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Fazit: Spoilerfreie Kritik zu Thunderbolts: Haltet 30 Minuten durch, dann wird es super

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Fazit der Redaktion

Sören Diedrich

Wow - dieser Gedanke schoss mir beim Schauen von Thunderbolts* gleich mehrfach durch den Kopf. Das erste Mal in den ersten 30 Minuten, die noch nach gewohntem Marvel-Schema ablaufen und mich eine Enttäuschung haben befürchten lassen.

Zum zweiten Mal, als ich die tolle Chemie zwischen Yelena, Ghost, John Walker und den anderen Thunderbolts gespürt habe. Der hochwertige Cast zahlt sich aus, denn die Charaktere passen wunderbar zueinander und jede Interaktion untereinander lässt mich entweder herzhaft lachen oder ergriffen schniefen.

Das dritte Wow gab es für das Finale. Das hatte ich so nicht erwartet, obwohl ich die MCU-Filme so gut kenne - oder gerade deswegen?! Tolle Idee, mehr sage ich nicht!

Ein viertes Wow bekommt Thunderbolts* insgesamt von mir. Das hier ist endlich mal kein Superheldenfilm von der Stange, sondern besitzt eine eigene Identität und scheut sich nicht davor, Helden zu zeigen, die keine Götter, grünen Monster oder superintelligente Bastler sind, sondern Menschen mit vielen Fehlern, die einfach nur das Richtige tun.

Fazit der Redaktion

Franziska Hammerschmidt

»The Void« (deutsch: Die Leere) ist nicht nur der Name von Bobs gefährlichem Alter Ego, sondern auch ein ganz zentrales Thema in Thunderbolts. Wie werden wir mit Traumata fertig? Was ist der Sinn hinter all dem und wie füllen wir die Leere, die wir verspüren? Ja, da staunt ihr: Marvel-Filme können auch tiefgründig sein! 

Bereits vor meinem Kinobesuch war ich mir sicher: Dieser Film treibt mir Pipi in die Augen. Und so war es auch. Unsere Helden kämpfen mit ganz alltäglichen Dingen wie Selbstzweifel oder privaten Problemen und wirken dabei so nahbar wie noch nie.

Thunderbolts zeigt, wie wichtig und wertvoll wahre Freundschaft ist und wie sehr wir Menschen brauchen, die selbst in unseren dunkelsten Lebensmomenten für uns da sind. Ja, das mag vielleicht kitschig klingen, funktioniert hier aber überraschend gut. Dabei ist der Film vor allem in kleineren Szenen und leicht gemurmelten Kommentaren am Rande stark, die uns einmal mehr zeigen: Ganz so hart, wie die Thunderbolts immer tun, sind sie dann doch nicht.

Trotzdem ist der Film nicht ganz makellos und gerade die erste Dreiviertelstunde hätte meiner Meinung nach etwas knackiger sein können. Wenn ich schon zu Beginn ungeduldig auf die Uhr schaue, dann ist das kein gutes Zeichen. Gerade der Anfang des Films zieht sich wie Kaugummi und ich habe das Gefühl, die Handlung kommt nicht so richtig ins Rollen. 

Die spätere Action hat das aber wieder wettgemacht und Yelenas akrobatische Parkour-Einlagen hauen mich einfach jedes Mal aufs Neue von den Socken. Bei dem Anblick, wie sie sich elegant über Tische und Stühle schwingt, bekomme ich schon Rückenschmerzen.

Aber Marvel, ich muss jetzt doch einmal mahnend den Finger heben: Was habt ihr euch bei der Post-Credit-Szene gedacht? Wenn ihr euch den Film anschaut, dann wisst ihr bestimmt, was ich meine.

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