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CoD Cold War: Unser Test mit Wertung

Wie gut ist Call of Duty Black Ops: Cold War? Wir sind im Test zwischen der tollen Kampagne, dem netten Zombies-Modus und dem enttäuschenden Multiplayer hin und hergerissen.

von Philipp Elsner,
17.11.2020 13:21 Uhr

James Bond trifft Call of Duty: Cold War im Singleplayer-Test 8:40 James Bond trifft Call of Duty: Cold War im Singleplayer-Test

CoD Cold War fährt mit einer Singleplayer-Kampagne, Multiplayer und dem Zombies-Modus drei sehr unterschiedliche Spiele in einem auf. Wir klären im Test, wie gut dieses Gesamtpaket unterm Strich ist, wie es im Vergleich zu Modern Warfare abschneidet und für wen sich der Kauf lohnt.

Kampagne: Das absolute Highlight

Die Story von Cold War setzt direkt am Ende des ersten Black-Ops-Teils von 2010 an (werft deshalb vorher einen Blick in unser Story-Recap) und versetzt uns in die Ära des Kalten Krieges, genauer gesagt in die frühen 1980er Jahre. Als Mitglied eines internationalen Agententeams ist es unser Job, den sowjetischen Spion Perseus zur Strecke zu bringen. Und Überraschung: CoD Cold War macht aus dem Setting keine reine Ballerbude mit Explosionen im Sekundentakt, sondern spielt die Stärken des Geheimdienst-Szenarios clever aus!

In Multiple-Choice-Dialogen beeinflussen wir die direkte Reaktion unseres Gegenübers. Nur wenige Entschiedungen haben aber wirklich gravierende Auswirkungen. In Multiple-Choice-Dialogen beeinflussen wir die direkte Reaktion unseres Gegenübers. Nur wenige Entschiedungen haben aber wirklich gravierende Auswirkungen.

Das beginnt schon damit, dass wir uns erstmals in der Serie eine Spielfigur selbst erstellen, inklusive militärischer Vorgeschichte, charakterlichen Eigenschaften (in Form von Perks) und Geschlecht. Zwar wirkt sich unsere Wahl nur wenig auf den Spielverlauf aus, dennoch setzt der Charakter-Editor den Grundton für die spielerische Freiheit, die sich durch die komplette Kampagne zieht.

So gibt es bei mehreren Missionen unterschiedliche Lösungswege, etwa wenn wir das Hauptquartier eines feindlichen Geheimdienstes infiltrieren. Bestechen wir einen hohen Offizier? Vergiften wir den Drink eines Generals? Oder hacken wir den Computer im Serverraum? Natürlich gibt es auch viele klassische CoD-Action-Sequenzen, und in einem der Vietnamkriegs-Flashbacks sind wir sogar in einem Kampfhubschrauber unterwegs. In überraschen vielen Einsätzen können wir aber auch leise voran schleichen, Schlösser knacken, Gegner heimlich ausschalten und sogar ihre Körper in bester Hitman-Manier im Schrank verstecken. Für noch besseres Agenten-Feeling haben wir übrigens drei Tipps für euch:

Spielt die Cold-War-Story bloß nicht wie Call of Duty!   3     0

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Spielt die Cold-War-Story bloß nicht wie Call of Duty!

Wer genau aufpasst, entdeckt in den Missionen außerdem haufenweise Beweismaterial in Form von Karten, Dokumenten oder Fotos. Damit lassen sich in unserem improvisierten Hauptquartier zwischen den Einsätzen sogar optionale Nebenmissionen freischalten, die wiederum Einfluss auf das Ende der Haupthandlung nehmen. Die ist übrigens äußerst spannend erzählt und eine willkommene Abwechslung zu den ausgelutschten Kriegs-Szenarien der CoD-Reihe.

Unter anderen verschlägt es uns an die Berliner Mauer, ins Jamantau-Gebirge und nach Vietnam, wobei Black-Ops- und sogar Modern-Warfare-Fans einige Anspielungen entdecken werden. Insgesamt variiert die Kampagne gekonnt zwischen Stealth-, Action- und Story-Etappen und vermittelt dabei das Agenten-Setting meistens richtig gut. Zur Atmosphäre trägt zudem die extrem stimmungsvolle Beleuchtung bei, die sich vor allem in den Nacht-Leveln sehen lassen kann.

Insgesamt ist die Kampagne von Cold War eine der besten CoD-Geschichten der letzten Jahre, aber nicht ganz frei von Problemen. Die USA werden ein weiteres Mal als Weltenretter und die Russen als böse Schurken präsentiert und Schauplätze wie Ostberlin strotzen vor historischen Fehlern: Da tragen DDR-Wachen gern mal eine MP5 und in der U-Bahn hängt Doritos-Werbung. Dass unsere Hauptfigur stumm und gesichtslos bleibt, ist vor allem mit Blick auf den Charakter-Editor ebenfalls eine verpasst Chance.

Es lohnt sich fast immer, den beiläufigen Dialogen zwischen NPCs zu lauschen, denn sie sind clever geschrieben und inszeniert. Es lohnt sich fast immer, den beiläufigen Dialogen zwischen NPCs zu lauschen, denn sie sind clever geschrieben und inszeniert.

Neben plumper Klischees ist auch der Umfang ein großer Kritikpunkt: Nach rund fünf Stunden läuft der Abspann - immerhin laden die unterschiedlichen Entscheidungen und Enden zum erneuten Durchlauf ein. Mit etwas mehr Entwicklungs- beziehungsweise Spielzeit hätten sich die verzweigte Erzählstruktur, die Tiefe der Figuren und die Story noch viel besser entfalten können.

Zombies: Koop-Spaß für zwischendurch

Wer sowohl mit Koop-Spielen als auch Zombies etwas anfangen kann, ist im Zombie-Modus von Black Ops: Cold War bestens aufgehoben: Mit drei weiteren Spielern ziehen wir gemeinsam in die Schlacht gegen die lebenden Toten und versuchen uns Runde für Runde gegen immer mehr Gegner zu behaupten, die sukzessive stärker werden. Das Setting ist grob mit der Haupthandlung von Cold War verwoben, steht aber letztlich für sich allein und nimmt sich selbst bei weitem nicht so ernst wie die Solo-Kampagne.

Der knackige Schwierigkeitsgrad sorgt dafür, dass wir in den ersten Runden nicht besonders weit kommen, bevor wir von Untoten überrannt werden. Denn einerseits sollte man seinem Team nicht im Weg stehen, doch andererseits auch nicht zu sehr auf Distanz gehen, sodass man im Notfall wieder auf die Beine gestellt werden kann.

Mit der steilen Lernkurve geht aber auch die Motivation einher, es beim nächsten Mal besser hinzukriegen - schnell bekommen wir richtig Lust, die besten Kniffe, Waffen und Tricks herauszufinden, wie man sich langfristig gegen die untoten Angreifer zur Wehr setzt. Und hier bietet Cold War: Zombies viel zu entdecken und zu experimentieren!

Perks aus der Dose An solchen Getränkeautomaten kauft ihr euch Boni wie kürzere Nchladezeit oder schnellere Sprints.

Neue Field Upgrades Die Gadgets für Zombies sind komplett anders als im Multiplayer. Sie können Teamkollegen heilen, Gegner einfrieren oder Energie-Minen legen.

Nicht nur die Wahl und das Upgrade der richtigen Waffe ist essenziell. Genauso entscheidend ist, wann und wieviel wir von unserem erkämpften Guthaben an Kaufstationen in optionale Power-Ups investieren. Segnen wir während einer Runde das Zeitliche, müssen wir in der nächsten auf unsere hart erkämpfte Ausrüstung verzichten.

Wir suchen also fieberhaft nach der tödlichsten Kombination: Das Kampfmesser als Primärwaffe in Verbindung mit einem Sprintschub für eine Nahkampf-Kombo? Oder vertrauen wir auf den Zufall und ziehen mit ein bisschen Glück eine besonders exotische Laser-Waffe aus einer Schatztruhe? Für den nächsten knüppelharten Boss müssen wir jedenfalls gewappnet sein!

Spaß macht all das vor allem mit einem eingespielten Team, denn mit fremden Kollegen gerät der Spielfluss oft ins Stocken. Eine zusammengewürfelte Gruppe zerstreut sich gerne über die frei begehbare Map, auf der Jagd nach verschiedenen Geheimräumen oder Missionszielen. Dann ist der Game-Over-Bildschirm nur noch eine Frage der Zeit.

So nah sollten wir den verfaulten Gegnern natürlich nicht kommen, ein Biss schadet uns bereits empfindlich! So nah sollten wir den verfaulten Gegnern natürlich nicht kommen, ein Biss schadet uns bereits empfindlich!

Sich also aufs Matchmaking zu verlassen, wäre beim Zombies-Modus entsprechend ein großer Fehler - haben wir allerdings ein paar Freunde am Start, ist dieser Modus eine spaßige Alternative zu gängigen Koop-Shootern auf dem Markt, wie Left4Dead, Killing Floor oder World War Z. Im Vergleich mit dem ebenso dünnen wie anspruchslosen Spec-Ops-Modus von Modern Warfare ist dieser Koop definitiv wieder einen Blick wert!

Eine gravierende Einschränkung müssen wir aber dennoch aussprechen: Zum Release existiert mit Die Maschine bisher lediglich eine einzige Map für den Kampf gegen die lebenden Toten. Dort haben wir spätestens nach ein paar Abenden alles gesehen und erforscht und es bleibt die Hoffnung auf baldigen Nachschub in Form der versprochenen kostenlosen DLC-Kapitel.

Multiplayer: Ein Schritt zurück

Auf den ersten Blick ändert sich im Multiplayer von CoD Cold War nur wenig: Wir flitzen als Elitesoldat über die Maps, sammeln Punkte durch Abschüsse oder das Erobern von Stellungen und steigen dadurch im Rang auf, was uns neue Waffen, Aufsätze, Skins, Abzeichen und anderen Kram einbringt. So weit, so Call of Duty. Die Neuerungen finden eher im Detail statt.

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Holprige Animationen wie diese sehen wir in nahezu jedem Match.

Erste Auffälligkeit: Cold War gibt sich kompromisslos oldschool und wirft die meisten Neuerungen des Vorgängers über Bord. Das Auflegen und Stabilisieren der Waffen an Hindernissen, interaktive Türen, Nachtsichtgeräte und die reduzierte Minimap aus CoD Modern Warfare sind allesamt Geschichte.

Und was ist mit Warzone?
Auch wenn Warzone aus dem Menü von Cold War gestartet werden kann, betrachten wir den Free2Pla-Ableger als eigenes Spiel. Deshalb fließt Warzone nicht in die Bewertung mit ein. Überschneidungen gibt es dennoch: Warzone teilt sich bald das Rangsystem mit Cold War und MW und erhält außerdem Content-Nachschub wie Waffen aus dem Cold-War-Arsenal.

Das macht die Gefechte insgesamt eine ganze Ecke schneller und auch chaotischer - trotz der etwas höheren Time to Kill, also der Menge an Treffer, die wir landen müssen, bis unser Gegner aus den Latschen kippt. Hatte Modern Warfare seinerzeit noch kleine taktische Nuancen gewagt, kehrt Cold War wieder zum absolut puristischen »Run & Gun« zurück.

Einen großen Schritt zurück machen auch die Animationen: Vor allem im direkten Vergleich zu MW fühlt sich das Laufen, Schießen und Nachladen deutlich holpriger an. Besonders MW-Umsteiger müssen sich auf eine deutlich gröbere Steuerung einlassen. Das gilt auch für die Animationen und das Rückstoßgefühl der Waffen, wie wir hier im Vergleichsvideo zeigen:

CoD Cold War vs. Modern Warfare: Die Waffen im Direktvergleich 1:16 CoD Cold War vs. Modern Warfare: Die Waffen im Direktvergleich

Wenn wir zum Beispiel unser Field Upgrade werfen, sieht das bereits aus der Ego-Perspektive etwas hölzern aus - richtig auffällig wird der Rückschritt bei den Animationen aber erst anhand anderer Spieler: Beobachten wir Feinde oder Teamkollegen beim Sprinten oder Klettern, sehen ihre Bewegungen hölzern und ruckartig aus. Oft wirkt es gar, als litten wir oder unsere Mitspieler unter Lag-Rucklern, trotz einwandfreier Verbindung.

Das ist nicht nur optisch unschön, sondern sorgt in Kombination mit dem hohen Spieltempo das für unfaire Situationen und Balance-Probleme. In nahezu jedem Match verloren wir im Test einen Gegner mitten im Feuergefecht plötzlich aus den Augen, weil er anfing wild herumzuhüpfen oder auf den Knien zu rutschen. Während wir solchen Moves in MW aufgrund der nachvollziehbaren Bewegungen fast immer folgen können, sind Slides und Bunnyhopping in Cold War eine echte Pein:

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Wir rechnen zwar mit dem Gegner, nicht aber damit, dass er per Luftsprung an uns vorbei segelt. Viele Feuergefechte sind damit entschieden.

Verschärft wird dieses Problem von der Beleuchtungssituation auf vielen Maps. Denn viel zu oft sind Gegner kaum oder gar nicht zu erkennen, bevor es zu spät ist - gerade in der Nähe von Lichtquellen wie Feuer oder in der Vegetation fällt die Spielersichtbarkeit alles andere als optimal aus.

Und bei dem hohen Spieltempo von Cold War ist das wiederum ganz schnell fatal! Sehr deutlich illustriert das der CoD-Experte Drift0r mit diesem Tweet:

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Statt Killstreaks wie in MW kommt im Multiplayer von Cold War ein neuer Hybrid des Scorestreak-Systems zum Einsatz. Unsere mächtigen Power-Ups verdienen wir uns durch einen Punkte-Mix für das Erobern von Zielen und Abschüsse.

Großer Unterschied: Die neuen Scorestreaks sollten einsteigerfreundlicher werden und Frust vorbeugen, indem wir unseren Fortschritt nicht mehr beim Tod verlieren. Was auf dem Papier nach einem guten Plan klingt, nimmt in der Praxis den Streaks eine ganze Menge Spannung!

Während wir bei Modern Warfare während jeder Kill-Serie zu zittern begannen, weil wir jederzeit alles auf einen Schlag verlieren konnten, ist bei Cold War das Gegenteil der Fall. Statt Herzrasen zu bekommen, verlasse wir uns einfach schulterzuckend darauf, dass wir unseren Luftschlag oder die Predator-Rakete irgendwann eh bekommen, solange wir uns nicht komplett doof anstellen.

Am Schluss bicht der Scorestreak-Damm: Wer gegen gute Team spielt, hat gegen Rundenende häufig mit einer ganzen Parade aus Hubschraubern un anderen Gefahren zu kämpfen. Am Schluss bicht der Scorestreak-Damm: Wer gegen gute Team spielt, hat gegen Rundenende häufig mit einer ganzen Parade aus Hubschraubern un anderen Gefahren zu kämpfen.

Immerhin: Mit 16 verschiedenen Belohnungen vom Bogen mit Brandpfeilen bis hin zum AC-130 Kampfflugzeug gibt es eine breite und durchaus kreative Auswahl an zerstörerischen Optionen. Sehr cool: Mit einem Geschwader Abfangjäger können wir feindliche Streaks in der Luft kontern!

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