Platz 8: Assassin's Creed 1
Release: April 2008 (PC) | Plattform: PC, PS3, Xbox 360 | Wertung: 84
Elena Schulz: Assassin's Creed 1 hat es heute nicht leicht. Dabei steckt der erste Teil damals voller innovativer Ideen - beispielsweise Held Altair fast überall klettern zu lassen. Er etabliert die ungewöhnliche Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart und lässt uns eine offene Mittelalterwelt erkunden, die 2007 zum Konsolen-Release noch ihresgleichen sucht.
Dabei legt der Auftakt auch noch den Grundstein für eine der erfolgreichsten Spielereihen überhaupt, die so viele Spielmechaniken, Zeitperioden, Orte, Geschichten und Figuren umspannt. Aber das Spielprinizp steckt zu dieser Zeit eben noch in den Kinderschuhen, was sich zum Beispiel durch dröge und belanglose Open-World-Aktivitäten bemerkbar macht.
Das erste AC macht heute deutlich weniger Spaß als früher, weil wir wissen, wie die Formel ausgefeilt und verbessert aussieht. Der Platz in dieser Liste spiegelt deshalb nicht nur die Bedeutung von Teil 1 wider, sondern eben auch den Zahn der Zeit, der ihn leider nicht verschont hat.
Trotzdem schafft es das erste Assassin's Creed sogar in unseren Podcast zu den atmosphärischsten Spielen aller Zeiten:
Platz 7: Assassin's Creed: Revelations
Release: November 2011 | Plattform: PC, PS4, PS3, Xbox One, Xbox 360 | Wertung: 88
Dimitry Halley: Über Assassin's Creed: Revelations wird fast so wenig geredet wie über Liberation. Und ich bin überrascht, dass die Kollegen es so weit nach oben wählen - überrascht, aber auch verzückt. Denn Ezios letztes großes Abenteuer wird in meinen Augen zu Unrecht vergessen. Klar, als zweiter Aufguss des Assassin's-Creed-2-Gameplays reißt es spielmechanisch keine Bäume aus, doch bis heute liebe ich das Spiel wegen anderer Stärken.
Ezios letztes Abenteuer als alter Mann wird beispielsweise wunderbar facettenreich erzählt. Seine großen Tage als jugendlicher Hitzkopf sind lange vorbei, vielmehr blickt der alte Wolf auf ein ziemlich unerfülltes Leben. Und findet in Revelations nach allen Entbehrungen doch noch die große Liebe. Gleichzeitig verknüpft das Spiel seine Story mit Altair aus Assassin's Creed 1 und führt die beiden damaligen AC-Helden gleichzeitig zur letzten Ruhe. Großartig!
Das frühneuzeitliche Konstantinopel präsentiert sich zudem als spannendes Szenario, das man sonst nie in der Populärkultur zu sehen bekommt. Und der Trailer. Oh, dieser Trailer. Die Woodkid-Render-Cinematic gehört für mich bis heute zu den besten Spieletrailern, die je gemacht wurden. Ezio zeigt den Templern ein letztes Mal, warum er der beste Assassine aller Zeiten ist. Und alles gipfelt in diesem einen Moment, in dem er neben dem Geist Altairs die Zinnen von Masyaf betritt. Welt. Klasse.
3:07
Assassin's Creed: Revelations - E3-Trailer zum Ende der Ezio-Trilogie
Platz 6: Assassin's Creed: Brotherhood
Release: März 2011 (PC) | Plattform: PC, PS4, Xbox One, PS3, Xbox 360 | Wertung: 87
Elena Schulz: Assassin's Creed: Brotherhood schließt so direkt an Teil 2 an, dass es sich fast wie ein Standalone-Addon oder Zwischenspiel hin zu Revelations anfühlt. Trotzdem habe ich den den Nachfolger auch für sich ins Herz geschlossen - genau wie viele Kollegen in der Redaktion, die ihn hier so hoch platziert haben.
Das liegt wahrscheinlich auch ein wenig daran, dass die Ezio-Trilogie mit Assassin's Creed 2 an der Spitze auch heute noch so einen guten Ruf genießt. Brotherhood bot aber viel mehr als einen Aufguss des Vorgängers. Rom war zum Beispiel ein ähnlich spannender Schauplatz wie Florenz und bot durch die geschichtsträchtige Stadt unglaublich viel zu entdecken.
Da wir Ezio erneut begleiten, festigt Brotherhood zudem unsere Verbindung zu ihm und Nebenfiguren wie dem liebenswerten Leonardo Da Vinci. Und Gameplay-Innovationen gab es ebenfalls: Ezio durfte erstmals eine Attentäter-Gilde aufbauen und auf eigene Missionen schicken. Und auch der mittlerweile wieder eingemottete Multiplayer feierte seine Premiere.
Platz 5: Assassin's Creed: Odyssey
Release: Oktober 2018 | Plattform: PC, PS4, Xbox One | Wertung: 89
Elena Schulz: Ubisoft hat bei der Neuausrichtung der Reihe viel richtig gemacht - sonst wäre Assassin's Creed Odyssey nicht so weit oben vertreten. Auch wenn ich die alten AC-Teile und ihr Gameplay mochte, muss ich zugeben: Als Rollenspiel mit offener Welt und Witcher-Anleihen macht Assassin's Creed ebenfalls eine gute Figur. Odyssey verfeinert die Neuerungen des Vorgängers Origins. Und macht daraus die bisher beste AC-Open-World.
Dass Origins trotzdem höher rangiert, liegt für mich daran, dass der Vorgänger im Vergleich eben den größeren Sprung wagt. Odyssey wartet aber mit einem Skill-System samt spaßiger Fähigkeiten wie dem legendären Spartaner-Kick, mächtigen Bossgegnern aus der griechischen Mythologie und einer interessanten Open World samt packender Hauptgeschichte und vieler kleiner Nebenstorys auf. Figuren wie der grüblerische Philosoph Sokrates oder Lebenmann Alkibiades werden charmant, tiefgründig und humorvoll präsentiert.
Heldin Kassandra (oder wahlweise Alexios) war für mich als teils skrupellose Söldnerin sogar so glaubhaft, dass ich mitunter freiwillig etwas böser spielte als sonst. Und man, tat das mal gut! Über Entscheidungen und Romanzen fühlt sich AC so mehr denn je wie ein Rollenspiel an - auch wenn da noch Luft nach oben ist. Insgesamt hat Odyssey diese Platzierung für mich aber mehr als verdient.
Dass eine umfangreiche Spielwelt auch ein Problem sein kann, besprechen wir übrigens hier in GameStar TV. Unter anderem kommt dabei auch Odyssey zur Sprache:
PLUS
18:18
100 Stunden Langeweile - Wenn Spielzeit und Umfang zum Problem werden
Mehr darüber, wie historisch authentisch Odyssey überhaupt ist, lest ihr übrigens bei GameStar Plus im Interview mit einem Archäologen:

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