kein Strategie-Part, lineare Missionsabfolge
  • Feste Story-Charaktere im Fokus, aber mit vielen Spezialisierungsoptionen

Lineare Missionsabfolge, aber große Abwechslung

Die Story-Einsätze werden linear abgearbeitet, allerdings gibt es nach größeren Bosskämpfen und vor entscheidenden Einsätzen einige Nebenmissionen, bei denen wir die Reihenfolge frei wählen können. Einfluss auf den Verlauf der Geschichte hat dies allerdings nicht.

Bei den Nebenmissionen stehen stets mehrere parallel zur Auswahl, die mit unterschiedlichen Belohnungen, optionalen Zielen und Modifikationen aufwarten. Bei den Nebenmissionen stehen stets mehrere parallel zur Auswahl, die mit unterschiedlichen Belohnungen, optionalen Zielen und Modifikationen aufwarten.

Die Missionstypen sind abwechslungsreich und stets in mehrere Etappenziele unterteilt. Um zu einem geheimen Labor zu gelangen, ballern wir uns beispielsweise erst durch eine verlassene Ruinenstadt, sichern eine Brückenanlage und hacken den Tormechanismus. Am Ziel angekommen erledigen wir einen kniffligen Zwischengegner und seine Handlanger, um schlussendlich einen Säuretank zu sprengen.

In anderen Missionen rennen wir vor einem gefährlichen Bombenhagel weg, müssen Gefangene befreien oder beschützen über mehrere Runden zwei Vorratslager vor feindlichen Angriffswellen. Zwar wiederholen sich die Missionstypen in schneller Folge, spielen sich aber dank der vielfältigen Spezialfähigkeiten und den sich verändernden Feindtypen in jeder Truppen-Konstellation sehr unterschiedlich.

Gears-Veteranen kennen die typischen Feindtypen natürlich aus den Hauptspielen. Für Neulinge werden diese in kurzen Zwischenanimationen beim ersten Auftritt näher vorgestellt. Gears-Veteranen kennen die typischen Feindtypen natürlich aus den Hauptspielen. Für Neulinge werden diese in kurzen Zwischenanimationen beim ersten Auftritt näher vorgestellt.

Die gegnerischen Einheiten sind ebenfalls in unterschiedliche Klassen aufgeteilt und haben ihre jeweiligen typischen Angriffsmuster und Spezialattacken. Die simplen Einheiten stürmen ihrer Rolle entsprechend ungestüm auf uns zu, während sich die höheren Ränge intelligent verhalten, in Deckung gehen und uns geschickt in die Zange nehmen.

Insgesamt stehen vier Schwierigkeitsgrade zur Verfügung. Wo genau die nächsten feindlichen Einheiten auftauchen, ist allerdings nie klar ersichtlich. Das erschwert die Einschätzung und Planung, führt aber selten zu größeren Frustmomenten. Außerdem hilft das faire Checkpoint-System, welches automatisch nach längeren Gefechten speichert.

Ein echtes Taktik-Highlight

Fast zeitgleich mit Gears Tactics ist der XCOM-Ableger Chimera Squad erschienen, der ebenfalls erfolgreich mit dem Status Quo und der Erwartungshaltung bricht, wie auch hier unser Test zeigt. Aufgrund der größeren taktischen Möglichkeiten der Gefechte liegt Gears Tactics im direkten Duell eine Kettensägenlänge voraus. Dieser unerwartete Genresprung ist das beste Rundentaktikspiel seit XCOM 2, auch wenn XCOM mit seinem umfangreichen Strategieanteil und der dynamischen Kampagne das länger motivierende Gesamtpaket bietet.

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