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Imperator: Rome vs. Rome 2 - Was Paradox besser macht als Total War

Wir haben Imperator: Rome gespielt und verraten, warum es sich wie der große Bruder von Total War: Rome 2 anfühlt.

von Michael Graf,
02.10.2018 17:15 Uhr

Der Rome-Vergleich: Total War: Rome 2 vs. Imperator: Rome.Der Rome-Vergleich: Total War: Rome 2 vs. Imperator: Rome.

Ein neues, historisches Strategiespiel von Paradox: Interactive heißt vor allem: Statistiken, Zahlen, Prozentboni sowie Optionen, Optionen, Optionen. Imperator: Rome bildet da keine Ausnahme: Beim Paradox-Besuch in Stockholm haben wir den Römer-Strategietitel bereits ausgiebig gespielt und die fein verzahnte Spielmechanik in einer gigantischen Titelstory für GameStar Plus detailliert erklärt.

An dieser Stelle soll's indes zusammengefasst darum gehen, was Imperator: Rome besser macht als sein aktuellster altrömischer Konkurrent Total War: Rome 2. Und warum es sich folgerichtig lohnt, Imperator im Auge zu behalten, auch wenn es eingefleischten Total-War-Fans auf den ersten Blick trocken und menülastig erscheinen mag.

Denn natürlich fehlt dem Paradox-Strategietitel der Spektakel-Faktor von Rome 2, schon alleine deshalb, weil Schlachten hier automatisch berechnet statt in Echtzeit ausgefochten und in schickem 3D dargestellt werden. Total War bleibt die Strategieserie für Hingucker. Zugleich bleibt Paradox bleibt - wie bei Europa Universalis 4 und Crusader Kings 2 - ein Garant für Details und Tiefe, an die sich andere Entwickler gar nicht erst wagen würden. Welche das sind? Lest einfach weiter.

Jetzt weiterlesen: Das steht in der Plus-Titelstory
- Wie funktioniert die Spielmechanik vom Imperator: Rome im Detail?
- Wie handhabt Paradox Handel, Religion und Verwaltung?
- Wie laufen Kriege und Belagerungen?
- Welche Wechselwirkungen entfaltet das Politiksystem?
- Wie beeinflusst man Senatsentscheidungen?
- Was ist noch nicht durchdacht und braucht noch Arbeit?

Zur Imperator-Titelstory

Imperator: Rome - Entwickler-Interview - »Du wirst ständig von Barbaren bedroht« PLUS 16:34 Imperator: Rome - Entwickler-Interview - »Du wirst ständig von Barbaren bedroht«

1. Imperator ist größer

Schon alleine rein flächenmäßig ist die Map von Imperator: Rome größer als die von Rome 2 (ohne Mods). Denn die Imperator-Karte umfasst ein riesiges Areal von Schottland und dem Südzipfel Skandinaviens über Nordafrika und die arabische Halbinsel bis nach Bangladesch im Osten Indiens. Bei Rome 2 ist schon westlich von Indien im heutigen Pakistan Schluss.

Ingesamt umfasst die Imperator-Karte über 7.000 Regionen, jede davon mit eigener Hauptstadt - selbst das kleine Sizilien besteht aus 23 separaten Regionen! Mehrere davon bilden eine Provinz, der wir im Spiel einen Gouverneur zuweisen können. Rome 2 unterteilt sein Terrain nach demselben Muster, besteht aber nur aus 183 Regionen. Imperator: Rome ist also wesentlich detaillierter.

Die Karte von Imperator: Rome umfasst über 7.000 Regionen und Hunderte Fraktionen.Die Karte von Imperator: Rome umfasst über 7.000 Regionen und Hunderte Fraktionen.

Das wirkt sich auch auf die Fraktionen aus, neben größeren Machtzentren wie Karthago, Ägypten und Makedonien existieren auf der Imperator-Karte im Startjahr 304 v. Chr. Hunderte kleiner Stadtstaaten, Stämme sowie Königreiche - und jede einzelne Fraktion ist spielbar. Beim Anspielen geht uns in diesem Flickenteppich allerdings oft die Übersicht verloren, es gibt zu viele nichtssagende Wappen und Namen. Graue Flächen auf der Karte bedeuten übrigens nicht »Leere«, sondern lediglich »unzivilisierte« Regionen, die wir kolonisieren können. Außerdem spawnen hier regelmäßig Barbarenheere, die auf Plündervisite vorbeikommen.

Wie Spiele die Geschichte verzerren - Video-Report: Historische Settings in Spielen PLUS 10:48 Wie Spiele die Geschichte verzerren - Video-Report: Historische Settings in Spielen

Rome 2 liegt bei 117 Fraktionen, 14 davon sind spielbar (inklusive kostenloser DLCs). Das macht das Spiel weniger vielfältig, aber überschaubarer. Bei einem Aspekt hat Rome 2 aber die Nase vorn: Hier gibt es individuelle Militäreinheiten für jede spielbare Fraktion. Bei Imperator: Rome rekrutiert jedes Volk grundsätzlich dieselben neun abstrakten Truppengattungen (leichte und schwere Infanterie, Bogenschützen, etc.).

Dafür unterteilt Imperator seine Karte in sieben Kulturräume, darunter Italiener, Griechen, Perser, Iberer, und Kelten. Jeder davon bekommt eigene Militärtraditionen, freischaltbare Kampfboni in jeweils drei Kategorien, dank derer sich die Armeen trotz gleicher Truppentypen voneinander abheben. Die Karthager hatten nun mal ziemlich gute Kriegselefanten, selbst wenn Imperator: Rome das nur als Kampfbonus abbildet.

Report: Geschichte in Spielen - Wie sich Entwickler historische Settings zurechtbiegen

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