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Seite 2: Assassin's Creed Valhalla im Test: Eine großartige Open World - und viele Enttäuschungen

Die erste große Stärke: Atmosphäre

Wer die Story von Assassin's Creed Valhalla bloß als Mittelmaß in die Ecke stellt, hat zwar Recht, übersieht aber ihren eigentlichen Zweck. Ja, die meisten Figuren und Plots sind bloß Informations-Container und Kulissen. Aber als Kulisse für diese einzigartige historische Epoche funktioniert all das trotzdem hervorragend.

Wer die Bereitschaft mitbringt, ins frühmittelalterliche England einzutauchen und die Wikinger-Fantasie zu leben, kann das hier besser tun als in jedem anderen Spiel. Die Clan-Mitglieder in Eivors Siedlung sind zwar allesamt eindimensional, wachsen uns aber dennoch ans Herz, weil wir gemeinsam das Dorf ausbauen, feiern, Tote beweinen, Hochzeitspläne schmieden.

Die Siedlung bietet nicht nur Nützliches wie einen Schmied, der unsere Ausrüstung verbessert, sondern auch viele Geschichten und Ereignisse. Die Siedlung bietet nicht nur Nützliches wie einen Schmied, der unsere Ausrüstung verbessert, sondern auch viele Geschichten und Ereignisse.

Ubisoft erschafft mit unfassbar viel Liebe zum Detail eine mittelalterliche Gesellschaft, die sich greifbar und lebendig anfühlt. Jede Provinz präsentiert eine eigene Kultur, Pikten unterscheiden sich sicht- und spürbar von Britonen - und im ländlichen Gloucestershire verbrennen die Bauern einen riesigen Weidemann, während in Winchester christliche Frömmigkeit in jeden Haushalt geprügelt wird. In Ledecesterscire nähern sich Sachsen und Dänen einander an, in anderen Grafschaften spüren wir die bittere Feindschaft.

Aber wie authentisch ist Valhalla wirklich? Zusammen mit Historikern und Archäologen haben wir das Szenario des Spiels einem Reality-Check unterzogen:

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Diese zum Schneiden dichte Atmosphäre harmoniert zudem ganz hervorragend mit der größten Stärke von Valhalla: der Open World.

Die zweite große Stärke: Eine Landschaft zum Niederknien

Fast schon ironisch: Während Eivor, Bruder Sigurd und Co. am Anfang tunlichst weg aus Norwegen wollen, haben wir es überhaupt nicht eilig. Denn bereits das Startgebiet sieht zum Niederknien schön aus. Die ersten, je nach Sammellust fünf bis neun Spielstunden verbringen wir in eisigen Fjorden, auf verschneiten Bergen. Wir bestaunen Gebirgswasserfälle, die über 20 Vorsprünge in die Tiefe rauschen, stapfen ächzend durch den Schnee - und diese malerischen Schneelandschaften sind gar nichts verglichen mit der Augenweide Englands.

Wer Großbritannien bloß mit Regen, Matsch und Fußball verbindet, wird nach Valhalla umdenken. Wie einzigartig Ubisoft jede englische Provinz zum Leben erweckt, steht neben Red Dead Redemption 2 und Ghost of Tsushima als absolute Referenz, wie 2020 historische Open Worlds aussehen können. Hinter jedem Hügel erwartet euch ein neuer Einblick, fast kein Landstrich gleicht dem anderen. Versunkene Römerruinen im Sumpf, saftig grüne Hügelkuppen, die matschigen Gossen Londons, die verschneiten Berge der Pikten. Und ohne zu viel zu spoilern: Ihr bereist im Spiel nicht nur England, sondern auch sehr … exotische Orte.

Open World Die Spielwelt von AC Valhalla ist sehr abwechslungsreich und atmosphärisch. Ihr durchstreift Sümpfe, grüne Wiesen oder dichte Wälder.

Städte und Siedlungen Besonders die Ortschaften überzeugen durch Detailgrad und glaubhafte Gestaltung.

Klingt jetzt vielleicht ein wenig nach Tourismus-Broschüre, aber die Open World von Valhalla muss man erlebt haben. Wenn ihr nachts über eine Anhöhe reitet und im Tal die Lichter Winchesters die gigantische Kathedrale erleuchten, während ringsum erster Morgennebel aufkommt, dann ist das technisch wie künstlerisch einfach nur beeindruckend. Die Landschaftstexturen sind auf hohen Einstellungen nämlich knackscharf.

Mit einer Geforce RTX 2060 und einem einigermaßen soliden Ryzen 5 läuft das alles in Full HD ruckelfrei, mit der 2070 wahlweise auch in 4K flüssig, wobei wir durchaus mal Schwankungen in der Bildrate feststellen. Hier und da driftete die Bildrate unter die 60 FPS, insgesamt läuft das Spiel aber rund. Ob ihr die nötige Hardware für Valhalla mitbringt, lest ihr in den PC-Anforderungen. Mittlerweile hat unsere Hardware-Redaktion auch eine Analyse mit Tipps für mehr fps nachgeliefert.

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