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Sekiro: Shadows Die Twice im Test - Und ihr dachtet, Dark Souls sei hart

Sekiro treibt uns im Test weit über unser Limit, überschreitet aber auch selbst Grenzen: Es bricht an vielen Stellen mit unserer Erwartungshaltung. Außer in Sachen Qualität.

von Dimitry Halley,
21.03.2019 14:00 Uhr

Sekiro - Testvideo: Was Sekiro trotz Frust so einzigartig gut macht 11:43 Sekiro - Testvideo: Was Sekiro trotz Frust so einzigartig gut macht

Nach knapp einer Woche mit Sekiro: Shadows Die Twice tut mir der Rücken weh. Das rechte Auge zuckt und bubbert, die Fingerkuppen taub vom hektischen Controller-Gedrücke. Meine Schultern verharren mittlerweile automatisch in Anspannung - was einen aussehen lässt, als hätte man konstant Angst. Habe ich aber gar nicht. Ganz im Gegenteil, ich fühle mich dank Sekiro großartig!

Keine Sorge, ich vermeide die alte Dark-Souls-Predigt, dass From Softwares geistiger Nachfolger von Demon's Souls, Dark Souls und Bloodborne ja so hart und gnadenlos sei - und die Siege sich nach all den Niederlagen dafür umso intensiver anfühlen. Keine Frage, das alles gilt auch für Sekiro. Es ist knallhart, kostet euch unzählige Tode und verlangt selbst einem Souls-Veteranen wie mir im Test alles ab. Wenn ihr mit gnadenlosen Spielen Probleme habt, dann kauft Sekiro nicht.

Die Seele der Souls-Spiele - From Software spricht über sein Gamedesign

Doch mein Auge bubbert nicht, weil das Spiel frustriert oder weil wie in Dark Souls jeder Schritt ein potenziell tödlicher ist. Nein, ich komme seit Tagen einfach nicht vom Bildschirm los, weil Sekiro mich so sehr fasziniert, so ungemein begeistert. Und zwar gerade dort, wo es Dinge anders macht. Anders als die Souls-Spiele, anders als diverse Action-Titel.

Wer ein neues Dark Souls erwartet, wird vielleicht von Sekiros deutlich engerem spielerischen Fokus enttäuscht. Und auch alle anderen Spieler könnten sich über Design-Patzer ärgern, allem voran ein recht lahmes Skill-System und spielmechanische Sackgassen. Doch im Gegenzug konzentriert sich Sekiro fast ganz und gar auf eine große Stärke - und verlangt genau das auch von euch. Wer sich darauf einlässt, bekommt einen so intensiven Tanz des Todes, wie ich ihn in noch keinem anderen Action-Spiel erlebt habe.

Kann ich Sekiro auf Deutsch spielen?
Das gesamte Spiel lässt sich in deutscher Sprache spielen. Standardmäßig war es bei uns jedoch auf Japanisch eingestellt. Die Sprache lässt sich bequem per Menü ändern, neben deutscher und japanischer Sprache könnt ihr auch die englische auswählen. So sieht Service aus. Die deutsche Vertonung macht übrigens mit einigen Ausnahmen einen sehr guten Job.

Was taugt die Story?

Doch bevor ich das Schwert ziehe, reden wir kurz über das Warum: Die Story von Sekiro skizziert zumindest die Ausgangssituation deutlich verständlicher als Dark Souls und Bloodborne - und das allein schon dadurch, dass wir es mit einem quasi-historischen Szenario zu tun haben. Ich verkörpere einen Shinobi-Krieger im feudalen Japan der Sengoku-Ära (grob das 16. Jahrhundert).

Sekiro: Shadows Die Twice - Screenshots ansehen

In meiner Kindheit hat mich ein tödlicher Samurai unter seine Fittiche genommen, ich schwor einem göttlichen Kind die Treue und ein paar Jahre später gerät alles aus dem Ruder, sodass ich den Knirps retten muss. Soweit die ersten fünf Minuten der Geschichte.

Sekiro bleibt jedoch nicht lange in unserer Welt verhaftet, schnell wird es übernatürlich, ich stoße auf zahlreiche kryptische Charaktere und Zusammenhänge. Es gelten die alten Dark-Souls-Gesetze: Wer fleißig Gegenstandsbeschreibungen wälzt, die Umgebungen studiert und in seinem Kopf Zeitstränge zeichnet, holt deutlich mehr Story-Vielfalt aus der Spielwelt heraus. Es ist aber nicht so notwendig wie in den anderen Spielen von From Software.

Da ich in Sekiro einen konkreten Charakter und nicht bloß einen selbst erstellten Avatar verkörpere, plaudert mein Shinobi anders als in Dark Souls auch mal mit, stellt Fragen, erforscht Hintergründe. Dadurch bleibt bis ins Finale zumindest grob klarer, was ich hier eigentlich tue.

Manch einer dürfte hier das allumfassende Mysterium von Bloodborne und Co. vermissen, das ändert aber nichts daran, dass auch Sekiro eine faszinierend fremdartige Welt bietet, in die man sich stundenlang vertiefen kann. Auf einer Skala zwischen Poesie und Prosa mag das Spiel näher an klassischer Erzählkunst sein als bisherige Souls-Spiele, doch im Vergleich zur Konkurrenz bleibt es ein vages, aber spannendes Mosaik aus Andeutungen.

Wie läuft Sekiro ab?

Beim ersten Spieldurchlauf dürfte man aber kaum die Ruhe finden, sich vordergründig auf die Story zu konzentrieren. Obwohl Sekiro mit seinen insgesamt neun Gebieten spürbar kompakter ausfällt als beispielsweise Dark Souls 3, gibt es viel zu tun.

Sekiro erzählt seine Geschichte weniger kryptisch als Dark Souls und Bloodborne. Sekiro erzählt seine Geschichte weniger kryptisch als Dark Souls und Bloodborne.

Die weitläufigen Wälder, Sümpfe, Täler und Burgen bergen zahlreiche Geheimnisse, versteckte Gegenstände, Areale - und auch einige verborgene Boss-Kämpfe. Als Shinobi schwinge ich mich per Greifhaken von Ort zu Ort, sacke möglichst viel Beute ein und bringe alles um, was mich auch nur schief anguckt. Das Schwingen mit dem Greifhaken funktioniert einwandfrei, und dank dieser Funktion spielen viele Level-Umgebungen nun deutlich mehr mit Höhen und Tiefen, weil nicht mehr jede Klippe das Ende meines Bewegungs- und Erkundungsspielraums bedeutet.

Apropos »Movement«: Anders als früher kann ich jetzt auch vernünftig schleichen. Als Shinobi husche ich durch's hohe Gras, erdolche unachtsame Feinde von hinten, idealerweise ohne Alarm. Das Schleichen ist eine coole Sache, die mir gerade gegen kleinere Boss-Gegner große Vorteile verschaffen kann.

Ein erfolgreiches Stealth-Attentat lässt die Fieslinge nämlich spürbar geschwächt in den Ring steigen. Insgesamt bleibt das System jedoch recht rudimentär, etwa auf dem Niveau eines Assassin's Creed 4: Black Flag, nur ohne Pfeif-Funktion - wäre ja auch zu einfach. Macht aber nichts, denn die Leisetreterei ist eher Beiwerk. An vielen Schwertduellen führt kein Weg vorbei. Und das ist verflucht gut so!

Was taugt die PC-Steuerung?
Die Bedienung mit Maus und Tastatur funktioniert grundsätzlich sehr intuitiv, hat aber ihre Grenzen. Mit WASD-Tasten könnt ihr Richtungen lange nicht so elegant wechseln wie mit Gamepad. Da Bewegungstempo in Sekiro sehr essenziell ist, empfehlen wir in jedem Fall das Gamepad.

Diese Kämpfe!

Vergesst, was ihr in Dark Souls oder Bloodborne gelernt habt. Die Tricks von damals funktionieren nicht mehr. Diese Erkenntnis traf mich bei einem der ersten Mini-Bosse in Sekiro wie ein … naja, wie ein Schlag. Ich trete gegen einen eigentlich recht unscheinbaren Feind im Kimono an, der bloß mit Katana bewaffnet ist. »Den hol' ich mir«, denke ich und greife an.

Ich weiche zwei, drei Attacken aus, platziere ein paar Schläge, die Lebensleiste des Kerls verringert sich jedoch nur um einen Bruchteil. Und zack landet er einen einzigen Treffer - ich bin tot! Dieses Scheitern wiederholt sich für knapp eine halbe Stunde, bis ich meinen Bildschirm beschimpfe und wütend eine Pipi-Pause einlege.

Wie so oft im Leben überdenke ich auf der Toilette meine Strategie. Ein Mix aus Ausweichangriffen bringt mich nicht weiter. Doch was ist mit einer Parade? Wenn euch in Sekiro jemand attackiert, habt ihr den Bruchteil einer Sekunde Zeit, die Block-Taste zu hämmern und diesen Angriff zu parieren. Da der feindliche Kimono-Träger im Prinzip immer die gleiche tödliche Doppel-Attacke anwendet - naja, vielleicht kann ich das Ding ja tatsächlich kontern. Nach ein paar Versuchen geschieht das Wunder.

Kimono-Karl (so habe ich ihn mittlerweile getauft) spammt mich erneut mit seinem Schwertangriff zu, doch ich habe seinen Rhythmus durchschaut. Mit meiner Klinge schlage ich jede einzelne Attacke zurück. Das bringt Karl komplett aus der Fassung, seine Haltung bricht ein und ich ramme ihm mit nur einem einzigen Stoß mein Katana in den Hals. Der Kampf ist nach nicht einmal 15 Sekunden vorbei. So funktioniert Sekiro.

Das ist Kimono-Karl, nachdem er mich umgebracht hat. Das ist Kimono-Karl, nachdem er mich umgebracht hat.

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