Troy: Das neue Total War erstmals gespielt - Klappt das Epic-exklusive Experiment?

Troy: A Total War Saga macht viel anders, sowohl im Spiel, als auch außerhalb. Es wird am ersten Tag im Epic Store etwa verschenkt. Aber was steckt in diesem Geschenk genau drin?

von Fabiano Uslenghi,
05.06.2020 12:40 Uhr

Genre: Strategiespiel | Entwickler: Creative Assembly | Plattform: PC | Release: 13. August 2020

Was für ein kurioser Paukenschlag. Obwohl Troy: A Total War Saga mit seiner Prämisse vom trojanischen Krieg bislang verhältnismäßig wenige Spieler begeistern konnte, ist es jetzt doch wieder in aller Munde. Denn Troy erscheint als erstes Total War zeitexklusiv im Epic Game Store.

Damit aber noch nicht genug. Das Strategiespiel wird am ersten Tag seines Releases bei Epic direkt verschenkt. Spieler können 24 Stunden lang einfach bedenkenlos zugreifen. Und plötzlich spitzt jedermann die Ohren.

Allerdings wäre es unfair, Troy nur auf seinen ungewöhnlichen Release zu beschränken. Wie jedes Total War hat es nämlich das Potenzial uns mit epischen Schlachten und spannender Reichsverwaltung dutzende Spielstunden abzutrotzen. Außerdem experimentieren die Entwickler bei Creative Assembly mal wieder ein wenig herum. Wir konnten im Vorfeld zum Gameplay-Reveal bereits selbst in das neue Total War reinspielen und verraten euch, welche dieser Experimente sich auszahlen könnten.

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Was macht Troy: A Total War Saga besonders?

Troy gehört zu den Saga-Spin-Offs der Total-War-Reihe. Wie schon Fall of the Samurai und Thrones of Britannia konzentriert sich das Spiel daher stärker auf einen zeitlich sehr begrenzten Konflikt innerhalb der Geschichte. Der Name verrät hier eigentlich auch schon alles. Troy befasst sich mit dem trojanischen Krieg, der vermutlich irgendwann im 12. oder 13. Jahrhundert v. Chr. stattfand.

Troy: A Total War Saga - Neuer Trailer zeigt die Vorgeschichte & kündigt den Release an 2:29 Troy: A Total War Saga - Neuer Trailer zeigt die Vorgeschichte & kündigt den Release an

Vermutlich ist hier auch ein gutes Schlagwort, wirklich historisch belegt ist das alles nämlich nicht. Wir wissen fast nur aus den Sagen und Legenden der homerischen Epen etwas von diesem Krieg. Aber Troy wird kein rein fiktives Total War wie Warhammer. Die Entwickler betonen immer wieder ihre Vision: die Wahrheit hinter dem Mythos.

Was bedeutet das für das Spiel? Troy erinnert stilistisch sehr stark an die klassischen Total Wars mit historischem Hintergrund. Wie schon in Three Kingdoms ist die Darstellung des Zeitalters aber mythologisch gefärbt. So verzichten die Entwickler zwar auf Monster und Wunder, setzen diese Elemente aber trotzdem um. Monster sind dann eben besonders starke Menschen, die sich wie die mythologischen Bestien kleiden und das wirken der Götter zeigt sich als fraktionsweiter Buff im Hintergrund.

Die wichtigsten neuen Features:

  • Troy spielt im Bronze-Zeitalter.
  • Die Karte umfasst Griechenland, Kreta und Kleinasien.
  • Gold, Nahrung, Holz, Stein und Bronze, die wir für Handel, Einheiten und Gebäude brauchen.
  • Göttlicher Wille - ein neues Religion-System.
  • Neue Endgame-Eskalation: Ihr bekommt im Endgame einen Rivalen.
  • Mythische Einheiten wie Minotauren, Zyklopen oder Zentauren.
  • Schlachten mit mehr Fokus auf Infanterie, die sich größer unterscheiden.
  • Neue Terrain-Typen auf dem Schlachtfeld: Sand, Matsch und hohes Gras.

Troy: A Total War Saga - Screenshots ansehen

Für wen ist Troy: A Total War Saga interessant?

Die Total-War-Reihe konnte über die Jahre sicherlich einige sehr treue Fans um sich scharen und wer sich dazu zählt, der wird den neuen Titel ohnehin schon auf dem Zettel haben. Und das mit gutem Grund, denn auch wenn es ein paar schwächelnd Ableger gibt - in der Regel liefert Total War ein rundes Spielerlebnis ab.

Mittlerweile unterteilt sich die Fan-Gemeinde von Total War allerdings auch ein wenig in die, die Warhammer für seine epochalen Fantasy-Schlachten lieben und jene, die vor allem den strategischen Tiefgang historischer Teile begrüßen. Man könnte behaupten, Troy biete beiden etwas, dass wäre aber irreführend.

Mit Warhammer hat Troy weder auf dem Schlachtfeld noch auf der Karte sonderlich viel gemeinsam. Die größte Gemeinsamkeit sind die Helden und mythologischen Einheiten, die bleiben im Vergleich zu Warhammer aber eher mau.

Troy: A Total War Saga - Erstes echtes Gameplay von der Schlacht vor Troja 6:30 Troy: A Total War Saga - Erstes echtes Gameplay von der Schlacht vor Troja

Wer jedoch größeren Wert auf die Reichsverwaltung legt und die Kämpfe lieber historisch genießt, für den bietet Troy deutlich mehr. Die größten Innovationen liegen mit dem göttlichen Willen, den fünf Ressourcen und der Diplomatie aus Three Kingdoms ohnehin auf der Kampagnenkarte. Die Schlachten spielen sich wie klassisches Total War ohne fliegende Einheiten oder Magie. Selbst Kavallerie ist hier eher selten.

Was gefällt uns bisher? Was gefällt uns nicht?

Wir konnten Troy: A Total War Saga zwar bereits spielen, allerdings stand uns in der Probeversion nur eine einzige Schlacht offen. Die rundenbasierte Kampagnenkarte bleibt noch unerforscht. Ein etwas seltsamer Marketing-Stunt, immerhin gibt es auf dem Schlachtfeld im Vergleich zur Karte recht wenig spürbare Neuerungen.

Stärken von Troy: A Total War Saga

  • Ein komplett neues Wirtschaftssystem, das laut der Entwickler die Serie revolutionieren könnte.
  • Mit dem Diplomatie-System übernimmt Troy die größte Stärke aus Three Kingdoms.
  • Das neue Antagonisten-System soll eine Gegnerfraktion zu einem ebenbürtigen Feind machen.
  • Vier verschiedene Heldentypen mit unterschiedlichen Fähigkeiten. Kämpfer sind stark im Nahkampf, Verteidiger verbessern ihre Truppen, Kriegsherren bieten Vorteile auf der Strategie-Karte und Bogenschützen erlegen andere Helden aus der Distanz.

Schwächen von Troy: A Total War Saga

  • Noch ist nicht bekannt, wie gut die neuen Strategie-Elemente ineinander greifen.
  • Der Fokus auf Infanterie-Einheiten macht die Schlachten etwas zu statisch.
  • Helden und »Monster« stechen auf dem Schlachtfeld noch nicht ausreichend hervor.
  • Normale Einheiten haben keine besonderen Fähigkeiten mehr

Wie schon bei Three Kingdoms wird auch Troy auf dem Schlachtfeld die Serie nicht revolutionieren. Trotzdem finden sich einige spannende Experimente. Die Entwickler sind von ihrer neuen Wirtschaft etwa überzeugt. Wenn die fünf Ressourcen einen ähnlichen Einfluss haben wie die Diplomatie in Three Kingdoms, könnte Troy sogar zu einem Hit werden. Doch selbst wenn nicht: Wer das Spiel kostenlos im Epic-Store abstauben will, wird damit ziemlich sicher einen guten Fang landen.

Potenzial | Sehr gut

Fabiano Uslenghi
@StillAdrony

Ich bin schon etwas enttäuscht, dass Creative Assembly Troja nicht zum Anlass genommen hat, um uns ein mythologisches Warhammer zu servieren. Gewaltige antike Schlachten samt riesiger Zyklopen und wilder Harpyien? Ich wär dabei. Das ist zum Teil aber natürlich persönliche Präferenz. Es bedeutet aber eben auch, dass die Schlachten wieder mal stagnieren oder nur im Detail verbessert werden. Diese Schwäche könnte die Strategiekarte zwar ausgleichen, doch um das sicher behaupten zu können, müssen wir erst einmal selbst Hand anlegen. Es verbleiben also noch Fragezeichen, die sich wahrscheinlich erst zum Release im August endgültig lüften.

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