Müsst ihr euch Sorgen um WoW machen?

Loot-Probleme, ein sehr später Patch 9.1 und gestrichene Bezahl-Optionen. Aktuell scheint es um WoW zu kriseln. Aber müsst ihr euch wirklich Sorgen machen?

von Marylin Marx,
30.03.2021 13:20 Uhr

Spielt ihr aktuell World of Warcraft? Und macht ihr euch Sorgen um die Zukunft von WoW? Spielt ihr aktuell World of Warcraft? Und macht ihr euch Sorgen um die Zukunft von WoW?

Update vom 31.03.2021: Informationen zu Patch 9.1 aktualisiert

World of Warcraft ist wie eine nie endende Achterbahnfahrt. Immer wieder geht es rauf, dann wieder runter - und irgendwo dazwischen ist ein Looping. Das ist nichts Ungewöhnliches für ein Spiel, was schon seit 16 Jahren Hunderttausende von Menschen in seinen Bann zieht.

Wer aber in letzter Zeit die Nachrichten rund um WoW mitverfolgt, könnte am Fortbestehen dieser Achterbahn zweifeln: Blizzard reißt das seit Burning Crusade immer eingehaltenen Releasedatum, es entfallen plötzlich Zahlungsoptionen und für das andauernde Loot-Problem gibt es bisher nur esoterische Lösungsansätze.

Zu allem Überfluss kamen in den letzten Tagen noch Zweifel am neuen großen Inhalts-Patch 9.1 auf. Der Patch trägt den Titel Ketten der Herrschaft und soll vor allem neue Inhalte in Form von Gebieten, Quests und Dungeons, beziehungsweise Raids ins Spiel bringen, die für frischen Wind sorgen.

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Laut dem Twitch-Partner und WoW-Veteran Towelliee zieht sich die Arbeit am dem Update allerdings frustrierend in die Länge, was schlussendlich auch zum Wegfall von geplanten Inhalten führen könnte. Bisher ist das von offizieller Seite nicht bestätigt. Immerhin gab es mittlerweile ein Lebenszeichen von Patch 9.1, der Mitte April auf dem offiziellen Testserver (PTR) erscheinen soll.

Da stellt sich natürlich die alles entscheidende Frage: Müsst ihr euch Sorgen um WoW machen? Unsere glasklare Antwort: jein.

Die Autorin
Mary spielt aktuell fast jeden Abend WoW und hat nun sogar auch ihre Kollegen mit dem Fieber angesteckt (ja, auch Kollege Maurice Weber). Die aktuellen Entwicklungen des 16 Jahre alten MMORPGs betrachtet sie kritisch und ist frustriert von wenig Loot und anderen Problemen. Blizzard scheint den guten Shadowlands-Start nicht halten zu können. Spaß hat sie aber trotzdem noch, sonst würde sie nicht jeden Abend nach Azeroth zurückkehren. Anstatt ihres Hauptcharakters spielt sie dann halt ihre Twinks hoch.

Zwei Schritte vor, einen zurück

Natürlich ist nicht alles schlecht, was in WoW passiert. Blizzard hat mit seinem Shadowlands-Addon durchaus bewiesen, dass sie die grundsätzlichen Wünsche ihrer Community verstehen.

Durch die Einführung der Pakte, den Rougelike-Dungeon Torghast und das Zusammenstauchen der Level im Pre-Patch gab es viel frischen Wind in WoW. Blizzard warf zudem viele nervige Loot-Zufallsmechaniken raus und reduzierte den Loot auf wenige, dafür sinnvollere Items.

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So weit so gut - schlüge jetzt das Problem mit dem Loot nicht genau ins andere Extrem: Anstatt mit sinnlosen Gegenständen überhäuft zu werden, gibt es jetzt einfach so gut wie gar nichts mehr. Jede Woche zieht ihr ein garantiertes Item aus der großen Schatzkammer.

Davon ab schauen aber viele Spieler und Spielerinnen die restlichen sechs Tage größtenteils in die Röhre. Wenn es richtig schlecht läuft, absolviert ihr eine ganze Reihe Mythisch-Plus-Dungeons und bekommt am Ende nichts. Das Problem wollte Blizzard mit Patch 9.0.5 lösen. Wie aber oben schon angedeutet verkomplizieren sie das Problem eher, anstatt es zu lösen.

Durch die Rückkehr des Tapferkeitspunkte-Systems könnt ihr nun jedes Item, das ihr in mythischen Dungeons erhaltet, mit eben diesen Punkten aufwerten. Vorausgesetzt, ihr habt das Item nach dem Aufspielen von Patch 9.0.5 ergattert und habt schon die nötigen Schlüsselsteine abgeschlossen, um eben jenes Item aufzuwerten.

Anstatt einfach den Loot ein wenig zu erhöhen, wird jetzt mit einem verstaubten Punktesystemen (das schon einmal zum Ende von Mists of Pandaria abgeschafft wurde) versucht, das Problem irgendwie zu umschiffen. Das Resultat ist eine weitere Währung, mehr Grind und wenig Hilfe für ein so einfach erscheinendes System.

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Blizzard macht zwei Schritte nach vorne und einen zurück, sodass sie am Ende zwar in die richtige Richtung gehen, doch bei weitem nicht so schnell vorankommen, wie sie könnten.

Bitte warten...

Apropos schnell vorankommen: Patch 9.1 soll ebenfalls am Loot-Problem arbeiten und das ausbügeln, was in 9.0 nicht mehr geglättet werden kann. Bis ihr aber den neuen Inhaltspatch wirklich spielen dürft, wird es vermutlich noch ein Weilchen dauern - immerhin erscheint er erst um den 14. April herum auf dem offiziellen Testserver.

Schauen wir uns die Patch-Historie der letzten großen Inhalts-Patches im Vergleich an, fällt eine gewisse Linie auf. Bisher erschienen die ersten großen X.1-Patches immer ein oder zwei Monate nach Release des Addons auf dem offiziellen Testserver. Nach einer Testzeit von ebenfalls ein bis drei Monaten wurden sie dann auf den Liveserver für alle aufgespielt.

Erster großer Inhalts-Patch

Erweiterung (Releasedatum)

Patch-Release auf Testserver

Patch-Release auf Liveserver

5.1

Mists of Pandaria (25.09.2012)

11.10.2012

27.11.2012

6.1

Warlords of Draenor (13.11.2014)

09.01.2015

24.02.2015

7.1

Legion (30.08.2016)

14.09.2016

25.10.2016

8.1

Battle for Azeroth (14.08.2018)

21.09.2018

11.12.2018

Bei Shadowlands ist dies nicht so. Das Addon erschien am 24. November 2020, nach dem bisherigen Verfahren hätte Patch 9.1 also im Dezember oder Januar auf dem Testserver landen sollen. Stattdessen bekamen wir erst im Februar 2021 im Rahmen der Blizzcon Patch 9.1 vorgestellt und erst Mitte April wird er auf dem PTR verfügbar sein. Bis zum finalen Release wird es vermutlich dann noch ein bis drei Monate dauern.

Blizzard scheint alles andere als gut im Zeitplan zu liegen, was für den Rest der Entwicklung bedeutet, dass wir vermutlich auch mit den nächsten großen Patches wie 9.2 oder 9.3 wesentlich später als gewohnt rechnen müssen.

Ob am Ende einer der großen Patches aufgrund von Zeitmangel oder zugunsten einer neuen Erweiterung sogar ganz wegfällt, ist ebenfalls denkbar und gehört zu den größten Ängsten vieler WoW-Fans.

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Fairerweise müssen wir hier natürlich anmerken, dass Shadowlands im Gegensatz zu allen anderen Erweiterungen mit erschwerten Bedingungen zu kämpfen hat. Die Corona-Pandemie und auch der Großbrand in Irvine, wo das Blizzard Hauptquartier steht, wirken sich natürlich auch auf die Entwicklung des Addons aus.

Das flaue Gefühl

Ein flaues Gefühl im Magen bleibt jedoch zurück. Als ob ihr langsam mit eurer Achterbahn auf einen Abgrund zurollt, der vielleicht steiler ist, als der Letzte. Die Sorge, dass am Ende vielleicht doch Inhalte aus Zeitgründen gestrichen werden und Blizzard in größeren Problemen steckt, als wir annahmen ist da und angesichts des späten Patch 9.1 und der Kündigungswellen im Entwicklerstudio auch nicht unberechtigt.

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Zu viel Angst und Sorgen solltet ihr euch allerdings erstmal nicht machen, denn eine Verschiebung kann auch bedeuten, dass sich die Entwickler die nötige Zeit nehmen, die sie brauchen um Patch 9.1 die nötige Qualität zu verleihen. Sie würden damit also genau das tun, was sich viele von anderen Entwicklerstudios immer wieder wünschen.

Die Entscheidung, mit Update 9.0.5 viele kleinere Baustellen zuerst anzugehen, anstatt auf Biegen und Brechen den Release von 9.1 voranzutreiben, war die Richtige. Zwar mag das Tapferkeitspunkte-System alles andere als ausgereift sein, es sendet aber ein wichtiges Signal: Blizzard nimmt die Probleme und Sorgen seiner Community ernst und will sie lösen.

Ob es ihnen schlussendlich gelingt, diese Probleme auch zu lösen steht auf einem anderen Blatt. Der Wille ist aber da. Wie die wilde Achterbahnfahrt weitergeht - ob wir uns nach oben oder abwärts bewegen - werdenden die kommenden Monate und Patch 9.1 zeigen.

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