Star Wars: Wieso neue Filme zukünftig günstiger werden sollen

Angeblich werden neue Krieg-der-Sterne-Kinofilme geringer budgetiert. Für diese Behauptung gibt es einige gute Gründe, die im Hinblick auf die Zukunft von Star Wars durchaus Sinn machen.

von Vali Aschenbrenner,
20.07.2020 16:24 Uhr

Star-Wars-Kinofilme könnten in Zukunft günstiger werden - wenn man den Berichten und aktuellen Prognosen Glauben schenken darf. Bildquelle: Disney/Lucasfilm Star-Wars-Kinofilme könnten in Zukunft günstiger werden - wenn man den Berichten und aktuellen Prognosen Glauben schenken darf. Bildquelle: Disney/Lucasfilm

Neue Star-Wars-Filme sollen in Zukunft billiger werden. Und nein, damit ist nicht die Qualität des finalen Produkts gemeint. Stattdessen wird wohl das Budget überschaubarer, das für neue Kinoprojekte aufgewendet wird.

Konkret könnte damit ein Film zum Beispiel nicht länger bis zu 200 Millionen US-Dollar kosten, bis er über die Leinwand flimmert, sondern »nur« 60 bis 80 der 100 bis 120 Millionen. Das behauptet zumindest MakingStarWars, das sich auf seine eigenen, anonymen Quellen beruft.

Wie zuverlässig ist die Quelle? MakingStarWars zählt zu einem der besser vernetzten und zuverlässigeren Insider-Portalen der Branche, die recht regelmäßig ins Schwarze treffen. Eine offizielle Bestätigung dieser Meldung steht zwar noch aus, allerdings gibt es ein paar gute Gründe, wieso Krieg-der-Sterne-Kinofilme zukünftig geringer budgetiert werden.

Was für kleinere Budgets neuer Filme spricht

Die Budgets könnten kaum höher werden

Dass Star Wars im Kino eine ordentliche Stange Geld kostet, dürfte niemanden überraschen. Sämtliche Saga-Filme, aber auch die Spin-offs spielen in der oberen Liga, was die Produktionskosten anbelangt.

So kosteten Episode 7 zum Beispiel jeweils 259 Millionen, Episode 8 200 Millionen und Episode 9 275 Millionen US-Dollar in der Produktion - das Budget für Marketing nicht mit eingerechnet.

Das finale Budget für Solo: A Star Wars Story soll sich unbestätigten Meldungen sogar auf bis zu 400 Millionen belaufen haben, nachdem der Film auf halber Strecke über den Haufen geworfen und mit Ron Howard ein neuer Regisseur verantwortlich gemacht wurde.

Natürlich ist in Anbetracht dieser Zahlen noch Luft nach oben - Avengers: Endgame verschlang zum Beispiel ein Budget von 356 Millionen Dollar. Dass Disney in Zukunft versuchen könnte, Star Wars kosteneffizienter ins Kino zu bringen, dürfte diesbezüglich aber vor allem mit dem nächsten Punkt zusammenkommen.

Mit Avengers: Endgame wurde eine Geschichte, die sich über mehr als 20 Filme hinweg erstreckte, zu Ende erzählt. Bildquelle: Disney/Marvel Studios. Mit Avengers: Endgame wurde eine Geschichte, die sich über mehr als 20 Filme hinweg erstreckte, zu Ende erzählt. Bildquelle: Disney/Marvel Studios.

Neue Filme erfüllten Disneys hohe Erwartungen nicht

Bis auf Solo: A Star Wars Story waren so gut wie alle Krieg-der-Sterne-Filme unter Disney an den Kassen ein voller Erfolg. Dennoch zeichnete sich im Verlauf der neuen Trilogie der Star-Wars-Saga ein eindeutiges Bild ab: Die Einspielergebnisse gingen auffällig zurück.

Während Episode 7 noch über 2,06 Milliarden machte, kam Episode 8 auf »nur« 1,3 Milliarden und Episode 9 hievte sich lediglich mit Ach und Krach über die 1-Milliarde-Marke.

Nicht unbedingt das Einspielergebnis, das man sich beim Abschluss der Skywalker-Saga erwartet hätte. Vor allem im Hinblick darauf, dass Avengers: Endgame im selben Jahr fast 2,8 Milliarden abräumte und damit Avatar vom Thron der erfolgreichsten Kinofilme aller Zeiten stieß.

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Schon die gespaltene Resonanz auf Episode 8 - Die letzten Jedi und der ausgebliebene Erfolg von Solo: A Star Wars Story bewegten Disney zum Überdenken der eigenen Strategie: Für Krieg-der-Sterne-Filme möchte man sich zukünftig mehr Zeit lassen.

Priorität haben erstmal TV-Serien für den hauseigenen Streamingdienst Disney+. So wird es gemäß des aktuellen Standes der Dinge erst 2022 mit Star Wars auf der großen Leinwand weitergehen.

Corona wird die Kinolandschaft maßgeblich verändern

Die Corona-Pandemie hatte bereits gravierende Auswirkungen auf die Filmindustrie: Dreharbeiten mussten vollständig abgebrochen und konnten erst Monate später wiederaufgenommen werden. Kinostarts wurden komplett gestrichen oder zumindest um mehrere Wochen nach hinten oder gar auf 2021 verschoben. Unter all diesen Umständen litten aber auch Kinobetreiber, die während dieser Zeit gar völlig auf Kundschaft verzichten mussten und Streamingdienste florierten.

Wie sich die Pandemie langfristig auf die Kinolandschaft auswirkt, wird sich erst zeigen, sobald der Alltag wieder zur Normalität zurückkehren kann. Allerdings gibt es schon jetzt Anzeichen und erste Entwicklungen, die darauf schließen lassen.

So wird beispielsweise die Wartezeit, bis Filme nach ihrem Start als VoD oder Blu-ray/DVD erscheinen, immer weiter verkürzt - weswegen das Kino selbst immer mehr an Bedeutung einbüßen dürfte. Das dürfte wiederum Studios dazu bewegen, weniger Geld in die Leinwand zu investieren, um das Risiko eines Verlustgeschäfts zu minimieren.

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Vor allem, wenn die Gefahr besteht, dass eine mehrere hundert Millionen Dollar teure Produktion langfristig unterbrochen wird oder fertige Blockbuster nicht einmal veröffentlicht werden können - wie zum Beispiel Tenet, Wonder Woman 1984 oder James Bond 007: Keine Zeit zu Sterben.

Die Technologie wäre bereits vorhanden

Was ebenfalls zu einer Reduzierung der Produktionskosten führen könnte, ist eine neue Technologie, an der Disney Gefallen gefunden hat. Konkret geht es um das digitale Filmset mit dem Namen »Stagecraft«, welches bereits bei The Mandalorian zum Einsatz kam und den guten, alten Greenscreen in den Ruhestand schicken könnte.

Was Stagecraft überhaupt ist? Im Endeffekt ist damit eine Leinwand gemeint, die im Hintergrund eines Sets zu sehen ist. Anstatt einer grünen Fläche bekommen die Arbeiter am Set aber bereits die Effekte zu Gesicht, die normalerweise erst in der Postproduktion eingefügt werden. Bei Stagecraft kommen dafür unter anderem 4K-Projektoren und hochauflösende LCD-Screens zum Einsatz.

An der neuen Technologie wird bereits seit mehr als fünf Jahren gefeilt: Sie kam schon stückweise bei Solo: A Star Wars Story zum Einsatz, bis man The Mandalorian komplett mit Stagecraft entwickelte. Neben einer besseren Immersion für die Schauspieler und einem flexibleren Dreh dank praktischer Echtzeitberechnung besticht aber vor allem ein Vorteil: Die Dreharbeiten werden günstiger.

So muss für das Filmen einer bestimmten Kulisse nicht extra in ein fremdes Land gereist werden, genauso wenig entsteht eine Szenerie nicht vollständig am Computer. Stattdessen stellt Stagecraft eine Kombination aus realer Kulisse und CGI dar, wovon das finale Produkt stark profitieren kann.

Mehr über die technischen Hintergründe von The Mandalorian erfahrt ihr in dem Video unserer Kollegen von GigaTV Mag:

Link zum YouTube-Inhalt

Filme mit geringerem Budget sind nicht von Erfolg ausgeschlossen

In der jüngsten Vergangenheit bewiesen Filme immer wieder: Für einen Millionen-Erfolg sind nicht immer Budgets in derselben Höhe notwendig - Ganz im Gegenteil. Die besten Beispiele der letzten Jahre dürften hierfür Joker und Deadpool sein.

Mit einem verhältnismäßig überschaubaren Budget von 58 Millionen US-Dollar spielte der Superhelden-Film mit Ryan Reynolds weltweit über 783 Millionen ein und wurde damit zwischenzeitlich zum erfolgreichsten R-Rated-Film aller Zeiten. Joker mit Joaquin Phoenix wurde wiederum für »nur« 62,5 Millionen Dollar produziert und kam abschließend auf mehr als 900 Millionen US-Dollar.

Natürlich sind die im Star-Wars-Universum angesiedelten Filme etwas aufwendiger als zum Beispiel das Drama um einen gescheiterten Comedian, sind diese doch komplett in einer weit, weit entfernten Galaxis angesiedelt. Doch zumindest der Erfolg dieser und ähnlicher Produktionen dürfte anderer Filmstudios zum Umdenken anstoßen.

Vor allem im Vergleich mit anderen modernen Superhelden-Filmen fielen die Budgets von Deadpool sowie Joker verhältnismäßig überschaubar aus. Bildquelle: Warner Bros. Vor allem im Vergleich mit anderen modernen Superhelden-Filmen fielen die Budgets von Deadpool sowie Joker verhältnismäßig überschaubar aus. Bildquelle: Warner Bros.

Wie geht es mit Star Wars weiter?

Der erste Star-Wars-Film nach Episode 9 wurde bereits für einen Kinostart Ende 2022 angekündigt. Allerdings ist momentan nicht bekannt, wer diesen auf die Leinwand bringen und um was es gehen wird. Mit Kevin Feige, Taika Waititi, Rian Johnson und J.D. Dillard gäbe es dafür bereits vier mögliche Kandidaten.

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Falls ihr mehr über die Zukunft von Star Wars im Kino und TV sowie in der Welt der Videospiele erfahren wollt, haben wir hierfür bereits eigenständige Artikel für euch. Natürlich darf man auch Romane und Comics nicht ignorieren, in denen Anfang 2021 eine neue Krieg-der-Sterne-Ära anbricht: Die der High Republic, der Jedi-Ritter der Tafelrunde und der Weltraum-Wikinger Nihil.

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