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Seite 3: Assassin's Creed Valhalla im Test: Eine großartige Open World - und viele Enttäuschungen

Wie funktioniert denn nun das Gameplay?

Aber wir sind ja nicht nur zum Gucken hier, sondern wollen auch was tun! Wenn es hart auf hart kommt, bleibt Assassin's Creed Valhalla sehr nah am Gameplay-Mix von Origins und Odyssey. Eivor bringt Feinde entweder klammheimlich mit der versteckten Klinge um oder stürzt sich lauthals ins Gefecht. Beides spielt sich hervorragend. Erfreulicherweise drosselt Ubisoft Odysseys Obsession für Schadenszahlen und Rollenspiel-Berechnungen massiv herunter.

Jeder Stealth-Angriff tötet jeden Gegner augenblicklich. Bei ganz dicken Feinden drückt ihr, sobald ihr die entsprechende Fähigkeit habt, noch eine zweite Taste - nicht der Rede wert (zumal sich selbst das in den Optionen ausschalten lässt). Es gibt zwar theoretisch ein sogenanntes Power Level, allerdings müsst ihr euch darüber nur dann Gedanken machen, wenn die Feinde euch wirklich haushoch überlegen sind. Dann funktioniert's wie in Ghost Recon: Breakpoint: Eure Angriffe sind zwar theoretisch immer noch tödlich, ein Gegner muss Eivor jedoch bloß sanft streicheln und ihr beißt ins Gras.

Die Kämpfe in Valhalla fühlen sich schön wuchtig an und die unterschiedlichen Fähigkeiten bringen Abwechslung rein. Die Kämpfe in Valhalla fühlen sich schön wuchtig an und die unterschiedlichen Fähigkeiten bringen Abwechslung rein.

In neun von zehn Fällen spielen sich die Kämpfe jedoch voll und ganz wie ein faires Actionspiel, das euch recht viele Freiheiten, Waffen und Möglichkeiten an die Hand gibt: Wir kämpfen mit Axt und Schild, wechseln zum dicken Zweihänder, schwingen den Morgenstern, tragen zwei Waffen gleichzeitig, zücken das altbekannte Ensemble aus Jagd-, Krieger- und leichtem Bogen. In der Open World findet ihr zudem Spezialfähigkeiten wie den Axtwurf, Sprungattacken und so weiter.

Und damit nicht genug: Eivor buttert mit gesammelter Erfahrung haufenweise Skillpunkte in den gigantischen Fähigkeitsbaum, der - kein Witz - frappierend ans Action-RPG-Schwergewicht Path of Exile erinnert. Je nach gewählter Richtung verstärkt ihr Schleich-, Bogen- und Kampffertigkeiten. Hier zu experimentieren, macht wirklich Spaß! Unsere Eivor war am Ende zum Beispiel mit dem Zweihandschwert so gut, dass mancher Feind allein beim Parieren tot umfiel. So muss das.

Assassin's Creed Valhalla - Screenshots aus der PC-Version ansehen

Mehr Schein als Sein

Die im Vorfeld angepriesenen zwei Dutzend Gegnertypen klingen allerdings nur auf dem Papier nach Vielfalt. Ja, Feinde attackieren uns mit Äxten, Bögen, Schwertern, Armbrüsten oder blanken Fäusten. Ja, einen Sachsen mit Schild müsst ihr clever umtänzeln, parieren oder in den Fuß schießen. Alles cool und spaßig. Aber langfristig spielt es sich dennoch sehr gleichförmig. Nach drei Stunden kennt ihr alle Tricks. Klar, den Zweihänder in drei Feinde auf einmal reinzusensen, wird nie alt, aber auch nie anspruchsvoll.

Das ganze Skill- und Kampfsystem steht und fällt mit eurer Bereitschaft, zu experimentieren. Denn Valhalla bleibt stets seicht. Ihr könnt Valhalla problemlos mit den ersten drei Skills und der Startwaffe selbst auf dem höchsten der vier Kampf-Schwierigkeitsgrade durchspielen, ohne allzu sehr zu schwitzen. Das gilt übrigens auch für eure Ausrüstung, dem neuen, theoretisch hervorragenden Loot-System sei Dank.

Anders als in den Vorgängern bekommt ihr Beute nicht mehr bergeweise hinterher geschmissen, sondern jede neue Klamotte ist ein seltener Schatz, wie in den Gothic-Spielen. Unsere allererste Rabenrüstung haben wir zum Beispiel bis ins Finale getragen, weil wir sie immer wieder beim Schmied aufstufen. Die Kleidungsstücke und Waffen sehen allesamt klasse aus, jede neue Stufe bringt optische Änderungen - allein deshalb motiviert die Jagd nach Upgrade-Materialien. Aber sie ist nie notwendig. Wie gesagt: Die Startrüstung bringt euch mühelos durchs ganze Spiel. Auch der Unterschied zwischen leichter, mittlerer und schwerer Rüstung existiert bloß theoretisch.

Statt immer neuen Loot zu erbeuten, levelt ihr Rüstungen und Waffen in eurem Besitz mit Ressourcen auf. Statt immer neuen Loot zu erbeuten, levelt ihr Rüstungen und Waffen in eurem Besitz mit Ressourcen auf.

Auch viele andere Gameplay-Neuerungen sind nett, aber spielmechanisch egal. In eurer selbst erbauten Siedlung braucht ihr lediglich drei Gebäude wirklich: Schmiede, Assassinen-Büro und das Haus der Seherin. Mit dem Drachenboot zu schippern spart zwar Zeit, auf den Flüssen passiert aber nichts - abgesehen von den Wikinger-Gesängen und -Geschichten eurer Crew.

Deshalb waren wir meist mit dem Pferdchen unterwegs, dessen Ausdauer ihr jetzt ausbauen könnt - das erledigt Eivor aber bereits in den ersten paar Spielstunden. Außerdem erstellen wir im Editor ein eigenes Wikinger-Crew-Mitglied, das jedoch nie wieder relevant wird. Ihr müsst euch aktiv dafür entscheiden, etwa den Siedlungsbau wichtig zu finden oder den eigens erstellten Wikinger im Gefecht zu erspähen. Das Spiel nimmt euch das nicht ab.

Bei GameStar Plus liefern wir euch eine weiterführende Analyse dazu, warum gerade der Siedlungsbau so ein spannendes Feature sein kann - wenn man sich darauf einlässt:

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Wie funktioniert der Siedlungsbau?

In ganz England findet ihr Ressourcen, mit denen sich eure Siedlung ausbauen lässt. Ihr errichtet Stall, Kaserne, Assassinen-Hauptquartier und zig weitere Gebäude. Damit schaltet ihr beispielsweise Jagd-Challenges, einen Tätowierer oder das Upgraden von Rüstungen frei. Wirklich relevant sind nur die wenigsten dieser Gebäude, aber die Menschen in Ravensthorpe wachsen euch mit der Zeit trotzdem ans Herz.

Die dritte Stärke: Das Assassinen-Gameplay

Trotzdem: Wenn wir im Schutz der Nacht eine feindliche Burg infiltrieren, klammheimlich die Verteidigungsgeräte sabotieren für die anstehende Belagerung im Morgengrauen, wenn unsere Pfeile durch die Dunkelheit surren, Wachen ausschalten und Eivor sich durch die Festung meuchelt - in solchen Momenten ist Valhalla besser als Origins und Odyssey, weil es allein um Geschick und Planung geht. Für solche Momente kaufen Fans Assassin's Creed.

Und dass wir nun eben auch die Belagerung am Morgen ausfechten, unsere Mannschaft an die Seite rufen, mit der Axt in die Menge stürmen - hier gehen Kampf- und Assassinen-Atmosphäre so sehr Hand in Hand, dass es fast keine Rolle mehr spielt, wie seicht sich das alles anfühlt. Ganz großes Kino!

Assassin's Creed Valhalla: Neuer CGI-Trailer zeigt Überfall auf England 1:30 Assassin's Creed Valhalla: Neuer CGI-Trailer zeigt Überfall auf England

Hätte es Ubisoft doch nur dabei belassen! Die Entwickler verfolgen die perfekte Rezeptur: den nervigen Loot-Kram entfernen, das spannende Schleich-Gameplay behalten, mit regelmäßigen Belagerungen würzen. Doch aus irgendeinem Grund wurde entschieden, dass all die oben beschriebenen Szenen so selten vorkommen, dass wir uns nach jeder weiteren Feindbasis die Finger lecken. Was Odyssey zu viel hatte, hat Valhalla zu selten. Stattdessen bekommen wir - und wir müssen es so deutlich sagen - das schlechteste Open-World-Gameplay seit Assassin's Creed 1. Denn kein Assassin's Creed hatte seitdem so ein Rhythmus-Problem.

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