Trails in the Sky
Genre: Rollenspiel | Release: 29. Juli 2014 | Rabatt: 50 Prozent (8 Euro)
Dimitry Halley: Ist mir völlig egal, dass ich jetzt schon zum wahrscheinlich millionsten Mal Trails in the Sky empfehle, denn diese Rollenspiel-Serie müsst ihr gespielt haben. Ja, müsst, fight me. Ich bin jetzt nach Hunderten Spielstunden beim sechsten der aktuell zehn Teile angelangt und kann firm von den Dächern posaunen: Das ist die beste Gaming-Story, die ich je erlebt habe. Ja, die Trails-Spiele sehen aus wie aus den 90ern, ja, ihr werdet ab und an typische Anime-Allüren wegaugenrollen müssen, ja, die ersten 20, 30, 40 Spielstunden wirken zäh, klischeehaft, langweilig - aber verdammt nochmal, mir hat noch nie eine Serie so am Herz gerissen wie Trails in the Sky, Trails from Zero und Trails of Cold Steel.
Wenn ich mich durch trocken präsentierte Dialogfenster klicke und danach schluchzend vor dem Bildschirm hocke, dann will das schon was heißen. Falls ihr mal ein Paradebeispiel für meisterhaftes Storytelling wollt, nachdem ich andauernd rummeckere, dass Ubisoft, EA und Co. Potenziale verschlafen, dann bitteschön: Trails in the Sky. Selbst der kleinste, belanglose NPC hat manchmal eine bessere Hintergrundgeschichte als der komplette Plot des neuen Assassin’s Creed. Wie gesagt: Fight me.
Normalerweise spiele ich nie mehr als ein einziges JRPG am Stück, weil ich nach 90 Stunden die meisten Spiele sowas von satt habe, sofern sie nicht Battlefront oder Hunt heißen. Trails in the Sky 1 bis 3 habe ich direkt hintereinander durchgezogen, im Anschluss Trails from Zero, danach dessen Nachfolger Trails to Azure und dann hocke ich tatsächlich vor dem Abspann und denke mir: Mensch, ich würde am liebsten mein Gedächtnis löschen und direkt nochmal von vorne anfangen.
Weil so eine unvergessliche Reise hinter mir liegt, weil ich einfach nicht genug von diesen hervorragend geschriebenen Charakteren, ihren Konflikten, Hoffnungen, Marotten und Verwicklungen bekomme. Ihr werdet im Internet haufenweise Videos finden, die euch weismachen wollen, dass Worldbuilding, Storytelling, Emotionen und Co. selten besser werden als in den Trails-Spielen. Und um es mit den Worten von Han Solo zu sagen: Es ist wahr. Einfach alles.
Disco Elysium: Final Cut
Genre: Rollenspiel | Release: 15. Oktober 2019 | Rabatt: 50 Prozent (20 Euro)
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Disco Elysium: Launch-Trailer zur Final-Cut-Edition stellt neue Features und Quests vor
Steffi Schlottag: Disco Elysium ist für mich nicht einfach nur ein Rollenspiel, sondern eine Erfahrung, die mich verändert hat. Vielleicht habt ihr mich schon im Podcast darüber schwärmen hören, warum ich von Charakteren, Story und der fantastischen Vertonung des Finals Cuts so tief beeindruckt bin. Aber ich erzähle es euch liebend gern nochmal!
Die ersten zehn Stunden habe ich Disco Elysium nicht wirklich verstanden. Das soll das beste Rollenspiel 2019 sein? Mit diesem seltsamen Skill-System (Drogensucht ist eine Fähigkeit des Alkoholiker-Protagonisten), einem wirren Haufen innerer Stimmen - und dann werde ich auch noch mit Quests überhäuft, die mir keiner so richtig erklärt. Aber als ich mich bewusst darauf eingelassen habe, hat es doch noch gezündet. Und wie.
Ich bin tagelang komplett versunken in der seltsamen Stadt Revachol, mit all ihren eigenwilligen Bewohnern, die so unheimlich lebensecht wirken. Dabei raunt die Samtstimme von Erzähler Lenval Brown mal zärtlich, mal drohend Texte in mein Ohr, die ohne Umweg direkt ins Herz wandern. So viel Gänsehaut hat noch keine Spielevertonung bei mir ausgelöst.
Disco Elysium hat mir oft weh getan. Mich tief getroffen, wie es nur wenige Geschichten geschafft haben. Wenn ihr Spiele (oder Bücher!) liebt, die euch noch lange nach dem Ende beschäftigen, dann gebt diesem ungewöhnlichen Rollenspiel, bei dem echte Entscheidungsfreiheit ganz groß geschrieben wird, eine Chance.
Für den Preis eines dicken Romans bekommt ihr im Sale locker 40 Stunden Spielzeit - und danach könnt ihr direkt einen zweiten Durchgang starten, der allein durch den Zufallsfaktor garantiert anders verläuft. Nur für diejenigen, die Action und Effektgewitter suchen, ist das ruhige Disco Elysium wohl die falsche Wahl.
Pathfinder: Kingmaker - Enhanced Plus Edition
Genre: Party-RPG | Release: 25. September 2018 | Rabatt: 55 Prozent (9 Euro)
7:49
Pathfinder: Kingmaker - Test-Video zum epischen Rollenspiel
Benedikt Schlotmann: Jeder, der mich nur ein wenig kennt, der weiß, dass für mich Baldurs Gate 1 und 2 die besten Rollenspiele aller Zeiten sind. Und in der Vergangenheit hat es viele Versuche gegeben, auch nur ansatzweise daran heranzukommen. Meine größte Enttäuschung war mit Sicherheit Pillars of Eternity.
Einer der besseren Versuche ist definitiv Pathfinder: Kingmaker, denn das Spiel hat mich nicht nur positiv überrascht, sondern richtig gefesselt: Denn das Spiel bietet alles, was ein gutes Party-RPG bieten muss:
- Ein komplexes Charaktersystem inklusive Editor, wo ich mich nach Herzenslust austoben kann.
- Viele spannende Begleiter, die alle ihre eigenen Geschichten anbieten, auch wenn sie nie die Tiefe eines Baldurs Gate erreichen (Aerie und Viconia).
- Der Aufbaupart mit dem Königreich ist durchaus unterhaltsam und wirkt erfrischend anders.
- Der Soundtrack ist hervorragend.
Auch das Rollenspiel-System und die Fähigkeiten werden oft eingesetzt: So gibt es regelmäßig Einblendungen, was ihr machen wollt: Einer Fährte folgen, lieber das verdächtige Gras untersuchen oder lieber Magie suchen? Das Spiel bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten, für Rollenspieler eine Freude. Einen Multiplayer gibts übrigens nicht und bis heute hab ich ihn nicht vermisst (hat den überhaupt wer in Baldurs Gate genutzt?).
Mit dem DLC Beneath The Stolen Lands bekommt ihr übrigens einen endlosen Dungeon, durch den ihr euch kämpfen müsst. Klasse, wenn ihr einfach Charakterklassen oder Kombinationen ausprobieren wollt.
Auf der anderen Seite hat das Spiel auch ein paar Macken. Die Kämpfe sind bisweilen unübersichtlich, das Trefferfeedback merkwürdig und das Balancing nicht immer perfekt. Die Begleiter wirken teilweise sehr schablonenhaft und austauschbar. Das Entwicklerteam hat jedoch viele nervige Dinge, wie etwa die doofen, bockschweren Zufallskämpfe oder die viel zu langen Ladezeiten, behoben.
Solltet ihr für die kalten Winterabende ein komplexes Party-RPG suchen und nicht wie ich zum drölften Mal Baldurs Gate durchspielen, dann schaut euch auf jeden Fall Pathfinder: Kingmaker an. Nehmt euch ein paar Abende und verschwindet in der Welt von Golarion.
My Time at Portia
Genre: Rollenspiel/Farming-Simulation | Release: 23.01.2018 | Rabatt: 75 Prozent (7,50 Euro)
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My Time at Portia - Eines der besten Early-Access-Spiele ist fast fertig (Trailer)
Tillmann Bier: Ich liebe postapokalyptische Rollenspiele und habe eine vierstellige Stundenzahl (die ich hier nicht nennen möchte) in verschiedene Fallout-Titel versenkt. Hier empfehlen möchte ich aber dann doch kein Fallout 4 (auch wenn es im Angebot ist) sondern einen Titel, den nur wenig mit Atombomben, Raiderbanden und Drogenmissbrauch zu tun hat.
My Time at Portia erinnert auf den ersten Blick wirklich gar nicht an ein Fallout, Wasteland oder Rage. Ihr baut auf einer schnuckeligen Insel eure eigene Werkstatt auf, sammelt Rohstoffe, baut Maschinen und Öfen und erledigt Aufträge. Nebenbei könnt ihr auch Felder anlegen und Tiere züchten. In der Stadt Portia, vor deren Toren auch eure Werkstatt liegt, lernt ihr eine Vielzahl an Charakteren kennen und baut geschäftliche oder persönliche Beziehungen zu ihnen auf.
Das postapokalyptische Setting bleibt aber nicht unbedeutend. Über den eher niedrigen Dächern von Portia ragen die Ruinen von Wolkenkratzern aus der alten Welt auf. Dort könnt ihr nach Rohstoffen und Schätzen graben, oder euch durch Dungeons kloppen, die von verschiedenen Monstern bewohnt werden. Mit gefundenen Daten-CDs schaltet ihr dann bei einer Wissenschaftlerin neue Technologien frei.
Solltet ihr diese aber zum Bau gefährlicher Waffen verwenden, zieht ihr die Missgunst der örtlichen Kirche auf euch, die fortschrittliche Technologien am liebsten ganz verbannen würde.
Ich muss gestehen, dass ich My Time at Portia nur entdecken konnte, weil es kostenlos im Epic-Store angeboten wurde. Die Optik hatte mich vor einem Kauf zurückschrecken lassen. Mir persönlich ist Portia zu bunt und das Design der Tiere und Monster zu verrückt.
Aber: Trotz dieser Abneigung habe ich inzwischen schon einige Stunden in das Spiel gesteckt. Zu viel Spaß macht mir das komplexe Crafting-System, das Freischalten neuer Maschinen und Kartenbereiche. Obwohl das Gameplay eigentlich nur aus "Arbeiten" besteht, ist es unglaublich entspannend, in der idyllischen Welt von Portia zu versinken.
Habt ihr selbst noch coole Rollenspiel-Tipps aus aktuellen Sales? Schreibt sie uns in die Kommentare oder teilt eure eigenen Erfahrungen zu den genannten Spielen hier!
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