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Seite 5: Top 150: Wir küren Platz 1 und damit den besten Shooter aller Zeiten

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Inhaltsverzeichnis

110. Delta Force

Entwickler: Novalogic
Publisher: Novalogic
Erschienen: September 1998

Peter Bathge: Im selben Jahr wie Half-Life erschien ein Taktik-Shooter, der in Sachen Technik einen ganz eigenen Weg beschritt. Entwickler Novalogic ließ euch in der hauseigenen Comanche-Engine mit Voxel-Optik erstmals Elite-Soldaten statt Hubschrauber und Panzer steuern. Das war ein höchst exklusives Vergnügen, denn ohne die damals brandneue MMX-CPU-Technologie verweigerte das Spiel schlicht die Zusammenarbeit.

Weil die Optik im Gegensatz zur Polygon-Technik enorm CPU-lastig war, brauchte es für flüssiges Spielen in sagenhaften 800 x 600 Bildpunkten sogar einen Pentium 2 300 und 32 MByte RAM. Die Investition lohnte sich, denn vor allem Landschaften (hauptsächlich Dünen und Wiesen) sahen in Delta Force ungemein glaubwürdig aus - erst aus der Nähe pixelten sie unschön auf. Oder voxelten? Egal: Die Einsätze waren ungemein spannend und der Mix aus Schleichen und Ballern absolut stilbildend fürs Genre.

Trivia:

  • Alle 40 Einsätze der Singleplayer-Kampagne lassen sich im Koop-Modus bestreiten - mit bis zu 32 Spielern per LAN oder online.
  • Lediglich die Landschaften wurden mittels Voxeln dargestellt, Objekte und Charaktere bestanden aus gewöhnlichen Polygonen.


109. Vanquish

Entwickler: Platinum Games
Publisher: Sega
Erschienen: Oktober 2010

Video starten 5:46 Vanquish - PC-Version im Test: Gameplay & Fazit im Video - PC-Version im Test: Gameplay & Fazit im Video

Dimitry Halley: Stellt euch den berühmten »I don’t always …, but when I do …«-Meme-Gentleman vor seinem Dos-Equis-Bier vor, wenn ich sage: Nicht viele Shooter in dieser Liste stammen aus Japan, aber wenn sie es tun, dann bummsen sie so hart rein wie Vanquish. Während die Shooter-Konkurrenz 2010 vor allem behutsame Cover-Schießereien der Marke Gears of War entwickelte, um auch auf den trägeren Gamepads der Konsolen zu triumphieren, sagte sich Vanquish- und Resident-Evil-Kreativkopf Shinji Mikami: »Mir doch egal, lasst einfach das Gegenteil machen.«

Und Vanquish ist tatsächlich das Gegenteil von behutsamer Deckung. Als Supersoldat schwinge ich mich in meinem Cyberanzug mit Salto über jede Deckung, ballere in Zeitlupe Robos zu Schrott, schlittere wie ein Ferrari über den Boden, wutze in jede Deckung, jede Schwachstelle, jedes Geschütz, um nichts als Zerstörung zu hinterlassen. Vanquish ist ein Style-Shooter. Es geht um die spektakulärsten Stunts, um die fetzigsten Kombos, kurz: Um die gleichen Stärken wie in vielen anderen Spielen von Platinum Games, beispielsweise Bayonetta oder Metal Gear Rising.

Wer die hanebüchene Sci-Fi-Story ignorieren kann, findet hier ein einzigartiges Actionspektakel, das auch heute noch flutscht wie ein Skateboard in der Halfpipe.

Trivia:

  • Vanquish ist laut Mikami eine geistige Fortsetzung seines Shooters P.N.03 von 2003.
  • Vanquishs Hauptfigur Sam sollte ursprünglich einen Cyberhund mit Raketenwerfer bekommen - die Idee wurde dann mit Bladewolf in Metal Gear Rising umgesetzt.


108. Far Cry Blood Dragon

Entwickler: Ubisoft Montreal
Publisher: Ubisoft
Erschienen: Mai 2013

Fabiano Uslenghi: Kurios. Ich bin weder ein Far-Cry-Fan, noch gehe ich außergewöhnlich heftig auf Trash-Filme ab, noch habe ich mir in den 80er-Jahren reihenweise kitschige Action-Streifen im Kino reingezogen. Ich war damals nicht einmal geplant. Und trotzdem kann ich nicht anders, als Far Cry Blood Dragon endlos zu bejubeln. Was für ein herrlicher Klamauk, den Ubisoft sich da ausgedacht hat! Ein Spiel, das man am 1. April als gut gemeinten, aber wenig überzeugenden Entwicklerscherz abgestempelt hätte. 

Wenn ich mich als Mark-IV-Cyber-Commando Rex Power Colt in die Schlacht stürze, dann trieft das Setting nur so vor satirischen Anspielungen auf reihenweise Action-Produktionen der 80er Jahre. Verflucht, das futuristische Cyber-Setting spielt sogar im Jahr 2007 … obwohl das Spiel 2013 erschienen ist. Aber so hat man sich eben im 1983 die Zukunft vorgestellt. 

Das Absurde: Einfach nur, weil das Spiel der reinste Witz ist, verzeiht man ihm reihenweise kleine Fehlerchen und Logiklücken. Das hat fast schon etwas unschuldig befreiendes, ein Spiel einfach mal wieder komplett anspruchsbefreit genießen zu können. 

Trivia:

  • Mit Trials of the Blood Dragon erschien 2016 eine Spin-Off für Ubisofts Motorrad-Reihe, in der die Kinder von Rex Power Colt umherdüsen. 
  • Noch 2023 soll auf Netflix eine Animation-Serie namens Captain Laserhawk: A Blood Dragon Remix anlaufen, die auf dem Ego-Shooter basiert.


107. Turok 2

Entwickler: Iguana
Publisher: Acclaim Entertainment
Erschienen: Dezember 1998

Video starten 13:29 Turok 2 - Video: Was dieses PC-Remaster so gut macht

Phil Elsner: Dinos, Shotguns, Raumschiffe. Von allen Singleplayer-Shootern, die ich in meiner Zeit gespielt habe, ist mir kaum einer so nachhaltig im Gedächtnis geblieben wie Turok 2: Seeds of Evil. Woran genau das liegen mag, ist schwer zu sagen.

Es könnte das faszinierende Setting sein, in dem ein amerikanischer Ureinwohner mit einem Raketenwerfer durch interdimensionale Tore reist, um Aliens zu plätten. Oder sind es die exotischen und weitläufigen Maps, die nach heutigen Standards als kleine Open Worlds durchgehen würden?

Vielleicht ist es aber auch das grandios-abgedrehte Waffenarsenal, mit dem wir uns durch die Horden aus Monstern und Dinos ballern! Ich meine, welches andere Spiele hat schon eine Knarre, deren zielsuchende Ladung sich direkt in die Köpfe von Gegnern bohrt und dort explodiert? Ein ganz besonderer Spaß auch im Splitscreen-Multiplayer!

An Abwechslung mangelt es Turok 2 aber auch nicht: Hier Geiseln befreien, da ein magisches Totem beschützen, dort ein Unterwasser-Höhlensystem erkunden. Besonders faszinierend für damalige Verhältnisse: Ich kann durch den zentralen Hub jedes Level nach Belieben betreten! Dieser non-lineare Aufbau vermittelte ein ungeahntes Gefühl von Freiheit, das mich noch heute ins Schwelgen bringt. Und traurig macht es mich auch: Nie wieder erreichte die Turok-Serie die Qualität wie 1998. Schade drum.

Trivia:

  • Turok 2 erschien auch für den Game Boy Color, erzählte dort aber eine völlig andere Story und bekam anders als die N64-Fassung sehr gemischte Kritiken.
  • Turok tauchte zum ersten Mal 1954 in einem Comic auf. Der Name wurde wie ein Titel an nachfolgende Charaktere vererbt, wie zum Beispiel an Joshua Fireseed aus Turok 2.


106. SWAT 4

Entwickler: Irrational Games
Publisher: Activision
Erschienen: April 2005

Dimitry Halley: SWAT hat eine merkwürdige Geschichte. Der erste Serienteil entstand als Spin-Off aus Police Quest, einer von Sierras ganz alten Adventure-Serien. Das merkte man dem Spiel auch an, denn SWAT 1 war eines der berüchtigten FMV-Spiele, die mit schlecht geschauspielerten Live-Action-Sequenzen ein ziemlich maues Gameplay kaschieren wollten. Eigentlich Endstation, aber mit SWAT 2 gab’s dann doch ein Sequel mit komplett neuer Ausrichtung - als Rundentaktikspiel der Marke XCOM und Jagged Alliance. SWAT 2 kam bei den Leuten ziemlich gut an, also trafen die Devs für die Fortsetzung die einzig logische Entscheidung: nochmal Genre-Wechsel, jetzt als Taktikshooter.

SWAT 3 war schon eine sehr ordentliche Konkurrenz für Genre-Platzhirsche wie Rainbow Six, aber SWAT 4, du lieber Scholli, SWAT 4 ist besonders. Ich erinnere mich an so viele LAN-Partys mit Freunden, in denen wir als selbstredend absolut tadellose Koop-Polizeitruppe Tankstellen, Banken, Labore und Häuser infiltrierten, um fiesige Fieslinge zu … naja, gar nicht unbedingt zu erschießen.

Erste Besonderheit von SWAT 4: Idealerweise brüllt ihr Gegnern so lange »Polizei, Hände hoch!« um die Ohren, bis sie die Waffe fallen lassen und aufgeben. Dann sprüht ihr ihnen noch eine Runde Pfefferspray ins Gesicht, einfach weil’s geht, und verschnürt die Kollegen für den Abtransport. Hier merkt ihr dem Spiel sein Police-Quest-Erbe an: Tödliche Gewalt ist nie die beste Lösung in diesem Shooter.

Zweite Besonderheit von SWAT 4: Ich habe so viele Möglichkeiten! Ich kann unter Türen durchschauen, sie aufsprengen, Blendgranaten reinwerfen, mit nicht-tödlichen Gummigeschossen auf Gegnerpansen wummsen, ich kann Scharfschützen über Bild-im-Bild-Übertragung steuern, ja, ich kann Türen nach Wunsch auch blockieren, damit mir niemand in den Rücken fällt. Präzision ist alles in SWAT 4. Denn wenn ich - Besonderheit Nummer drei - beispielsweise kriminelle Waffen nicht sauber eintüte, gibt’s Punktabzug.

SWAT 4 erzählt zwar keine spannende übergeordnete Geschichte, aber jede Mission setzt sehr eigene Schwerpunkte. Eine Mission ist so legendär, dass ich darüber mal ein eigenes Video gemacht habe, denn SWAT 4 inszeniert selbst solche Missionen spannend, in denen bloß ein einziger Feind lauert. Ihr merkt es: Ich gerate ins Schwärmen über diesen großartigen Polizeishooter, der zum Glück nie so recht von seinen Fans vergessen wurde. Sonst gäbe es heute kein Ready Or Not.

Trivia:

  • Euer SWAT-Ausbilder Sonny Bonds war die Hauptfigur von Police Quest (1987).
  • In der Autogaragen-Mission könnt ihr eine Arcade-Maschine mit dem Spiel SWAT: Urban Justice finden. So sollte SWAT 4 ursprünglich heißen.


105. Metro 2033 

Entwickler: 4A Games
Publisher: THQ Entertainment
Erschienen: März 2010

Natalie Schermann: Wenn ich mir aussuchen dürfte, in welcher Spielwelt ich während einer Postapokalypse leben möchte, würde ich mich ohne groß nachzudenken für Metro 2033 entscheiden. Die dreckigen U-Bahn-Schächte von Moskau üben auf mich eine besondere Faszination aus: Sie schaffen es, eine sehr heimische und wohlige, aber gleichzeitig fremdartige und bedrohliche Atmosphäre zu schaffen. 

Mal schlendere ich einfach nur durch die provisorischen Lager, wühle in den Habseligkeiten der Überlebenden herum oder lausche sanften Gitarrenklängen und vertrauten Liedern. Im nächsten Moment schleiche ich als Held Artjom durch dunkle Tunnel, kämpfe in engen Gängen gegen Faschisten und Mutanten oder mache zögerliche Schritte an der verstrahlten Oberfläche.

Zusätzlich trifft mich Munitionsknappheit in den ungünstigsten Momenten, Schleichpassagen und feste Speicherpunkte zwingen mich immer wieder zum Umdenken. Auch das abwechslungsreiche Waffen-Arsenal trägt dazu bei, dass Metro 2033 nie repetitiv wird und an Reiz verliert. Mal schieße ich mutierte Kreaturen mit Schrotflinten oder meiner Kalaschnikow ab. Mal sorge ich mit Rohrbomben für ein bisschen Feuer unter den Hintern fanatischer Gegenspieler. 

Metro 2033 gehört zu meinen liebsten Singleplayer-Shootern und die Welt zu den besten Postapokalypsen, die ich kenne. Auch, wenn ich kein Fan der Romane Metro 2034 und Metro 2035 war … 

Trivia

  • Im Videospiel weiß sich Held Artjom mit unterschiedlichsten Pistolen, Gewehren und Sprengsätzen zu helfen. In der Romanvorlage feuert er allerdings nur insgesamt drei Mal aus einer Waffe.  
  • Im Spiel selbst könnt ihr an unterschiedlichsten Stellen Kopien der Romanvorlage Metro 2033 von Dmitry Glukhovsky finden. Lesen könnt ihr sie aber leider nicht.


104. Borderlands 2

Entwickler: Gearbox Software
Publisher: Take 2 Interactive
Erschienen: September 2012

Tillmann Bier: Borderlands 2 ist nicht ohne Grund der beliebteste und erfolgreichste Teil der Serie, die das Genre der Looter-Shooter beinahe im Alleingang populär machte. Einen nicht unerheblichen Anteil trägt dabei der ikonische Bösewicht Handsome Jack, dessen Fiesheiten und humorvollen Kommentare euch durch die Hauptstory begleiten. Nicht zu vergessen ist aber natürlich auch der enorme Umfang des Shooters, die motivierende Jagd nach neuer Ausrüstung, sowie die einzigartigen Klassen.

Die insgesamt vier (sechs mit Erweiterungen) Charaktere, können als Spezialfähigkeit etwa Feinde lähmen, sich unsichtbar machen oder einen Geschützturm aufstellen. Je nach Geschmack könnt ihr im Verlauf des Spiels Skills aus drei Kategorien freischalten und so euren eigenen Spielstil kreieren. Im Koop-Modus für bis zu vier Spielerinnen und Spieler ergänzt ihr euch dann mit euren jeweiligen Stärken, und bildet ein schlagkräftiges Team.

Neue Waffen, Klassenmods und Schilde verschiedener Seltenheitsstufen findet ihr bei besiegten Gegnern und in Truhen. Die besonders begehrten legendären Ausrüstungsgegenstände verfügen dabei noch über einen geheimen, besonders starken und manchmal auch lustigen Effekt. Unabdingbar wird legendäre Ausrüstung dann in den besonders schwierigen Endgame-Spielmodi, in denen ihr gegen stärkere Gegner kämpft.

Mit seinem zeitlosen Cel Shading Look, dem derben, aber oft großartigen Humor und dem motivierenden Beutesystem bleibt Borderlands 2 auch heute noch ein großartiges Erlebnis, vor allem im Koop mit Freunden.

Trivia:

  • Die einzigartige Waffe Bane verfügt über besondere Soundeffekte: Sie schreit, wenn ihr sie abfeuert. Dieser Effekt ist auch zu hören, wenn ihr die Lautstärke des Spiels auf null stellt.
  • Der Bösewicht Handsome Jack besitzt ein Pony aus Diamanten, das ihr in einer Erweiterung aus der zerstörten Raumstation Helios rettet.


103. Bulletstorm

Entwickler: People Can Fly
Publisher: Electronic Arts
Erschienen: Februar 2011

Video starten 4:01 Bulletstorm: Full Clip Edition - Testvideo: Zum Vollpreis aufgewärmt, dafür endlich uncut - Testvideo: Zum Vollpreis aufgewärmt, dafür endlich uncut

Sören Diedrich: Eigentlich stehe ich nicht so sehr auf einen hohen Gewaltgrad in Shootern. Und ich gehöre auch zur eher gemütlicheren Sorte, die gemächliches Vorgehen bevorzugt. Eigentlich dürfte Bulletstorm damit nicht mein Fall sein – und trotzdem war dieser Shooter ein Fest für meine Sinne!

Bulletstorm ist brutal und sauschnell. Ich jage meinen Gegner nicht nur Kugeln um die Ohren, ich trete sie, ziehe sie per Energielasso zu mir heran, stampfe sie zu Brei – hier geht es wirklich nicht zimperlich zur Sache! Je »kreativer« ich dabei zu Werke gehe, umso höher fällt die Punktzahl aus, die ich für den Kill erhalte.

Klingt martialisch? Kein Wunder, dass Bulletstorm zum Release in Deutschland die Debatte über Gewalt in Videospielen neu hat hochkochen lassen. Für ein paar Jahre landete die Originalfassung deshalb auf dem Index. Aber selbst die entschärfte deutsche Fassung war explizit genug für Zartbesaitete wie meine Wenigkeit.

Spielerisch gibt sich Bulletstorm auf jeden Fall kaum Blößen. Die Story ist für Shooter-Standards ganz interessant, das Gameplay fetzt und die Grafik war anno 2011 bildhübsch.

Trivia:

  • Der Hauptfigur Grayson Hunt wird nachgesagt, sehr große Ähnlichkeit zum bekannten X-Men-Helden Wolverine aufzuweisen.
  • Trotz der überwiegend positiven Kritiken gilt Bulletstorm nicht unbedingt als kommerzieller Erfolg.


102. Tribes 2

Entwickler: Dynamix
Publisher: Sierra On-Line
Erschienen: März 2001

Gerald Weßel: Tribes 2 führte zu seinem Release 2001 bereits einige Aspekte ins Feld, die nur etwas mehr als ein Jahr später Battlefield 1942 helfen sollten, zu dem Hit aufzusteigen, der ein komplettes Genre begründete. Auch der Sci-Fi Team-Shooter lässt zwei große Armeen gegeneinander antreten, bietet verschiedene Vehikel, Klassen von Soldaten, verschiedene Waffen und Ausrüstungskits sowie eine große offene Karte mit umkämpften Basen. Allerdings könnte die Wahl des beliebtesten Spielmodus kaum klassischer sein: Capture the Flag, jedoch für damalige Verhältnisse mit geradezu absurd vielen Spielern, 64 an der Zahl.

Das Gameplay überzeugt bis heute mit seiner Mischung aus flotter Infanterie-Jetpack Mobilität und Fahrzeugen, die von kleinen Speedern bis zu schweren Transport-Gunships reichen. Obendrein bieten die verschiedenen Rüstungsklassen etliche Möglichkeiten, sich spontan an die Situation im Gefecht mittels entsprechender Stationen anzupassen. So sind auch jeweils eigene Schwerpunkte per Gadget- und Waffenauswahl setzbar.

Doch damals war das flüssige, schnörkellose Gameplay und die stylische, wenn auch recht simple Grafik, die mit netten Effekten punkten konnte, genug, um viele Shooter-Fans zu begeistern. Leider gingen über die Zeit Versuche, mit der Serie an vergangenen Ruhm anzuknüpfen, eher schief und heute ist die Marke ein reiner Geheimtipp für Enthusiasten.

Trivia:

  • Es konnte zwischen vier verschiedenen Fraktionen gewählt werden: Diamond Sword, Blood Eagle, Star Wolf und Children of the Phoenix.
  • Die für die Serie ikonische Waffe ist der Disc-Werfer, dessen charakteristischer Sound und bläuliche Explosion wohl vielen bis heute wohlvertraut ist.


101. Tron 2.0

Entwickler: Monolith
Publisher: Disney
Erschienen: August 2003

Dimitry Halley: Tron 2.0 ist eine der besten Lizenzumsetzungen, über die nie jemand spricht. So wie über Tron selbst, auch wenn immerhin ein dritter Kinofilm zu Disneys Cyberspace-Abenteuer irgendwo am Horizont lauert. Sei’s drum, das soll euch gar nicht abschrecken, denn selbst wenn euch Tron nichts sagt, erwartet euch hier einer der einzigartigsten Shooter der letzten 25 Jahre. Statt Kalaschnikow, Pumpgun und Colt 1911 ist eure mächtigste Waffe ein Frisbee - klingt lahm, spielt sich aber großartig!

Hauptfigur Jeff hat’s nämlich in eine virtuelle Welt verschlagen, in der Programme sozusagen Menschen sind, ein böses Virus tritt also als mächtiger Imperator-Dude auf, Antiviren-Programme jagen euch in Form bulliger Wachmänner. Und der Diskus-Frisbee wird in der Welt von Tron zur gefährlichsten Waffe - für und gegen euch. Ich kann feindliche Angriffe damit elegant parieren, scheppere die Scheibe gegen feindliche Köpfe, lenke das Ding sogar im Flug mit der Maus. Natürlich schalte ich im Lauf der Kampagne auch Snipergewehre und andere Geschütze frei, aber eben angepasst auf das rein virtuelle Szenario.

Tron 2.0 erinnert mich bis heute an eine Zeit, als auch lineare Shooter sich noch wie Spielplätze anfühlten. Ich werde in ein Areal voller Gegner geworfen und entscheide, ob ich schleiche, die dicken Geschütze auspacke, Wachterminals hacke oder heimlich einen Gegner nach dem anderen wegpflücke. Ich kann mit haufenweise Upgrades meine Fertigkeiten verbessern, immer mächtigere Programme entfesseln und werde am Ende zum laufenden Datentod.

Tron 2.0 hat so viele kleine wie große Besonderheiten. Wenn mich Virusprogramme treffen, werden meine Skills infiziert und ich muss regelmäßig meine mächtigsten Fertigkeiten defragmentieren und reinigen, also auf sie verzichten, während mir die Geschosse um die Ohren fliegen. Tron 2.0 hat Humor, spannende Wendungen, mehrere Sprecher des Originalkinofilms von 1982, es ist ein spielgewordener Liebesbrief an Cyberspace-Science-Fiction. Und als große Neuerung gegenüber dem Filmklassiker darf ich in Tron 2.0 sogar das ominöse Internet betreten, das im Spiel quasi einem Rotlichtbezirk samt Schwarzmarkt gleicht. Einfach Kult.

Trivia:

  • Das neue Super Lightcycle im Spiel wurde von Designlegende Syd Mead entworfen, der auch das Original erschaffen hat.
  • Tron 2.0 war ursprünglich als Filmfortsetzung geplant, wurde dann aber als Spiel umgesetzt. Zum Glück.


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