Flight Simulator Guide: So klappt die Notlandung nach Motorausfall

Im Flight Simulator könnt ihr auch Notsituationen bis hin zum Motorausfall simulieren. Wir zeigen, wie’s geht, und wie ihr trotzdem heil runterkommt.

von Mario Donick,
22.08.2020 18:00 Uhr

Eine Notwasserung im Hudson River - beim US-Airways Flug 1549 ist das tatsächlich passiert. Können wir das im Flight Simulator auch? Eine Notwasserung im Hudson River - beim US-Airways Flug 1549 ist das tatsächlich passiert. Können wir das im Flight Simulator auch?

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Ihr könnt im Microsoft Flight Simulator vor einem Flug einstellen, dass nach einer bestimmten Anzahl von Flugminuten automatisch eines oder mehrere Flugzeugsysteme ausfallen. Dazu wählt ihr erst das Flugzeug für den Flug aus und klickt links auf den Punkt »Ausfälle«.

Je nach Modell gibt es dort mehrere Systeme, für die ihr einzeln einstellen könnt, wann eines ausfällt. Im einfachsten Fall wählt ihr »Totalausfall« - das entspricht einem Motorausfall. Andere Defekte sind subtiler oder haben nicht sofort Auswirkungen.

Wenn etwa die Treibstoffpumpe streikt, heißt das nicht gleich, dass der Motor ausgeht (Glücklicherweise, wie ich gestehen muss, denn bei einem meiner ersten realen Alleinflüge war ich die ganze Zeit mit ausgeschalteter Treibstoffpumpe unterwegs - peinlich, ist aber nix passiert). Ein Fehler im Ölsystem kann hingegen zu einem Motorausfall führen, und ein Brand erfordert ebenfalls sofortiges Handeln.

Für unser Flugzeug können wir einstellen, dass bestimmte Systeme oder gleich der Motor nach einigen Minuten ausfällt. Für unser Flugzeug können wir einstellen, dass bestimmte Systeme oder gleich der Motor nach einigen Minuten ausfällt.

Die Einstellmöglichkeiten beschränken sich im Flight Simulator leider darauf, konkrete Ausfallzeiten festzulegen. Ein zufallsbasierter Ausfall zufälliger Systeme ist (noch?) nicht möglich, und schon gar nicht eine Ausfallwahrscheinlichkeit, die auf guter oder schlechter Instandhaltung beruhen würde; so etwas bieten in der Regel hochpreisigere Addons. Aber auch so können wir einige Notfälle oder besonderen Situationen üben.

In diesem Artikel zeige ich einige solcher Situationen anhand der Flight Design CTLS, weil sie uns nicht mit einer Vielzahl von Systemen überfordert. Als Flugplatz habe ich meinen Heimatflugplatz Magdeburg (EDBM) gewählt, weil ringsherum viel freie Fläche ist. Alternativ könnt ihr die Cessna C152 nutzen, die ist fast genauso unkompliziert, und natürlich auch einen anderen Flughafen. Und los geht's, mögen die Ausfälle beginnen!

Motorausfall nach dem Takeoff

Die Sonne lacht, Wind und Temperaturen sind angenehm, der Fluggast freut sich auf den Rundflug. Wir rollen auf die Startbahn, richten uns an der Mittellinie aus, geben Vollgas, ziehen das Bugrad in die Luft, heben schnell ab, der Steigflug sieht gut aus, schon 500 Fuß über Grund - Klappen einfahren, Gasspitze rausnehmen - und da wird es plötzlich still. Nur der Luftstrom ist noch zu hören.

Motorausfall in so niedriger Höhe. Jetzt dürfen wir keine Zeit verlieren. Erstmal nehmen wir die Nase runter und nehmen die Geschwindigkeit für bestes Gleiten ein (damit kommen wir am weitesten). Je nach Flugzeug und Gesamtgewicht ist das unterschiedlich.

Ein Handbuch, das mir zur CTLS vorliegt, gibt für 400 kg und Klappenstellung 0° 107 km/h an, für 500 kg 120 km/h und für 600 kg 132 km/h. Theoretisch. Praktisch hängt es auch vom Wind ab. Die Klappen lassen wir so lange drin, bis wir sicher sind, unsere angestrebte Landestelle zu erreichen.