Blizzard - Entwickler angeblich besorgt, dass es wegen Activision mehr und mehr ums Geld geht

Die Angestellten von Blizzard zeigen sich anonymen Interviews zufolge darüber besorgt, wie viel Einfluss Activision über Blizzard hat. Die Finanzen seien wichtiger als die Spiele selbst.

von Mathias Dietrich,
23.11.2018 13:05 Uhr

Der Helden-Shooter Overwatch war so erfolgreich, dass Activision den Druck auf die anderen Blizzard-Teams erhöhte.Der Helden-Shooter Overwatch war so erfolgreich, dass Activision den Druck auf die anderen Blizzard-Teams erhöhte.

In einem Interview mit Kotaku äußerten sich 11 Angestellte von Blizzard zu den Hintergründen von Diablo Immortal und den internen Vorgängen des Entwicklers. Zum Teil seien sie über den Einfluss von Activision über den Spieleentwickler besorgt. In diesem Jahr fanden dem Interview zufolge Gespräche statt, die sich um Kostenreduktion drehten und es scheint, als erweitere Activision seinen Einfluss über Blizzard immer mehr.

Den Angestellten von des Diablo-Entwicklers zufolge, wurde im Frühjahr 2018 zum ersten Mal bekannt gegeben, dass man Geld sparen will. Diese Ansage kam von Chief Financial Officer Amrita Ahuja, die zuvor bei Activision in Santa Monica arbeitete und von dort aus zu Blizzard geschickt wurde. Seit dem wirke es den Blizzard-Mitarbeitern nach, als lösen sich die Grenzen zwischen Activision und Blizzard mehr und mehr auf und beide Firmen wachsen zusammen.

Activision Blizzard ist nicht Blizzard

Blizzard und Activision gehörten nicht immer zusammen. Die heutzutage als Activision Blizzard bekannte Firma entstand im Jahr 2008 durch die Zusammenführung von Activision und Vivendi Games, zu denen auch Blizzard gehörte.

Für den kalifornischen Videospielentwickler änderte sich dadurch allerdings nicht viel. Man schien weitesgehend getrennt von Activision zu arbeiten und eigene Entscheidungen treffen zu können. Aus diesem Grund soll es auch keine Easter-Eggs von Blizzard-Spielen in Titeln von Activision geben. Im Jahr 2009 erklärte ein ehemaliger Angestellter von Blizzard die Situation, die sich nun langsam zu ändern scheint.

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Blizzard ist ein Videospielentwickler, wohingegen Activision Blizzard ein Publisher ist, genau wie Vivendi Games. Letztere veröffentlichten zuvor unter anderem die Spiele von Blizzard. Bei der Zusammenführung der beiden Studios wurden die Entwicklerteams nicht vereint, und Activision Blizzard hatte auch keinen Einfluss auf die Entscheidungen von Blizzard.

Overwatch sorgt für hohe Erwartungen

Die ehemalige Abgrenzung der beiden Firmen scheint nun langsam zu verschwinden. Das führte auch dazu, dass einige Angestellte dem Entwickler den Rücken kehrten. Kotaku gegenüber äußerte sich einer dieser Ex-Mitarbeiter anonym und erklärte folgendes:

"Man hätte denken können, dass Blizzard untergeht und wir kein Geld haben. Das war nicht der Fall, aber absolut alles wurde plötzlich genauestens auf seine Kosten untersucht und ich hörte zum ersten Mal die Ansage "Wir müssen Wachstum zeigen." Das war sehr entmutigend."

Ein weiterer ehemaliger Angestellter bestätigte dies und erzählte, wie man dazu angehalten wurde, die Kosten einzugrenzen, da man keine neue Marke hat. Overwatch erhöhte die Erwartungen von Activision und seit dem soll es viel mehr Druck von oben geben. Der populäre Helden-Shooter hat dem Publisher zufolge über eine Milliarde Dollar Einnahmen erzielt.

Es dreht sich nur noch ums Geld

Im Oktober diesen Jahres verließ zudem Mike Morhaime, einer der Gründer von Blizzard, die Firma. Der soll eine Art »Anti-CEO« gewesen sein und sich nicht darum gekümmert haben, wie profitabel ein Projekt war. Sein Ziel war angeblich, dass die Angestellten und auch die Community glücklich und die Spiele gut sind.

Weiter machten innerhalb der Firma Gerüchte die Runde, die von den genannten Ersparnissen sprachen und die Mitarbeiter des Studios bekamen mehr und mehr das Gefühl, dass Geld einfach viel wichtiger wird als bisher. Ein Zustand, der vor drei bis vier Jahren noch undenkbar war.

Der Insider-Report von Jason Schreier brachte noch andere Informationen ans Tageslicht. Seinen Quellen zufolge ist auch ein Warcraft Go in Entwicklung. Zu Diablo gibt es ebenfalls einige Erkenntnisse: So wurde ein zweites Addon für Diablo 3 eingestellt und Diablo 4 soll wieder so düster werden, die seinerzeit Diablo 2.

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