Heikos persönliche Top 10 RPGs: Drei seiner Lieblinge schafften es nicht in die Top 100!

Wie kann man Rollenspiele lieben und gleichzeitig Dungeon Crawler und JRPGs derart sträflich vernachlässigen? GameStar-Chefredakteur Heiko plädiert für mehr Genre-Vielfalt!

von Heiko Klinge,
11.08.2019 08:28 Uhr

Gute Laune, knuffige Charaktere, bunte Spielwelt - wie kann man JRPGs nicht mögen? Dass es Dragon Quest 11 nicht in unsere Top 100 der besten Rollenspiele geschafft hat, findet Heiko entsprechend skandalös. Gute Laune, knuffige Charaktere, bunte Spielwelt - wie kann man JRPGs nicht mögen? Dass es Dragon Quest 11 nicht in unsere Top 100 der besten Rollenspiele geschafft hat, findet Heiko entsprechend skandalös.

Eigentlich bin ich ja ein sehr besonnener Mensch, den so schnell nichts aus der Ruhe bringt. Aber jetzt beim nochmaligen Konsultieren unseres GameStar-Rankings der 100 besten PC-Rollenspiele aller Zeiten pulsiert schon wieder meine Halsschlagader und ich verfluche innerlich den Tag, an dem ich beschloss, kein diktatorischer Arschloch-Chef zu werden.

Wie können sich die geschätzten Kollegen ernsthaft als Rollenspiel-Fans bezeichnen und dann derartig einseitig westliche CRPGs und Action-Rollenspiele in unsere Top 100 wählen? Mit Final Fantasy 7 schafft es das beste JRPG gerademal auf Platz 30, der erste Dungeon Crawler findet sich mit The Bard’s Tale gar erst auf Position 40. Ich kann doch auch nicht sagen, dass ich Rockmusik liebe und dann nur Metal hören! Es wird Zeit, dass hier mal jemand für mehr Ausgewogenheit sorgt und zumindest die Top 10 in die einzig richtige Reihenfolge bringt. Meine Reihenfolge.

  1. Baldur’s Gate 2
  2. The Witcher 3
  3. Star Wars: Knights of the Old Republic
  4. Planescape Torment
  5. Dragon Age: Origins
  6. Final Fantasy 8
  7. Diablo 3
  8. Dragon Quest 11
  9. Das Schwarze Auge: Drakensang
  10. Lands of Lore

Einzig dem Kollegen Maurice Weber gestehe ich noch ein wenig Fachkompetenz zu, wählte er doch die gleichen drei Spiele aufs Podium seiner persönlichen Top 10 RPGs wie ich. Aber natürlich gehört The Witcher 3 auf Platz 2 und nicht Star Wars: Knights of the Old Rebublic.

Denn zum einen habe ich in The Witcher 3 dank der fantastischen Addons nicht nur deutlich mehr Zeit verbracht als in KotOR, für mich ist es auch revolutionärere Titel. Denn seit The Witcher 3 kann niemand mehr behaupten, dass sich eine gigantische Spielwelt, durchgehend spannendes Storytelling und Liebe zum Detail gegenseitig ausschließen. Ja Bethesda, ich schaue in eure Richtung!

Ein Herz für Außenseiter

Kommen wir aber lieber zu meinen eher erklärungsbedürftigen Top-10-Spielen: Warum zum Henker verschmähen die Kollegen derart sträflich die JRPGs? Allein in den letzten zwölf Monaten habe ich mit Persona 5, Octopath Traveller, Kingdom Hearts 3 und Dragon Quest 11 vier dieser Umfangsmonster durchgespielt und damit mehr Spaß gehabt als mit den meisten westlichen Titeln.

Letzteres hat es sogar in meine persönliche Top 10 geschafft, weil es virtuos klassische Genre-Tugenden wie das rundenbasierte Kampfsystem oder die klare Charakterzeichnung mit einer fantastischen Optik und einem ebenso genialen wie innovativen Epilog verknüpft.

Genau wie Dragon Quest 11 wurde auch mein liebstes Final Fantasy von den Kollegen ignoriert. Aber für mich schlägt Final Fantasy 8 sowohl den sechsten als auch den siebten Teil. Zum einen weil mich Story und Zwischensequenzen 1998 komplett aus dem Sessel geblasen haben (die Ball-Szene!), zum anderen weil ich allein Dutzende Stunden mit dem clever im Spiel integrierten Sammelkarten-Minigame »Triple Triad« verbracht habe.

Für Plus-User mit Heftarchiv: Das GameStar-Testvideo zu Final Fantasy 8 aus dem Jahr 1998 PLUS-Archiv 3:27 Für Plus-User mit Heftarchiv: Das GameStar-Testvideo zu Final Fantasy 8 aus dem Jahr 1998

Alarm bei der Genre-Polizei!

Und ja, liebe Genre-Polizei: Für mich persönlich ist Diablo 3 der beste Serienteil – mit ihm habe ich inzwischen mehr spaßige Zeit verbracht als mit Diablo 1 & 2 zusammen. Warum? Weil ich manchmal eben einfach mal Bock auf Fast Food habe statt auf das kultivierte 5-Gänge-Menü. Und in keinem anderen Action-Rollenspiel macht es nun mal derart Laune, mit spektakulären Spezialfähigkeiten innerhalb von Sekunden Hunderte Monster vom Bildschirm zu mähen.

Kommen wir zu guter Letzt zu den Underdogs in meinen Top 10: Drakensang hat genauso seine Ecken und Kanten wie das deutlich populärere Gothic, gab mir beim Durchspielen aber noch viel mehr das wohlige Gefühl, nach Hause zu kommen. Nunja, vermutlich weil ich in der niedersächsischen Provinz aufgewachsen bin und nicht im Ruhrpott. Und natürlich weil ich in meiner Jugend jahrelang Das Schwarze Auge als Pen & Paper gespielt habe.

Fehlt noch Lands of Lore. Möglicherweise habe ich schon das eine oder andere Mal erwähnt, dass der Dungeon Crawler von Westwood meiner Meinung nach zwingend in die Top 100 gehört hätte, weil es für mich der unbestrittene Höhepunkt der Dungeon-Crawler-Ära in den 90ern war. Lands of Lore sah mit seinen fließenden Übergängen fantastisch aus, hatte eine im wahrsten Sinne des Wortes märchenhafte Atmosphäre und spielte sich einfach wunderbar flüssig.

Kleiner Geheimtipp: Wer jetzt wie ich wieder Lust auf einen leichtherzigen Dungeon Crawler hat, der möge unbedingt Operencia spielen. Vielleicht werden Dungeon Crawler dann auch wieder populärer und sorgen für mehr Vielfalt im Rollenspiel-Genre. Nötig wäre es, wie unsere Top 100 zeigt. Hmmpf.

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