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Warcraft 3: Reforged im Test - Würdiges Remaster oder volle Mogelpackung?

Die Fans gehen auf die Barrikaden, auf Reddit kursiert der Name Warcraft 3: Refunded. Ist der heftige Shitstorm gegen Blizzards Remaster des genialen Strategieklassikers gerechtfertigt?

von Martin Deppe,
03.02.2020 13:50 Uhr

Warcraft 3: Reforged - Test-Video: Das hätte nie so erscheinen dürfen, Blizzard! 12:34 Warcraft 3: Reforged - Test-Video: Das hätte nie so erscheinen dürfen, Blizzard!

Wow, sieht das genial aus, was der Kult-Entwickler da schon weit vor Release präsentiert! Das Echtzeit-Epos erstrahlt in nie dagewesener Pracht: neue Grafikeffekte, realistischere Landschaften, Panzerkanonen mit Mündungsfeuer!

Panzerkanonen mit Mündungsfeuer? Jupp. Denn wir schreiben das Jahr 1999, und das Kultstudio Westwood veröffentlicht immer wieder beeindruckende Screenshots für sein neues Command & Conquer, gepaart mit großen Ankündigungen. Komisch nur, dass jedes einzelne Bild vorher von Boss Brett Sperry abgesegnet werden muss.

Als Tiberian Sun schließlich im August 1999 erscheint, sieht es bei weitem nicht so gut aus wie auf den offiziellen Screenshots, und viele angekündigte Features fehlen. 3D-Landschaften mit physikalisch korrekt bergab kullernden Handgranaten? Explosionen, die sich im Wasser spiegeln? Raketenschwaden, Scheinwerfer, Mündungsfeuer? Alles Fehlanzeige! Doch sogar auf der Packung sind die Mogelbilder noch abgebildet.

Command & Conquer: Tiberian Sun sorgte seinerzeit für eine ähnliche Kontroverse wie Warcraft 3: Reforged. Command & Conquer: Tiberian Sun sorgte seinerzeit für eine ähnliche Kontroverse wie Warcraft 3: Reforged.

Viele Spieler sind zurecht sauer, doch der Skandal (so hießen Shitstorms damals) hält sich in Grenzen, denn Tiberian Sun ist trotzdem super. Und: Das Internet steckt noch in den Kinderschuhen, die Rating-Plattform Metacritic startet erst in zwei Jahren. Die meisten erbosten Spieler teilen uns ihren Ärger über Westwood und Publisher EA per Leserbrief mit - so wird das nix mit dem Shitstorm.

Ein Desaster für die Fans?

Umso schlimmer erwischt es jetzt Blizzard. Denn 20 Jahre nach dem C&C-Skandälchen kassiert Warcraft 3: Reforged desaströse Bewertungen, allein schon auf Metacritic liegt das Spiel fünf Tage nach Release und über 19.000 Ratings bei einem unterirdischen User Score von 0,5 von 10 Punkten.

Zahllose Vorbesteller geben Reforged per Refund-Funktion wieder zurück. Wie kann man bei einem Remaster so viel falsch machen, dass es einem derart um die Ohren fliegt? Bei einem Spiel, das 2002 nahezu perfekt war, bei GameStar 93 Wertungspunkte kassierte, dann sogar vom eigenen Addon Frozen Throne mit einem weiteren Punkt überholt wurde?

Eines vorweg: Die Reforged-Version ist immer noch ein gutes Spiel, denn sie verändert den Kern von Warcraft 3 kaum. In erster Linie überholt sie lediglich die Grafik und Sprachausgabe, die klassischen Spielmechaniken hingegen bleiben. Wir spielen also dieselben exzellenten acht Kampagnen und 62 abwechslungsreichen Missionen wie damals.

Stratholme in Warcraft 3 Die düstere Stratholme-Mission, in der wir mit Noch-Paladin Arthas die Zivilbevölkerung »vorsorglich« dezimieren müssen, im Original von 2002.

Stratholme in Reforged Die Minimap zeigt, wie sich das Map-Layout geändert hat. Die neue Version ist technisch besser, aber weniger düster, es regnet zum Beispiel nicht mehr.

Stratholme in WoW Ein Bild aus der Stratholme-Instanz in World of Warcraft – die Stadt brennt immer noch.

Nur einige Szenarios sind leicht verändert - in der Stratholme-Mission, zu der wir gleich noch kommen, wurde zum Beispiel die Karte überarbeitet, damit sie besser zur Stratholme-Instanz in World of Warcraft passt. Ebenfalls gestrichen wurden die ursprünglich angekündigten Story-Erweiterungen, die zum Beispiel die legendären Heldinnen Jaina Prachtmeer und Sylvanas Windläufer stärker herausstellen sollten.

Viel versprochen, wenig gehalten

Die größte optische Neuerung sind die HD-Modelle unserer Charaktere, Truppen und Gegner. Die alten, polygonarmen Modelle wurden allesamt durch komplett neue, weitaus detailliertere ausgetauscht. Das ist für ein Remaster also durchaus okay, doch Blizzard hat auf der Blizzcon 2018 eben deutlich mehr versprochen.

In der damals präsentierten Stratholme-Cutscene inklusive dramatischer Kamerafahrten und Perspektivwechsel ist Noch-Paladin und Bald-Todesritter Arthas Menethil bis in die Fingerspitzen animiert - und tippt seinem Ausbilder Uther Lichtbringer sogar mit dem Zeigefinger auf die Heldenbrust. Im fertigen Spiel ist diese beeindruckende Cutscene … verschwunden. Stattdessen erleben wir quasi die alte von 2002, nur mit den neuen Charaktermodellen, wie sie auch in den Missionen vorkommen.

Das gilt für alle der vielen Ingame-Sequenzen: Die Figuren sehen zwar besser aus, stehen aber hölzern herum. Hier wäre so viel mehr möglich gewesen, um die fantastische Story angemessen zu inszenieren! Auch die alten Rendervideos wurden (bis auf das komplett neu produzierte Intro) lediglich hochskaliert und leicht geschärft.

Die Einheiten, Monster und Helden wurden komplett durch HD-Modelle ersetzt und neu vertont. Doch die Cutscene-Animationen sind hölzern und bleiben weit hinter der Blizzcon-Demo von 2018 zurück. Die Einheiten, Monster und Helden wurden komplett durch HD-Modelle ersetzt und neu vertont. Doch die Cutscene-Animationen sind hölzern und bleiben weit hinter der Blizzcon-Demo von 2018 zurück.

Schwankende Landschaften

Hinzu kommt, dass die eigentlich immer noch hübschen Landschaften weniger überarbeitet wurden, ja teils sogar schlechter aussehen als im Original. Und weil Echtzeitstrategiespiele nun mal eher weiter rausgezoomt gespielt werden als in der schickeren Nahansicht, erleben wir mäßig überarbeitete Umgebungen mit Einheiten, die aus der Distanz weniger hermachen.

Allerdings schwankt dieser Eindruck oft: Während farbenfrohere Landschaften wie Elfenwälder oder Küstenstreifen wirklich gut aussehen, kriegt man bei kargen Umgebungen wie Nordend die Krise - ungefähr wie bei World of Warcraft: Classic, wenn man zum Beispiel die Nachtelfengebiete mit der Depri-Zone Desolace vergleicht.

Merkwürdigerweise hat Blizzard bei der Sprachausgabe deutlich mehr Arbeit inszeniert. Die ist komplett neu und grundsätzlich wirklich okay, die Charaktere und Einheiten reden auch viel lippensynchroner zu den animierten Porträts im Interface als früher.

Warcraft 3: Reforged - Screenshots des Remasters ansehen

Einige Einheiten und NPCs nerven allerdings, die Elfendryaden zum Beispiel antworten beim Anwählen mit »Hallo?«, »Werden wir erobert?« oder »Klickt mich, ich bin der Frühling!« - und erinnern dabei frappierend an die piepsige Verona Pooth. Wer das Originalspiel noch gut im Ohr hat, wird außerdem über die neuen Heldenstimmen stolpern, Arthas etwa klingt ganz anders als 2002. Aber auch hier gilt: Die neuen Voice-Overs sind im Schnitt durchaus gut. Sie wären nur nicht nötig gewesen.

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