Star Wars: Wieso der Boba-Fett-Film nie zustande kam

Josh Trank sollte Boba Fett einen eigenen Star-Wars-Film bescheren. Jetzt erklärt der Fantastic-Four-Regisseur, wieso er bei dem Projekt selbst das Handtuch schmiss.

von Vali Aschenbrenner,
06.05.2020 17:30 Uhr

Regisseur Josh Tranks verrät erstmals persönlich, warum sein Star-Wars-Film über Boba Fett nie über die Leinwand flimmern durfte. Regisseur Josh Tranks verrät erstmals persönlich, warum sein Star-Wars-Film über Boba Fett nie über die Leinwand flimmern durfte.

Boba Fett gehört zu den bekanntesten Charakteren des Star-Wars-Universums. Und das, obwohl der legendäre Kopfgeldjäger in der ursprünglichen Trilogie nicht viel mehr tat, als cool in der Ecke herumzustehen und von einem blinden Schmuggler in die Grube von Carkoon geschubst zu werden.

Trotzdem wollte Lucasfilm Boba Fett unter der Fittiche von Disney einen eigenen Krieg-der-Sterne-Film widmen. Dafür wurde Regisseur Josh Trank beauftragt, dessen Projekt jedoch nie zustande kam. Jetzt wissen wir endlich, woran genau der Boba-Fett-Film scheiterte.

Fantastic Four ist am »Tod« von Boba Fett schuld

Gegenüber Polygon hat Trank nun eröffnet, dass er entgegen ursprünglicher Berichte nicht von Disney gefeuert wurde, sondern selbst das Handtuch schmiss. Ausschlaggebend dafür war die Kontroverse um seinen Film Fantastic Four von 2015.

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Der Marvel-Film fiel bei Fans wie Kritikern durch und bescherte und dem damaligen Rechteinhaber 20th Century Fox Verluste in Höhe von 80 bis 100 Millionen Dollar. Fantastic Four gilt bis heute als einer der größten Flops der Filmgeschichte.

Um der negativen Presse entgegenzuwirken, entschied sich Lucasfilm-Chefin Kathleen Kennedy dazu, die Bekanntgabe und Josh Tranks Auftritt auf der Star Wars Celebration 2015 aufzuschieben. Eine offizielle Ankündigung des Boba-Fett-Films gab es damit bis heute nicht, lediglich unbestätigte Meldungen, die man als Gerücht hätte abtun können.

Josh Tranks kündigte, um nicht gefeuert zu werden

Im Zuge dessen entschied sich Josh Trank dann selbst dazu, sich von dem Projekt zu verabschieden: »Ich habe gekündigt, weil ich wusste, dass ich gefeuert werde, sollte ich es nicht selbst tun.« - verrät der Regisseur gegenüber Polygon.

Zu diesem Zeitpunkt war lediglich J.J. Abrams für Star Wars: Episode 7 - Das Erwachen der Macht als Regisseur bei Disney angestellt - den Ruf, ständig Filmemacher zu entlassen, musste sich Kathleen Kennedy mit Colin Trevorrow, Phil Lord, Chris Miller sowie David Benioff und D.B. Weiss erst erarbeiten.

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Dass Lucasfilm Josh Trank als Regisseur für Boba Fett gehalten hätte, ist jedoch alles andere als wahrscheinlich: 2015 war der Filmemacher bei Comic-Fans alles andere als beliebt, seine Karriere als Filmemacher kam wegen Fantastic Four zwischenzeitlich gänzlich zum Erliegen.

Erst später wurde nach und nach die kontroverse Produktionsgeschichte von Fantastic Four aufgedeckt, die Josh Trank von der »Schuld« an dem Kinoflop zumindest teilweise freisprach.

The Mandalorian zieht schneller als Boba Fett

Drei Jahre später sollte Gerüchten zufolge der Logan-Regisseur James Mangold einen Boba-Fett-Film anstelle von Josh Trank entwickeln. Dieses unbestätigte Projekt kam aber ebenfalls nie zustande und soll zugunsten der TV-Serie The Mandalorian abgesägt worden sein.

Angeblichen Insidern zufolge hätten sich die Konzepte um die beiden Kopfgeldjäger in mandalorianischer Rüstung zu sehr geähnelt, weswegen Jon Favreaus TV-Projekt für Disney+ Vorrang eingeräumt wurde. Diese Entscheidung hat sich für Disney definitiv ausgezahlt.

Ist das Star-Wars-Universum nicht groß genug für zwei Kopfgeldjäger in mandalorianischer Rüstung? Ist das Star-Wars-Universum nicht groß genug für zwei Kopfgeldjäger in mandalorianischer Rüstung?

The Mandalorian auf Disney+ erfreut sich unter Kritikern wie Fans großer Beliebtheit, die Star-Wars-Serie um Hauptdarsteller Pedro Pascal (Game of Thrones) wurde bereits um eine zweite und dritte Staffel verlängert.

Außerdem zwang der Flop von Solo: A Star Wars Story sowie die gespaltene Resonanz von Episode 8 - Die letzten Jedi Disney zum Überdenken seiner Krieg-der-Sterne-Taktik: Mit Star-Wars-Filmen geht es erst 2022 im Kino weiter, während aktuell TV-Serien um Obi-Wan Kenobi (Ewan McGregor) oder Cassian Andor (Diego Luna) Priorität einnehmen.

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