Call of Duty triumphiert aktuell, wo andere Shooter scheitern

Fair, motivierend, aktuell: Modern Warfare beweist zum Start von Season 3 erneut, wie weit man der Shooter-Konkurrenz voraus ist. Wir analysieren das Erfolgsmodell.

von Philipp Elsner,
08.04.2020 17:30 Uhr

Battlefield liegt am Boden und braucht einen Medic, während CoD aus allen Rohren feuert. Battlefield liegt am Boden und braucht einen Medic, während CoD aus allen Rohren feuert.

Call of Duty hat es verstanden, das viel beschworene Konzept der Service-Spiele! Mit großem Spektakel startet die inzwischen dritte Season von Modern Warfare und der Hype fühlt sich so real an, wie zum Release im Oktober: 1,3 Millionen User schauen in weniger als 24 Stunden den neuen Trailer, fast 20.000 Leute liken und teilen die neue Roadmap auf Twitter, das Matchmaking findet für jeden Modus Runden in Sekunden. Man sieht schnell: Activision und Entwickler Infinity Ward haben es geschafft, den Shooter quicklebendig zu halten.

Und das liegt vor allem an dem unermüdlichen Content-Nachschub. Allein in Season 3 erscheinen wieder drei neue Waffen, mindestens fünf Maps und neue Event-Modi - allesamt kostenlos. Während bei früheren CoD-Teilen das inzwischen vierte Map-Pack dabei wäre, die Community in noch kleinere Grüppchen zu zerfasern, hält Modern Warfare die Fans zusammen - und bei der Stange.

Eine geschlossene Community

Besonders clever war dabei der Warzone-Schachzug: Statt wie Battlefield 5 mit Firestorm oder Black Ops 4 mit Blackout eine Paywall zu errichten (und damit das eigene Battle Royale zu einem vorschnellen Ende zu verurteilen), hat man sich mit einem Free2Play-Modus eine riesige neue Zielgruppe erschlossen - immerhin 30 Millionen Spieler in einer guten Woche nach dem Start! Ganz nebenbei ist Warzone außerdem so gut geworden, dass wir direkt unsere Wertung für CoD MW nach oben geschraubt haben.

Wir werten CoD MW wegen Warzone auf   79     1

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Ein weiterer Erfolgsgarant für Modern Warfare ist der Mix aus Neuem und Neuaufgelegtem. Neben neuen Karten kommen immer wieder alte Map-Klassiker ins Spiel, wie zuletzt Crash oder Vacant. In Season 3 feiert das beliebte Backlot seine Rückkehr aus CoD 4.

Diese Strategie hat zwei Vorteile: Die Entwickler können einen höheren Output produzieren, weil sie nicht alle Maps neu entwerfen müssen und CoD-Veteranen können geliebte Klassiker in aktueller Grafik wiederentdecken.

Die richtigen Entscheidungen

Modern Warfare wächst gefühlt ständig - und hat damit einen entscheidenden Vorteil gegenüber der Konkurrenz. Battlefield 5 war noch nicht lange auf dem Markt, da mussten Fans geschlagene fünf Monate abwarten, bis Dice einen neuen Schauplatz nachlieferte.

Aber auch danach kam kein Schwung rein: Die kontroverse Änderung der Waffen-Balance sorgte bei dem Shooter von Dice für einen Fan-Aufschrei, geplante Modi wurden doch noch gestrichen und neue Maps erschienen in katastrophalem Zustand.

Die Ankündigung von Wake Island brachte BF5-Fans wieder Hoffnung. Am Ende wurde der Release von umstrittenen TTK-Änderung überschattet. Die Ankündigung von Wake Island brachte BF5-Fans wieder Hoffnung. Am Ende wurde der Release von umstrittenen TTK-Änderung überschattet.

Modern Warfare schiebt dagegen nicht nur laufend Content nach, sondern verbesserte auch konsequent die Fehler der Release-Version und reparierte beispielsweise völlig übermächtige Waffen wie die 725-Shotgun oder Claymores. Über geplante Änderungen und neue Inhalte hält man Fans über ein eigens eingerichtetes Trello-Board und via Twitter auf dem Laufenden.

Immer fair bleiben

Ebenso ausschlaggebend für den Erfolg von Call of Duty dürfte aber auch das eingehaltene Lootbox-Versprechen sein: Obwohl viele nicht glauben wollten oder konnten, dass Activision auf eine so starke Einnahmequelle wie Supply Drops verzichten würde, bleibt Modern Warfare bei seinem fairen Battle-Pass-Modell - anscheinend für immer.

Modern Warfare hat das bewährte Battle-Pass-Prinzip adaptiert und macht damit mehr Umsatz als Black Ops 4. Modern Warfare hat das bewährte Battle-Pass-Prinzip adaptiert und macht damit mehr Umsatz als Black Ops 4.

Seitdem gibt's Skins und anderen kosmetischen Kram für Echtgeld, aber Waffen, Maps und andere Gameplay-Inhalte bleiben gratis - das ist kundenfreundlich, nachhaltig und belohnt Vielspieler, die sich den nächsten Battle Pass einfach frei grinden, ohne einen Cent zu zahlen. Bei Black Ops 4 sah das noch ganz anders aus.

Ja, Call of Duty: Modern Warfare ist längst nicht perfekt und hat noch immer so seine Probleme. Den vernachlässigten Spec-Ops-Koop, den zu chaotischen Ground-War-Modus oder nervige Cheater und Camper zum Beispiel. Aber mit seinem Season-Modell ist der Shooter dennoch jedem noch so großen Konkurrenten aktuell meilenweit voraus.

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