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Assassin's Creed: Odyssey im Test - Der Koloss von Ubisoft

Assassin’s Creed: Odyssey wagt viele wichtige Schritte für die Open-World-Serie. Doch nicht alle davon bewegen das Action-Rollenspiel nach vorne.

von Dimitry Halley,
01.10.2018 13:00 Uhr

Assassin's Creed: Odyssey - Testvideo: Riesige Open World, riesiger Spaß? 14:51 Assassin's Creed: Odyssey - Testvideo: Riesige Open World, riesiger Spaß?

Karrierewechsel gibt es überall. Arnie Schwarzenegger begann einst als Actionfilm-Muskelberg, wurde dann US-Gouverneur. Mahatma Gandhi war erst erfolgloser Anwalt, dann legendärer Friedensstifter. Ronald Reagan ließ ein glamouröses Leben als TV-Star hinter sich, um US-Präsident zu sein. Und noch monumentaler als all diese drei zusammen: Big-Brother-Jürgen, der den Fängen des Reality-TV-Kerkers entkam, um als 9Live-Moderator Unsterblichkeit zu erringen.

Wenn Image- und Karrierewechsel da draußen also seit Jahrzehnten en vogue sind, dürfen dann nicht auch Spieleserien wie Assassin's Creed eine radikale Neuausrichtung wagen? Zumindest rührt Publisher Ubisoft mit Assassin's Creed: Odyssey dafür ordentlich die Werbetrommel: Ein waschechtes Open-World-Rollenspiel soll es sein, die Action-Adventure-Tage scheinen passe.

Ihr erkundet das gesamte antike Griechenland, absolviert Dutzende Quests in einem locker 70- bis 100-stündigen Abenteuer, entscheidet nach einer ausführlichen Einführung selbst, wie und wohin die Reise verläuft. Missionen bieten unterschiedliche Enden, unzählige Ausrüstungs- und Skill-Möglichkeiten sollen dem Diablo-Fan die loot-gierigen Finger schwitzig machen. Und Romanzen gibt's auch!

Doch im Test zeigt sich: Die spannende Frage ist überhaupt nicht, ob Assassin's Creed: Odyssey jetzt als reinrassiges Rollenspiel durchgeht oder nicht. Wer die Action des Vorgängers Origins mochte, wird alle Aspekte davon auch in Odyssey finden. Ob die Kampf-, Schleich- und Klettereinlagen einem typischen Rollenspiel gerecht werden, soll jeder für sich entscheiden. Selbst bei The Witcher 3 herrscht in diesem Punkt häufig Uneinigkeit.

Stattdessen klären wir, ob Assassin's Creed: Odyssey den Neustart des Vorgängers Origins gebührend nach vorne treibt - oder am Ende doch zu sehr auf der Stelle tritt.

Technik Check: Systemanforderungen, Grafikmenü und Benchmarks zu Assassin's Creed: Odyssey

Die Origin-Story der Origin-Story

Bleiben wir ganz kurz bei Origins: Der 2017er-Ausflug ins antike Ägypten erzählte die Ursprungsgeschichte der Assassinen. Tja, und da Odyssey nochmal 400 Jahre weiter in die Vergangenheit wandert, illustriert es eben die Ursprungsgeschichte von der Ursprungsgeschichte. Passt ja auch, schließlich war Bayeks Ägypten durchweg geprägt von der griechischen Kultur, die zum Zeitpunkt von Odyssey erst so richtig in Schwung kommt.

Das große Highlight von Assassin's Creed: Odyssey ist die Spielwelt.Das große Highlight von Assassin's Creed: Odyssey ist die Spielwelt.

Im 5. Jahrhundert v. Chr. begründen Togaträger wie Hippokrates den modernen Ärzte-Ethos, Sokrates prägt die Philosophie, Perikles die Demokratie, Herodot die Geschichtsschreibung und, und, und. Mittendrin: Alexios und Kassandra, zwei Haudrauf-Söldner aus Sparta. Ihr entscheidet, wen von beiden ihr spielen wollt.

Die beiden Spielfiguren ersetzen sich gegenseitig. Soll heißen: Ihr wählt zu Beginn zwischen beiden und beschreitet fortan das komplette Abenteuer beispielsweise als Kassandra, erlebt aber die gleiche Geschichte, die ihr auch als Alexios verfolgt hättet. Und diese Geschichte beginnt wunderbar anders als die ewigen Rachedramen der Assassin's-Creed-Serie. Stattdessen spinnt Odyssey eine emotionale Mär aus familiärem Verrat, gebrochenen Herzen und sehr vielen Schuldgefühlen.

Was ist mit Abstergo? Auch in Odyssey schlüpft man abseits des Animus in die Rolle der aus Origins bekannten Layla Hassan. Die Rahmenhandlung ist unterhaltsam inszeniert, tendiert immer stärker in Richtung Tomb Raider und Indiana Jones, bleibt aber auch dieses Mal eher ein Schmankerl für die Fans, die nach wie vor an der Abstergo-Geschichte festhalten. Und tatsächlich gibt es später auch einen netten Twist, der Vergangenheit und Gegenwart ziemlich pfiffig miteinander verbindet. Wer diesen Part ignorieren will, kann das für den Großteil des Spiels jedoch tun.

Wie Spiele die Geschichte verzerren - Video-Report: Historische Settings in Spielen PLUS 10:48 Wie Spiele die Geschichte verzerren - Video-Report: Historische Settings in Spielen

Assassin's Creed ohne Assassinen

Kassandra beziehungsweise Alexios bereist die Ägäis nicht als kodex-getriebener Assassine, sondern begibt sich buchstäblich auf eine Odyssee, um mit dem eigenen Schiff - der Adrasteia - nach ganz persönlichen Antworten zu suchen.

Später fächert sich die Kampagne in drei große Erzählstränge auf, die euch insgesamt zwischen 60 und 70 Stunden (ohne Nebenmisionen) beschäftigen sollten. Wie bei Origins kommt ihr um einige Nebenaufträge nicht herum, weil ihr die Erfahrungspunkte braucht, um das richtige Level für die letzten Story-Missionen zu erreichen.

Zu Beginn bekommen wir die Wahl zwischen Alexios und Kassandra.Zu Beginn bekommen wir die Wahl zwischen Alexios und Kassandra.

Nach etwa fünf Spielstunden treffen wir unsere erste herzzerreißende Entscheidung und denken prompt: »Wenn die gesamte Handlung so weitergeht, wird Odyssey die beste Assassin's-Creed-Story seit Ezio«. Problem an der Sache: Das tut sie nicht. Assassin's Creed: Odyssey verfällt nach einem grandiosen Auftakt in einen Mix aus alten Mustern (ja, auch der Fokus auf Rache kehrt dann doch zurück) und tollen Ideen, die jedoch zu wenig Luft zum Atmen bekommen.

Das Zerfaserungs-Problem

Der größte Feind der Odyssey-Story ist die eigentlich grandiose Open-World-Sandbox: Zum einen fehlen der Story inszenatorische Highlights. Trotz aller Nebenbeschäftigungen bekamen wir in der Kampagne von Vorgänger Origins einige echt starke Hauptmissionen. Wir erinnern da - ohne zu viel zu spoilern - an den brennenden Seiltanz am Pharos-Leuchtturm, Bayeks Badehaus-Attentat, die Bosskämpfe in der Wüste oder gegen die Schlange oder das grandiose Finale fernab von Ägypten. Odyssey fehlt all das über weite Strecken.

Trotz einiger echter Highlights unterscheiden sich zu viele Hauptmissionen in ihrer Inszenierung kaum von den Nebenaufträgen: Zwischensequenzen sind fast immer reine Dialoge, hier zerstört man ein paar Boote in der regulären Open World, dort ein paar Leben, kommt dann zurück, kassiert die Belohnung. Fast alles im Spiel - selbst die Jagd nach zentralen Story-Bösewichten - wird über reguläre Sandbox-Mechaniken der Spielwelt abgewickelt, sodass mancher Schurke nicht mal einen Satz herausbringen kann, bevor wir ihm beim Abklappern der Welt abmurksen.

Zum anderen zerfasert sich die Geschichte durch die Open-World-Struktur mehr als ihr gut tut. Odyssey hat einige wenige wirklich aufreibende Augenblicke, gerade in Athen erlebt man echte Storytelling-Exzellenz. Wir wollen unbedingt wissen, wie es mit Alexios und Kassandra weitergeht - grundsätzlich ein gutes Zeichen.

Die Open World ist riesig. Alleine auf der Startinsel kann man sich mehrere Stunden beschäftigen.Die Open World ist riesig. Alleine auf der Startinsel kann man sich mehrere Stunden beschäftigen.

Doch direkt im Anschluss schippern wir für 20 Stunden auf einer Schnitzeljagd durch die halbe Ägäis. Hierzu nur ein Beispiel: Wir wollen unbedingt einem König gefallen, um Alexios' und Kassandras Geschichte ins Finale zu treiben. Doch der König schickt uns auf eine lange Reise,damit wir einen Sportler einsammeln, der aber erst mitkommt, wenn wir ihm ein spezielles Öl brauen.

Mit dem Öl gehen wir zum Sportler, reisen dann wiederum um die halbe Welt an einen neuen Schauplatz, doch dort entpuppt sich das Ganze als falsche Fährte, wir müssen wieder fünf lokale Quests reinschieben. Dann kehren wir zum König zurück, aber der will noch zwei weitere, ähnlich aufwendige Ziele an anderen Orten der Spielwelt erledigt sehen. Dabei ist die Gunst des Königs ja überhaupt nur Mittel zum Zweck, um endlich zu wissen, wie's in der Story weitergeht.

Abwertung für Pay2Win? Wie in Origins habt ihr auch in Odyssey die Möglichkeit, sogenannte Helix-Währung gegen echtes Geld zu kaufen. Mit denen lassen sich wiederum spezielle epische und legendäre Waffen kaufen. Dank des Level-Scalings bieten die allerdings keinen Vorteil, den ihr nicht auch über all die anderen legendären Waffen im regulären Spiel bekommt. Auch die Timesaver-Pakete, die euch mit Erfahrung, Geld & Co. boosten, kann man getrost links liegen lassen. Weil der Shop komplett optional und nichts davon beim Durchspielen in irgendeiner Form notwendig ist, sehen wir von einer Abwertung gemäß unserer Pay2Win-Richtlinien ab.

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