»14 Millionen PC-Spielern zu viel berechnet« - Valve wird in Großbritannien verklagt

Steam-Nutzer sollen zu viel für Spiele zahlen, so der Vorwurf. Mit einer Sammelklage beabsichtigt eine Aktivistin für digitale Rechte dagegen vorzugehen.

Zahlen britische Steam-Spieler zu viel? Eine Klage gegen Valve will das beweisen. Zahlen britische Steam-Spieler zu viel? Eine Klage gegen Valve will das beweisen.

Valve soll in Großbritannien gegen Wettbewerbsrecht verstoßen und Nutzern der Plattform Steam Spiele zu überhöhten Preisen anbieten. Das behauptet zumindest Vicki Shotbolt, eine Aktivistin für die digitalen Rechte von Kindern und verklagt Valve in Zusammenarbeit mit der Kanzlei Milberg London LLP.

Die Forderungen belaufen sich auf 656 Millionen Pfund (776,5 Millionen Euro). Bei Erfolg rechnen die Kläger mit 26 bis 52 Euro Entschädigung pro betroffener Person.

Klage gegen Valve

Bisher gibt es keine offiziellen Dokumente zu der Klage, Shotbolt erklärt jedoch auf einer Website im Detail, worauf die Vorwürfe sich stützen. Dort heißt es dazu: 

»Wir sind der Meinung, dass die Valve Corporation gegen das Wettbewerbsrecht verstößt, indem sie Preisbeschränkungen für auf Steam verkaufte Spiele auferlegt, die Möglichkeit der Spieler einschränkt, Zusatzinhalte über andere Plattformen zu erwerben, und eine überhöhte Provision für auf Steam veröffentlichte Spiele verlangt, was zu überhöhten Preisen für die Verbraucher führt.«

Mit welchen Argumenten werden die Forderungen gestützt? Es werden drei spezielle Punkte genannt, die als Grundlage für die Klage dienen:

  • Preisparitätsverpflichtungsklauseln: Valve soll Publisher und Entwickler vertraglich daran hindern, ihre Spiele auf anderen Plattformen zu günstigeren Preisen anzubieten.
  • Kopplung: Valve soll dafür sorgen, dass Zusatzinhalte für Spiele auch auf Steam erworben werden müssen und schränke so den Wettbewerb ein.
  • Überhöhte Preise: Da Valve von Publishern und Entwicklern bis zu 30 Prozent Provision verlangt, soll es zu erhöhten Preisen für die Nutzer auf Steam kommen.

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Wie reagiert Valve? Bisher gibt es noch keine offizielle Stellungnahme des Unternehmens, das sich nicht zum ersten Mal mit einer solchen Klage konfrontiert sieht.

Im Jahr 2018 verlor Valve etwa einen Prozess in Australien. Damals klagte der Verbraucherschutz aufgrund des aus ihrer Sicht mangelhaften Rückgaberechts auf Steam und gewann. 

Ob der aktuelle Fall aus Großbritannien tatsächlich verhandelt wird, bleibt abzuwarten. Allerdings war die Kanzlei Milberg bei einem ähnlichen Vorhaben bereits erfolgreich. Seit November 2023 streitet Milberg mit Sony aufgrund der gleichen Vorwürfe vor Gericht. Den Artikel dazu findet ihr oberhalb verlinkt, eine Einigung oder ein Urteil gibt es hier bisher nicht.

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