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Seite 6: Nvidia Geforce RTX 2080 und Geforce RTX 2080 Ti - 2080 und 2080 im Test - Performance, Lautstärke, Stromverbrauch

Raytracing Probleme

Raytracing in Spielen - Trailer: Licht-Effekte + Spiegelungen im Shooter Atomic Heart 1:13 Raytracing in Spielen - Trailer: Licht-Effekte & Spiegelungen im Shooter Atomic Heart

Trotz all dem Aufwand und den zumindest optisch durchaus überzeugenden, wenn auch nicht sensationellen, Verbesserungen in den ersten Raytracing-Demos, ist es aber noch lange nicht gesagt, ob Raytracing (wenigstens mittelfristig) zu so etwas wie dem neuen High-End-Standard in Spielen wird und Nvidia geht ein gewaltiges Risiko mit dem Raytracing-Fokus ein: Die Grafikkarten werden durch die zusätzlichen Raytracing-Einheiten komplexer und damit auch teurer, ein schlechtes Verkaufsargument, wenn die Einheiten dann nur ungenutzt (aber bezahlt) beim Käufer vor sich hin vegetieren.

Die vielleicht größte Gefahr geht aber von der Konkurrenz, sprich AMD aus. Denn AMD hat sich zwar zu Microsofts DXR-Schnittstelle (DirectX Raytracing) bekannt, die im kommenden Herbst-Update für Windows 10 eingeführt wird, aber ohne dedizierte Hardware-Einheiten wie bei Nvidias RTX-Karten wird die Raytracing-Performance auf der aktuellen Radeon-Generation niemals auch nur annähernd akzeptable Regionen erreichen, gesetzt den Fall es funktioniert überhaupt per Software-Modus auf einer Radeon.

Und ob AMD seiner frühestens Ende 2019 erwarteten Navi-Generation (wahrscheinlicher ist sogar 2020) entsprechende Raytracing-Einheiten spendieren wird, ist derzeit völlig offen. Ganz zu Schweigen von dann eventuell auftretenden Kompatibilitätsproblemen mit Nvidias aktueller Raytracing-Implementierung - für Spieleentwickler bedeutet Raytracing nach Nvidia-Art also auch das Risiko, Zeit in ein Feature zu investieren, das bei Release noch eine ganze Weile lang nur ein kleiner Teil der Spieler (RTX-2000-Besitzer) überhaupt nutzen kann.

Und AMD fertigt sowohl die Grafikeinheiten (in den APUs) der aktuellen als auch der kommenden Konsolengeneration von Sony und Microsoft. Wenn man sich die schiere Größe der RTX-Grafikchips respektive deren Raytracing-Einheiten anschaut, ist es sehr unwahrscheinlich, dass die nächste Konsolengeneration etwas zumindest in Sachen Performance auch nur annähernd Vergleichbares enthalten wird. Schon gar nicht, da manche Quellen von einem baldigen Erscheinen der nächsten Playstation bereits Ende 2019 ausgehen - die immens wichtige Konsolenplattform ist damit für die kommenden Jahre aller Voraussicht nach eher hinderlich für Raytracing in Spielen, da sie es nicht unterstützt.

Auch Metro: Exodus zählt zu den Titeln, die Echtzeit-Raytracing bieten sollen. Zum Release der RTX-2000-Karten steh aber noch kein passendes Spiel bereit. Auch Metro: Exodus zählt zu den Titeln, die Echtzeit-Raytracing bieten sollen. Zum Release der RTX-2000-Karten steh aber noch kein passendes Spiel bereit.

Zu guter Letzt scheint auch die Performance noch ein Problem zu sein, denn die RT-Demos von BF 5 und Shadow of the Tomb Raider liefen auf der Gamescom-Präsentation mit deutlich weniger als 60 fps (und das ist positiv fomuliert) in Full HD(!) auf einer RTX 2080 Ti.

Laut Nvidia macht allerdings die Performance-Optimierung bei Raytracing (wie viele Strahlen sende ich für was aus, wie lasse ich das Ergebnis von den Tensor-Cores verarbeiten, etc.) den größten Teil des Entwicklungsaufwandes aus und bislang würden einfach Erfahrungen damit fehlen. Angesichts der kurzen Entwicklungszeit für die auf der Gamescom gezeigten Raytracing-Implementierungen ist die bislang (zu) niedrige Performance also eventuell nur das schwächste Argument gegen eine Verbreitung von Raytracing auf der PC-Plattform.

Raytracing Fazit

Es ist derzeit also schwer zu sagen, ob sich Raytracing in Spielen so durchsetzen wird, wie Nvidia das möchte und ob sich der Kauf einer RTX-Karte nicht nur aufgrund der gestiegenen Performance in traditionell gerenderten Spielen lohnen wird, sondern auch wegen Raytracing.

Wir denken, dass es durchaus einige Spiele geben wird, die durch Raytracing mit den RTX-Karten merklich ansehnlicher werden, einen wirklichen Raytracing-Durchbruch erwarten wir aber erst, wenn AMD (und damit nach aktuellem Stand auch die Konsolen) ebenfalls damit aufwarten können und sich eine breite Hardware-Basis mit Raytracing-Fähigkeiten etabliert - dazu gehören auch erschwingliche Mittelklasse-RTX-Karten von Nvidia ab 200 Euro, die Raytracing performant berechnen können.

Bis dahin wird Raytracing voraussichtlich ein (faszinierendes) Nischenthema mit gelegentlichen Spiele-Releases für High-End-PCs mit Nvidia-Grafikkarte (die diesen Markt dominieren und weiterhin beherrschen werden) bleiben.

Metro: Exodus - 6 Minuten Gameplay mit und ohne Global Illumination Raytracing zum Vergleich 6:35 Metro: Exodus - 6 Minuten Gameplay mit und ohne Global Illumination Raytracing zum Vergleich

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