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Black Mesa im Test: Überzeugt das Half-Life-Remake?

22 Jahre nach der Veröffentlichung des Originals und fünf Jahre nach dem Early-Access-Start ist die Shooter-Neuauflage fertig. Unser Test klärt, ob diese Zeit gut investiert war.

von Florian Zandt,
23.03.2020 10:15 Uhr

Black Mesa - Das Half-Life-Remake ist nicht perfekt, aber unglaublich 12:57 Black Mesa - Das Half-Life-Remake ist nicht perfekt, aber unglaublich

Geschmäcker sind verschieden, aber auf eines können sich wohl die meisten Spielefans einigen: 1998 hat Half-Life das Ego-Shooter-Genre mit seinem Storytelling, seiner Atmosphäre und seinem ungewöhnlichen Protagonisten revolutioniert. Das ehemalige Fan-Projekt und jetzige kommerzielle Remake Black Mesa tritt also in riesengroße Fußstapfen.

Schon 2012 konnte uns die kostenlose Mod-Version überzeugen, damals fehlte allerdings mit dem Alienplaneten Xen noch das komplette Endgame. Das hat das Team von Crowbar Collective jetzt nachgereicht - mit Verbesserungen in der KI, teilweise komplett neu gestalteten Levels und deutlich mehr Dialogen und Story-Details. Nach insgesamt 15 Jahren Entwicklung ist Black Mesa also endlich fertig. Aber wie schlägt es sich im Vergleich zum überlebensgroßen Vorbild?

Rein optisch verrät euch das übrigens schon die Screenshot-Galerie. Aber zu einem guten Remake gehört ja mehr als nur die Optik.

Black Mesa - Screenshots ansehen

So sieht es aus

Das Erste, was uns auffällt, ist die bessere Grafik, die schon bei der anfänglichen Zugfahrt durch den Black-Mesa-Komplex die Muskeln spielen lässt. Dafür ist die Source Engine verantwortlich, die auch schon Half-Life 2 seinen Look bescherte. Die Engine sorgt für bessere Beleuchtung, mehr Details und vor allem mehr Möglichkeiten zum »Environmental Storytelling«. Während wir aus den Fenstern der Schwebebahn schauen, geht um uns herum der Alltag in der Forschungsstation weiter: Wissenschaftler kämpfen mit störrischen Snackmaschinen, Reparatur- und Transportarbeiten werden durchgeführt, ein Militärhubschrauber wird in Empfang genommen. Das hat man so ähnlich zwar schon im Original gesehen, das Remake sorgt mit mehreren dieser Momente allerdings für eine weitaus dichtere Atmosphäre.

Darum mussten wir 15 Jahre auf das Remake warten

2004 schließen sich zwei Modding-Gruppen zusammen, um Half-Life in der Source-Engine nachzubauen, inhaltlich komplett ist das Spiel aber erst im Dezember 2019. Warum die Fertigstellung so lange gedauert hat? Das hat sowohl technische als auch organisatorische Gründe. Drei Portierungen auf unterschiedliche Versionen der Source-Engine verlangsamen den Prozess ebenso wie Verhandlungen mit Valve, die erst 2013 grünes Licht für eine kommerzielle Veröffentlichung des Remakes geben.

Zusätzlich beißt sich das Team an der Neugestaltung von Xen die Zähne aus; ein reines Remaster reicht den Entwicklerinnen und Entwickler nicht, die Alien-Heimat wird komplett neu konzipiert. Besonders kritisch: Das Team von Crowbar Collective koordinierte sich laut eines Interviews mit PC Gamer ausschließlich online. Das ist bei einem knapp 30 Personen umfassenden Team eine Herkulesaufgabe, die Zeit kostet. Dass sich der Aufwand gelohnt hat, ist 15 Jahre nach dem Startschuss aber mehr als deutlich.

So hört es sich an

Was ebenfalls dazu beiträgt, sind die ausgebauten Dialoge, die uns in die Welt von Black Mesa hineinziehen. Wissenschaftler diskutieren aktuelle Forschungsprojekte beispielsweise ausführlicher, auch wenn die Charaktere selbst eindimensional bleiben. Das liegt zum Teil auch daran, dass sich einige Figuren die Sprecher teilen - und diese nicht immer professionell, sondern manchmal einfach zu gestelzt klingen.

Dafür untermalt jetzt ein dynamischer und packender Soundtrack wichtige Stellen im Spiel. Beispielsweise wenn wir das erste Mal gegen die Maschinenpistolen und Shotguns schwingenden HECU-Soldaten ins Feld ziehen, die uns dank deutlich besserer KI auch mal von der Seite angreifen, strategisch Granaten einsetzen und sich zurückziehen, um uns eine Falle zu stellen.

Die Soundeffekte orientieren sich nur teilweise am Original. Die Geräusche beim Wechsel zwischen den Waffen sind beispielsweise identisch, während die neu und ausgesprochen fair verteilten Medstations nun anders klingen. Wichtig: Die Brechstange steht ihrem Vorbild aus dem Ur-Half-Life in Sachen Klang und Wirkung in Nichts nach.

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Ein moderner Spielfluss

Gerade diese Waffe ist auch ein gutes Beispiel dafür, in welchem Maß Black Mesa Sachen anders macht als das Original. Nämlich nicht nur bei offensichtlichen Dingen wie der Grafik und dem Sound, sondern auch in kleinen Details. Finden wir das Brecheisen in Half-Life noch auf dem Boden, so steckt es in Black Mesa in einer Tür fest, und wir müssen das Ding erst mal rauspopeln, es uns also verdienen.

Das Entwicklerteam hat aber nicht nur die Waffen neu in den Levels platziert, sondern auch den Spielfluss an moderne Gegebenheiten angepasst. Die kleineren Schalterrätsel erfordern jetzt beispielsweise mehr Handarbeit. Bevor wir zum Beispiel zwei Tesla-Spulen in Betrieb nehmen können, um einen mächtigen Gegner zu besiegen, müssen wir zwei Stromkabel aufheben und in die dafür vorgesehenen Buchsen einstecken.

Diese Modernisierung macht nicht bei den Rätseln halt, sondern wird auch im Leveldesign deutlich. Ein Beispiel: Der Abschnitt »Auf Schienen«, in dem wir eine Tram durch ein unterirdisches Transportsystem steuern, war im Original unnötig verwinkelt und durch viel Backtracking geprägt. Das Remake entschlackt dieses Level deutlich und sorgt mit dessen gelungenen Ausleuchtung stellenweise sogar für leichte Horroratmosphäre.

Black Mesa Die Brechstange in Black Mesa.

Half-Life Die Brechstange in Half-Life.

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