Microsoft: Wie der Activision-Kauf unsere Gaming-Zukunft bedroht

Aus Überraschung und Freude über neue Game-Pass-Spiele wurde Sorge: Elena analysiert, warum Microsofts Activision-Deal zum großen Problem für die Spieler werden kann.

von Elena Schulz,
19.01.2022 16:28 Uhr

Als erste Reaktion auf den Activision-Kauf entfuhr mir ein eloquentes WTF? und so ging es wahrscheinlich den meisten, als sie nichtsahnend durch Twitter und Co. scrollten. Wer dachte, der Bethesda-Kauf für 7,5 Milliarden US-Dollar sei 2020 ein großes Ding, verschluckt sich jetzt wahrscheinlich an seinem Kaffee. Für gewaltige 68,7 Milliarden US-Dollar hat Microsoft Activision Blizzard gekauft - das Unternehmen hinter World of Warcraft, Diablo oder Call of Duty.

Zum Vergleich: Disney hat für Star Wars gerade einmal vier Milliarden gezahlt. In der gleichen Preiskategorie bewegt sich dafür der Kauf von Fox, bei dem die Micky-Maus-Firma 71,4 Milliarden US-Dollar springen lies, um sich Marken wie X-Men, Deadpool, Avatar, Alien oder auch Die Simpsons zu sichern. Sind die wirklich so viel wichtiger als Star Wars oder Marvel, das mit ebenfalls vier Milliarden auch eher ein Schnäppchen war?

Tatsächlich sind die großen Franchises ziemlich sicher zweitrangig. Denn eigentlich geht es bei so großen Deals vor allem um Macht und Einfluss. Und genau das könnte auch für uns Spieler zum Problem werden, wenn Microsoft sich mit dem Game Pass ein Monopol in der Gamingwelt erschafft.

Kollege Peter sieht das Ganze dagegen ein bisschen anders und erklärt euch in seiner Gegenkolumne die positiven Seiten der Übernahme:

Microsoft kauft Activision und besser könnte es nicht laufen   109     42

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Die Autorin: Elena (@Ellie_Libelle) durchpflügt die Spielelandschaft gerne nach kleinen, unbekannten Perlen. Der Game Pass mit seinem riesigen Angebot kommt ihr deshalb sehr gelegen - das Gaming-Netflix bietet schon jetzt ein unglaublich großes Arsenal an Rollenspielen, Strategie, Shootern, Adventures und mehr, das einem schon für zehn Euro im Monat offensteht. Mit EA Play, den Bethesda-Spielen und bald auch Activisions Katalog, kommen immer neue Highlights dazu. Allerdings macht ihr das scheinbare Spiele-Schlaraffenland auch Angst. Denn wenn ein Konzern das alles kontrolliert, bestimmt er auch, was in Zukunft Erfolg hat, was wir wahrnehmen, was wir zocken und irgendwann vielleicht sogar, wer wir sind.

Wachsen, bis die Kasse klingelt

Wo beim Serien und Filme streamen Disney Plus, Amazon Prime und so weiter Netflix noch Konkurrenz machen wollen und das Angebot auffächern, kommt beim Spielen nichts an den Game Pass von Microsoft ran. EA Play wurde in seiner Basis-Variante bereits geschluckt und Ubisoft Plus bietet im Vergleich einen mickrigen Katalog, der sich nur dann lohnt, wenn man Far Cry, Assassin's Creed und Co. besonders gern hat. Zehn Euro monatlich für den PC-Pass (oder zwölf für die Ultimate-Variante) sind fast unverschämt günstig für die stetig weiter wachsende Bibilothek.

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